Reiseroute französische Atlantikküste: 5 Highlights und Geheimtipps

Was kommt dir als erstes in den Sinn, wenn du an die Atlantikküste in Frankreich denkst? Vermutlich kilometerlange Strände, türkisblaues Wasser und tolle Sonnenuntergänge. Ging uns auch so! Was wir nicht wussten: Die Westküste Frankreichs hat auch im Hinterland jede Menge Highlights und Geheimtipps zu bieten.

Karte Atlantik
Ein paar davon stellen wir dir nun in diesem kleinen Routen-Beitrag vor. Die vorgeschlagene Strecke ist perfekt für dich, wenn du abseits vom Massentourismus mit einem Auto durch Frankreich reisen möchtest und dennoch das gewisse Etwas suchst!

Vallée de l´Arbas

Starten wir direkt mit einem großen Natur-Highlight: das Vallée de l´ Arbas in der Region Haute-Garonne. Ein wunderschönes, tiefgrünes Tal, das an den Berghängen der Pyrenäen liegt. Die Aussicht von den einzelnen Hügeln auf die Umgebung ist phänomenal und hat uns nicht nur einmal sprachlos gemacht.

Außerdem warten im Tal einige lohnenswerte Aktivitäten auf dich. Wie wäre zum Beispiel eine E-Mountainbike Tour mit dem Anbieter Odyssée Sud? Oder eine Übernachtung in einer magischen Jurte der Unterkunft La Ferme d´Oulan Bat? Auch eine witzige Eselwanderung kannst du direkt bei der Unterkunft buchen. Unserer Meinung nach ein absolutes Muss!

Wir haben all diese Aktivitäten selbst gemacht und hatten eine richtig tolle Zeit im Vallée de l´Arbas. Unser persönliches Highlight war natürlich die Eselwanderung. Manchmal war der Gute zwar etwas störrisch, im Großen und Ganzen hatten wir aber eine ziemlich spaßige und vor allem tierische Zeit.

Hausbootfahrt in Vianne

Kann man eine Eselwanderung noch toppen? Hört sich schwierig an, ist aber möglich! Und zwar in der Region Lot-et-Garonne. Hier haben wir uns für zwei Tage ein Hausboot über den Anbieter Aquitaine Navigation gemietet und sind den Fluss Buzet-sur-Baïse entlanggeschippert. Start war im verschlafenen Örtchen Buzet-sur-Baïse, Ende in der Ortschaft Vianne. Ein einmaliges Erlebnis, das wir nie wieder vergessen werden!

Lass uns raten. Die erste Frage, die dir gerade durch den Kopf schießt, ist bestimmt folgende: „Braucht man dafür nicht einen Bootsführerschein?“ Nein, brauchst du zum Glück nicht. Kleinere Hausboote darf man in Frankreich nach einer kurzen Einführungsstunde auch ohne Lappen selbst steuern.

Wir hatten anfangs zwar einige Bedenken, je weiter wir fuhren, umso sicherer wurden wir allerdings und umso mehr Spaß machte die Tour. Auch das Übernachten auf dem Boot war traumhaft. Als wir abends an Deck saßen, den Blick auf den Fluss genießen durften und gleichzeitig ein Gläschen Wein tranken, konnten wir uns die ein oder andere Freudenträne einfach nicht verkneifen!

Außerdem haben wir uns am nächsten Tag wieder E-Bikes über den Anbieter Cycle South West France geliehen und sind von Vianne bis zum Weingut Château du Frandat geradelt. Die Strecke führte uns an grünen Feldern entlang und am zauberhaften Dörfchen Nérac vorbei. Eine schöne Runde, die sich absolut gelohnt hat!

Halbinsel Cap Ferret

Im Vergleich zu allen anderen Highlights entlang der Strecke, ist das Cap Ferret kein echter Geheimtipp mehr, aber dennoch äußerst sehenswert. Außerdem ist die langgezogene, naturbelassene Halbinsel der einzige Stopp unserer Route, der direkt an der Atlantikküste zu finden ist. Besondere Highlights sind die berühmten Austernfarmen, die zahlreichen Strände und ein 53 Meter hoher Leuchtturm, der heute als Aussichtspunkt dient.

