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Die Schlachten an der Westfront

Soldaten der Infanterie

1914: ein Krieg, der sich nicht bewegt

Im Sommer 1914 war ganz Europa sicher, dass der Krieg schnell beendet sein würde. Während eines Zwei-Fronten-Kriegs würde die deutsche Armee rasch die französische Armee besiegen, um sich dann gen Osten gegen Russland zu bewegen. Ende Augst erleidet die französische Armee mit der Offensive in Lothringen eine Niederlage, während die Deutschen erfolgreich Belgien durchqueren (Harleroi, Mons). Die französische Armee ist nun gezwungen, im Rückzug zu kämpfen. Sogar ein deutscher Einmarsch in Paris scheint möglich. Doch im September gelingt es den Alliierten Truppen in der Marne-Schlacht, den deutschen Vormarsch zu stoppen. Ab jetzt versucht jede Armee die andere in Richtung Nordsee zu drängen (Schlachten von Aisne und Ypres). Diese Versuche enden im November, ohne dass es einen Sieger gibt. Die Front verläuft nun von der Nordsee bis zu den Vogesen, die Soldaten sind nur wenige hundert Meter voneinander entfernt. Der Stellungskrieg beginnt.

1915-1917: Die Zeit der großen Offensiven

Die Versuche der Alliierten, die Front zu durchbrechen, schlagen fehl und fordern viele Tote. Beispiele sind die Schlacht in der Champagne und Artois 1915, oder auch die Schlacht an der Somme von Juli bis November 1916, bei der alleine die Briten rund 500 000 Männer verlieren. Die deutsche Armee versucht die französische Armee zu ermüden und fokussiert sich besonders auf das Gebiet rund um Verdun. Die Schlacht um Verdun, die keinen Sieger kennt, dauert das gesamte Jahr 1916 und fordert 160 000 Gefallene auf französischer Seite und 140 000 auf deutscher Seite. Bei der Offensive am Chemin des Dames im April 1917 sterben innerhalb von nur zwei Wochen 40 000 französische Soldaten, die britische Armee verliert bei der Schlacht von Passendale von Juli bis November 250 000 Männer.

1918 : Wiederaufnahme des Bewegungskrieges

Nach der Unterzeichnung des Friedenvertrags mit den russischen Truppen am 3. März 1917 stellt die deutsche Armee die Kämpfe an der Ostfront ein. Die Kriegsmächte konzentrieren sich nun wieder verstärkt auf die Westfront und starten u.a. in der Picardie eine große Offensive. Zunächst scheint ein Sieg der deutschen Armee wahrscheinlich, quasi in letzter Sekunde gelingt es den Alliierten unter General Foch, den Gegenangriff bei der zweiten Marne-Schlacht zu starten. Dank der Unterstützung der amerikanischen Truppen gelingt es ihnen, die Deutschen zurückzudrängen. Am 11. November 1918 wird der Waffenstillstand unterzeichnet.