Reiseroute durch die malerische Auvergne: Das Glück ist grün!

Die Auvergne und das Zentralmassiv sind das grüne Herz Frankreichs. Die Region ist ein verkanntes Juwel. Hier erlebt man atemberaubende Natur und genießt auf einem Roadtrip in mehreren Etappen einen ausgefallenen Urlaub. Dabei ist die Region Auvergne-Rhône-Alpes vielschichtig und bietet ein sehr abwechslungsreiches Urlaubspotenzial.

Anreisetipp: Roadtrip entlang einer der schönsten Panoramastraßen Europas bis nach Lyon

Zur Anreise in die Auvergne bietet sich von Deutschland aus kommend eine kleine Tour durch die Vogesen an. Die Route des Crêtes zieht sich mehr als 60 Kilometer als Kammstraße durch die Berglandschaften und bietet Fahrspaß mit Postkartenmotiven.

Ursprünglich war die Route des Crêtes eine Militärstraße, die von den Franzosen während des Ersten Weltkriegs zur Versorgung der Armee bei der Eroberung des 1871 an das Deutsche Reich gefallene Elsass gebaut wurde. Mit wenigen Unterbrechungen verläuft die Route des Crêtes auf westlicher Seite etwas unterhalb des Gipfelkamms. Die Strecke ist fantastisch kurvenreich und bietet spektakuläre Ausblicke. Man passiert bewaldete Bergstraßen und an den Gipfelpunkten blickt man weit über das Bergpanorama, entdeckt Seen und Burgruinen.

Vom Elsass führt die erste Etappe auf eine längere Strecke über Belfort und Mâcon nach Lyon. Die drittgrößte Stadt Frankreichs kennen viele Reisende nur vom Durchfahren. Die Stadt zwischen Rhône und Saône bietet allerdings Außergewöhnliches, dass ein Etappenstopp lohnt! Trotz der Größe hat Lyon sich einen besonderen Charme bewahrt. Mit prunkvollen Läden und Cafés fühlt man sich an manchen Ecken in der Stadt an Paris erinnert, andere Stadtteile versetzen den Besucher mit malerischen Gassen und verwinkelten Plätzen ins Mittelalter. Lyon ist das Tor zu den Alpen. Sie ist die Geburtsstätte des Kinos, Seiden- sowie Römerstadt und vor allem die kulinarische Hauptstadt schlechthin! Lyon wird von den Franzosen auch als der Bauch Frankreichs bezeichnet und die legendäre Markthallen von Paul Bocuse sollte man sich nicht entgehen lassen! In der lukullischen Schatzhöhle genießt man ganz Frankreich unter einem Dach.

Auvergne: Routenvorschlag

Etappe 1: Durch die toskanische Auvergne

Rund 180 km: Lyon - Saint-Dier-d’Auvergne - Montpeyroux

Die Auvergne bietet vielschichtige Landschaftsbilder. Von Lyon nach Saint-Dier-d’Auvergne verlässt man das Großstadtleben, taucht ein in die wunderbare Natur des Livradois-Forez Natural Regional Parks. Kleine Straßen führen durch weite Hügellandschaften. Teilweise säumen Zypressen den Weg, was der Region den Beinamen Toskana gegeben hat. Das Verlassen der Hauptstraße lohnt immer wieder. Pittoreske Bergdörfer laden zum Verweilen ein.

Montpeyroux ist zu einem der schönsten Bergdörfer Frankreichs gewählt worden.
Die Häuser des Winzerdorfes sind alle aus regionalem Arkosesandstein gebaut und strahlen kupferfarben in der Sonne. Mit bunten Blumen und blauer Farbe an Fassade und Fensterläden ist der Anblick traumhaft. Betritt man durch die alten Stadtmauern das Dorf, so scheinen die Uhren langsamer zu ticken - ein Ort, um die Seele baumeln zu lassen!

Etappe 2: Idyllische Bergwelten um Le Mont Dore

Rund 80 km: Montpeyroux - Besse-et-Saint-Anastaise - Puy de Sancy - Le Mont Dore

Dass die Auvergne ein Mekka für Individualreisende ist, spürt man besonders an dieser Etappe des Roadtrips. Das Bergdorf Montpeyroux verlassend geht es über kleine Wege nach Besse-et-Saint-Anastaise. Die Fahrt durch das Sancy-Massif, mitten im Herzen des Regionalen Naturparks der Vulkane der Auvergne. Alle paar Kilometer verändert sich das Gesicht der Landschaft. Erblickt man am Anfang die Bergketten wie eine seichte Hügellandschaft in der Ferne, werden auf der Strecke die Berge höher. Wiesen mit grasenden Rindern und mächtigem Vulkangestein prägen die Landschaft. Hier kann man durchaus auf über 1.000 Meter Höhe noch im späten Frühjahr Schnee auf den Gipfeln sehen.

Ein Stopp für einen Spaziergang lohnt im Bergdorf Besse-et-Saint-Anastaise. Das Dorf hat einen außergewöhnlichen Charme: Alle Häuser sind dunkel und aus Lavasteinen gebaut. Bordeauxrote Fensterläden verleihen den Steinbauten eine edle Note. Die Häuser stammen alle aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Überall sind kleine Wappen und Figuren in den Häuserfassaden eingelassen und zeugen vom Reichtum der einstigen Besitzer. Im Mittelalter war Besse-et-Saint-Anastaise eine florierende Handelsstadt.

