Interview mit Michael Müller

Einen seiner ersten Reiseführer schrieb er über Südfrankreich. Und in diesem Jahr feiert sein Verlag 40-jähriges Jubiläum! Zu diesem Anlass haben wir dem erfolgreichen Verlagsgründer Michael Müller einige Fragen gestellt.

Der Spezialist für Individualreisen

Erzählen Sie uns von der Gründung des Michael Müller Verlags! Warum haben Sie Ihr erstes Buch über Südfrankreich geschrieben? Warum dann der eigene Verlag?

Südfrankreich war fast mein erstes Buch. Zunächst erschien Portugal im Selbstverlag. Aber die Organisierung des Vertriebs war extrem intensiv. So habe ich mich damals dem sehr erfolgreichen Martin Velbinger Verlag angeschlossen, in dem der Südfrankreichband auch erschienen ist. Warum diese Region? Der Süden war angesagt und besonders der Midi, viele Gleichaltrige verbrachten dort ihre Sommermonate. Ich war vorher nur einmal mit dem Motorrad in dieser Region unterwegs, wurde neugierig und habe mir eine große Leserschar versprochen. Aber unterschiedliche Auffassungen über das Konzept eines Reiseführers sorgten später doch wieder dafür, dass ich meinen Kleinverlag weiter ausbaute…

Uns fällt auf, dass Sie ein ganz besonderes Verhältnis zu Ihren Autoren haben. Erzählen Sie uns vom Erfolgsgeheimnis des MMV!

„Von der Pike auf“, das ist ein althergebrachter Ausdruck und beschreibt, dass eine Fertigkeit allumfassend erworben wird. Das traf auf mich als Quereinsteiger in jedem Fall zu und schenkte mir eine unautoritäre Vorbildfunktion meinen Autoren gegenüber, diese wollen nicht am Gängelband geführt werden. Außerdem bin ich ein fortschrittsgläubiger Mensch und war technischen Neuerungen gegenüber sehr aufgeschlossen. Gerade im sogenannten Desktop-Publishing waren die 80er-Jahre eine Zeit des Umbruchs und eröffneten erst die technische Möglichkeit, alle zwei Jahre eine komplett überarbeitete Ausgabe herauszubringen.

Wie sind Ihre Pläne für die Zukunft?

Ich nenne es salopp die Elektrifizierung des Reiseführers. Wir haben bereits vor über 10 Jahren mit eigenen Informatikern erste Gehversuche unternommen. Es ist ein sehr langer, von etlichen Misserfolgen gepflasterter Weg, der uns wirtschaftlich noch nicht vorangebracht hat. Ich bin aber immer noch der Überzeugung, dass dies die Zukunft ist. Entweder ist unsere App noch nicht gut genug, oder aber der deutsche Leser ist noch nicht reif für die Wende.