Saint-Étienne: Ein Design- und Gastronomie-Hotspot

Saint-Étienne, für historisches ebenso wie für modernstes Design bekannt, erfreut Auge und Gaumen gleichermaßen, denn Kunst und Kulinarisches gehen in dieser turbulenten Stadt Hand in Hand. Im November 2010 wurde Saint-Étienne als City of Design in das UNESCO-Network of Creative Cities aufgenommen, die erste französische Stadt mit dieser Auszeichnung. Nur zu Recht, wie wir fanden, denn Saint-Étienne ist in puncto Design unglaublich innovativ, progressiv und nachhaltig – und darüber hinaus prallvoll mit Sehenswertem, Unternehmenswertem und Probierenswertem.

Bahnhof Saint-Étienne Châteaucreux

1855 im klassischen Stil erbaut liegt dieser farbenfrohe und elegante Bahnhof am Rand des Zentrums und bildet das Tor zur Stadt. Der Vorplatz dient als Ausstellungsstätte für moderne Kunst und urbane Projekte, während im Inneren das originale 19. Jahrhundert-Flair in all seiner Schönheit erhalten geblieben ist.

Restaurant-Tipps

Le Canopy und L‘Éléphant Dans Un Jeu De Quilles liegen sich in der Rue Léon Nautin genau gegenüber und servieren eine leckere, erschwingliche Küche aus lokalen Produkten. Für einen kleinen Imbiss und einen ausgiebigen Umtrunk bietet sich L‘Absinthe an, wo Tapas mit leicht französischem Einschlag serviert werden. Zum Mittagessen empfehlen wir La FABuleuse Cantine in der Cité du Design, die ein täglich wechselndes Menü köstlicher Gerichte anbietet und viel Wert auf Nachhaltigkeit, No-Waste und Vegetarisches legt. Dazu gibt es ausgesprochen guten Kaffee und leckere lokale Weine und Biersorten. Wer‘s gerne kleiner und supergemütlich mag, kommt im Café Comme à la Maison auf seine Kosten, wo man bei Kaffee, Quiche und Kuchen wunderbar das Treiben auf der Geschäftsstraße Rue du Onze Novembre beobachten kann.

Site Le Corbusier in Firminy

Das Freiluftmuseum Site Le Corbusier in Firminy ist das größte architektonische Ensemble von Werken des Begründers der modernen Architektur. Diese emblematische Stätte entstand während des Nachkriegsbooms der 60er Jahre und umfasst vier denkmalgeschützte Monumente mit einzigartiger Form- und Farbgebung. Zusammen ergeben diese Gebäude eine soziale und urbane Utopie, geboren aus dem genialen Hirn eines Meisters seines Fachs. Dieses Kulturzentrum war übrigens das einzige, das zu Lebzeiten des Designers fertiggestellt wurde, und gehört seit 2016 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Uns begeisterte vor allem die Funktionalität der Wohneinheit und die raffinierte Eleganz der Kirche mit dem Tanz des Lichts in ihrem Inneren, was uns geradezu den Atem nahm. Ein Must-see - und wir wollen unbedingt noch einmal hin und eines der Konzerte dort erleben!

Les Ateliers Weiss

Schokoholics aufgepasst: Weiss bietet eine der besten Schoko-Entdeckungstouren, die wir je unternommen haben. Ein Workshop über Schokoladenfertigung und Einblicke hinter die Kulissen des modernen Werks (wurde erst vor 2017 eröffnet) einer Marke, die 1882 von Eugène Weiss gegründet wurde.

City of Design

Seit 2009 entwickelte sich das ehemalige Gelände der Waffenfabrik La Manufacture d‘Armes zum Kreativviertel von Saint-Étienne. Hier hat sich die Hochschule für Kunst und Design niedergelassen, hier bietet La Platine neben einem Restaurantservice ein großes Auditorium, Ausstellungsräume, ein Treibhaus, eine Mediathek und einen Shop.

Der Aussichtsturm

Wir hatten Glück und konnten den 32 m hohen Turm hinaufklettern. Von dort hat man eine freie Rundum-Sicht über die ganze Stadt, die aus dieser Perspektive noch einmal völlig anders wirkt.

Die Praluline

Ein absolutes Muss bei jedem Besuch in Saint-Etienne ist ein Abstecher zu Pralus, um sich eine Praluline zu gönnen. In dieser ikonischen Bäckerei werden seit 1955 nach dem traditionellen Rezept von Auguste Pralus mit rosa Zuckermandeln gespickte Brioches gebacken und tagtäglich zu Hunderten verkauft. Wir waren von diesem Gebäck so begeistert, dass wir noch eine zusätzliche Praluline erstanden haben, um sie der Familie mitzubringen.

Weinbar Demain les Vins

Bei den über 500 Optionen auf Speise- und Weinkarte wollten wir gar nicht mehr weg aus der Weinbar Demain les Vins am Cours Jovin Bouchard. Hier stimmt nicht nur das Angebot, sondern auch das Interieur mit seinen hohen Tischen, Hängelampen und modernen Auslagen der Weine. Wir ließen uns zu ein, zwei Gläschen Wein eine Aufschnittplatte servieren – das perfekte Verwöhnprogramm am späten Nachmittag.