Vor allem die Strände im Westen der Halbinsel haben uns auf Anhieb umgehauen! Sie liegen am Atlantik, sind ewig lang, traumhaft schön und perfekt zum Wellenreiten geeignet. Im Osten grenzt das Cap Ferret dagegen an die große Bucht von Arcachon. Für dich heißt das: ruhigeres und klareres Meerwasser, dass sich besser zum Baden eignet. Auch deutlich mehr Restaurants, Hotels und große Villen wirst du entlang der Ostseite entdecken. Der Nachteil: Es ist viel mehr los als im Westen.

Extrem spannend fanden wir außerdem den Generationenmix, der am Cap Ferret zusammenkommt. Hier drücken sich klassische Urlauber, wohlhabende Einheimische und junge, alternative Surfer die Klinke in die Hand. Eine Mischung, die im ersten Moment nicht wirklich zusammenpasst, auf der Halbinsel aber perfekt harmoniert!

Insider-Tipp: Um am Kap von A nach B zu kommen haben wir uns ein cooles Beachcruiser-Fahrrad beim Anbieter Gyro Cap geliehen. Ein ganzer Tag kostet 13 € pro Bike.

Beaulieu-sur-Dordogne

Frankreich ist berühmt für seine historischen und einzigartigen Dörfer aus dem Mittelalter. Viele davon sind seit Jahren sehr beliebt und während der Hauptsaison oft überlaufen. Nicht so Beaulieu-sur-Dordogne. Das kleine Einod im Tal der Dordogne ist wenig bekannt und ein echtes Schmuckstück.

Nicht nur die historischen Fachwerkhäuser aus dem 14. Jahrhundert und die altertümliche Kirche St. Pierre verleihen dem Dorf ein einzigartiges Flair, sondern auch die traumhafte Lage. Das Provinznest mit ca. 1300 Einwohnern liegt direkt an den grünen Ufern der Dordogne und ist der Inbegriff von ländlicher Idylle.

Tipp: Neben einem entspannten Spaziergang durch den Dorfkern lohnt sich auch eine 1 ½-stündige Flussfahrt auf einer Gabare – ein alter Lastkahn, mit dem früher Holz transportiert wurde. Während der Tour erfahrt ihr jede Menge Insiderwissen über das Dorf und die Dordogne selbst. Allerdings spricht der Tourguide nur französisch.

Le Refuge de l'Arche (Pays de la Loire)

Letzter Stopp, letztes Highlight! Das Le Refuge de l'Arche in der kleinen, aber feinen Stadt Château-Gontier ist wohl der geheimste aller Geheimtipps! Doch was ist das Le Refuge de l'Arche genau? Machen wir es kurz und schmerzlos: Ein Tierasyl bzw. eine Auffangstation für Tiere, die misshandelt oder schlecht gehalten wurden.

Nach dem die unterschiedlichsten Arten ins Tierasyl kommen, werden sie zuerst aufgepäppelt und anschließend wieder in die Freiheit entlassen. Bei vielen Tieren ist die Freilassung allerdings nicht mehr möglich, da sie psychisch stark angeschlagen sind und oft ihren Jagdinstinkt verloren haben. Die Folge: Sie müssen im Le Refuge de l'Arche bleiben, da sie in freier Wildbahn sterben würden.

Im Tierasyl geht es den Tieren aber richtig gut! Die Gehege sind ausreichend groß, es gibt gutes Futter und sie werden so intensiv wie möglich gepflegt. Bei jedem Gehege kannst du außerdem eine Tafel samt Geschichte der einzelnen Tiere finden. Zu sehen gibt es Löwen, Bären, verschiedene Affen, zig Vogelarten und vieles mehr.

Wichtig: Das Le Refuge de l'Arche ist kein Zoo! Ganz im Gegenteil. Viele der Tiere sind nur dort, weil sie aus Zoos stammen, in denen sie schlecht behandelt wurden.

Wir hoffen, du konntest ein paar Tipps für deine eigene Reise mitnehmen und dir hat unsere etwas andere Route entlang der Atlantikküste gefallen. Ganz viel Spaß in Frankreich!