Vorbei am Puy de Sancy ist es nicht weit zu Le Mont Dore. Unterhalb des höchsten Berges der Auvergne – dem Puy de Sancy (1.885) – liegt im Tal der Ort Le Mont Dore und erstreckt sich am Fluss Dordogne. Aus der Abgeschiedenheit der Bergwelt kommt Le Mont Dore einem fast wie eine Großstadt vor. Wie in Besse-et-Saint-Anastaise dominieren in dem Ort Häuser aus schwarzem Lavagestein. Das Highlight in Le Mont Dore: Es ist ein Höhenluftkurort mit eigenen Quellen und Thermalbad. Die Thermes du Mont Dore stammen aus dem Jahr 1817 und sind im sehr gediegenem Stil umgesetzt.

Ein Ausflug zum Gipfel des Puy de Sancy erreicht man über zahlreiche Wanderwege oder mit einer Seilbahn und anschließendem kurzen Weg bis zum Gipfelkreuz. Bei guter Sicht ist der Blick auf die Vulkan- und Gletscherformationen atemberaubend schön! Mehr als 80 Vulkane säumen sich über 60 km wie auf einer langen Perlenkette.

Aus der Abgeschiedenheit der Bergwelt kommt mir Le Mont Dore fast wie eine Großstadt vor, so quirlig und lebendig wirkt der Ort auf mich. Unterhalb des höchsten Berges der Auvergne – dem Puy de Sancy (1.885) – liegt im Tal der Ort Le Mont Dore und erstreckt sich am Fluß Dordogne.

Etappe 3: Auf den Spuren mächtiger Vulkane

Rund 80 km: Puy de Sancy - Saint-Pierre-le-Chastel - Puy de Dôme - Clermont-Ferrand

Für einen Schlenker durch die Vulkanlandschaften der Auvergne lohnt sich eine Tour in den Norden nach Saint-Pierre-le-Chastel. Hier gibt es auch außergewöhnliche Übernachtungsmöglichkeiten. Kürzer und direkt, aber nicht weniger schön, ist die Tour von Puy de Sancy direkt zum Puy de Dôme.

Der Vulkan Puy de Dôme ist knapp 1.500 Meter hoch. Über 80 Einzelvulkane prägen das Landschaftsbild der Auvergne und vom Puy de Dôme hat man einen phantastischen Ausblick auf Weiden, Bergwiesen, Heidelandschaften und Kraterseen. Seit dem Juli 2018 gehört die Chaîne des Puys offiziell zum UNESCO-Weltkulturerbe und der Puy de Dôme zählt zu den meistbesuchtesten Ausflugszielen Frankreichs. Es gibt einen großen, kostenfreien Parkplatz vor der Talstation.

Zum Abschluss der Etappe 3 des Roadtrips geht es in die Stadt Clermont-Ferrand.
Clermont-Ferrand ist die Hauptstadt des französischen Départements Puy-de-Dôme in der Region Auvergne-Rhône-Alpes und mit knapp 150.000 Einwohnern die größte Stadt im Départment. Hier bleibt Zeit für Museumsbesuche und einen Spaziergang durch die Altstadt.

Etappe 4: Rundtour in den Süden der Auvergne

Rund 250 - 300 km: Clermont-Ferrand - Le Puy-en-Velay - Ambert - Naturpark Livradois-Forez (Rundtour bis Thiers oder Mirefleurs)

Die letzte Etappe des Roadtrips durch die Auvergne kann auch als Rundkurs gefahren werden. Von Clermont-Ferrand geht es nach Le Puy-en-Velay. Verlässt man die Hauptstraßen, taucht man immer wieder in für die Auvergne typische Landschaften und Dörfer ein. Le Puy-en-Velay ist für viele Wanderer Ausgangspunkt zum Jakobsweg nach Santiago de Compostela und seit Jahrtausenden ein kulturelles Zentrum. Die Silhouette der Stadt könnte malerischer nicht sein. Die drei Basaltspitzen, die sogenannten Puys und einstigen Vulkanschlote, sehen aus wie Gesteinsnadeln. Auf einer Spitze befindet sich die Kirche St.-Michel d’Aiguilhe.

Wieder Richtung Norden erwartet nach schöner kurvenreicher Strecke durch den Naturpark in Amber kurz vor der Messerstadt Thiers ein Kleinod des Mittelalters: Richard de Bas Mill ist inmitten traumhafter Natur ein historisches Papiermuseum aus dem 15. Jahrhundert und die Wiege französischen Schreibwarengeschäfts.

Von der historischen Mühle kann dieser Etappenabschnitt als Rundtour in Clermont-Ferrand, in der berühmten Messer-Stadt Thiers oder im pittoresken Dorf Mirefleurs mit einer Übernachtung abgeschlossen werden.

Abreisetipp: Genussvolle Heimfahrt über die Weinstraße im Elsass

Früher oder später wird der Traumurlaub mit einem Roadtrip durch die Auvergne enden. Zum krönenden Abschluss zur Heimfahrt nach Deutschland lohnt ein Roadtrip mit Postkartenidylle durchs Genießerparadies: Das Elsass bietet abwechslungsreiche Routen und Genuss für alle Sinne. Entweder man fährt von Süd nach Norden die 170 km Gesamtlänge der Elsässer Weinstraße oder pendelt von Ort zu Ort nach Lust und Laune mit eigenem Rhythmus. Es gibt viele kleine Dörfer die Preise zu den schönsten Dörfern abgeräumt haben und auch kleine Städte wie Colmar, die den Besucher bezaubern!