Poitiers – ein ruhiges Städtchen mit romanischem Flair

Viele Reisende schätzen es besonders, gemütlich und ohne Menschenmengen durch eine ruhige Altstadt zu schlendern, kulturell interessante Sehenswürdigkeiten zu besichtigen und immer wieder bezaubernde Flecken zu entdecken… All das konnte ich während meines Aufenthalts in Poitiers erleben. Die Stadt ist Teil des UNESCO-Welterbes „Jakobswege in Frankreich“ und unbedingt einen Besuch wert, auch wenn Sie eigentlich über den nahe gelegenen Freizeitpark Futuroscope auf diese Region gestoßen sind. Das großartige romanische Kulturerbe einschließlich einiger beeindruckender Wandmalereien ist Grund genug für einen Abstecher nach Poitiers!

Notre-Dame-la-Grande

Die romanische Kirche Notre-Dame-la-Grande, die sich stolz am zentralen Platz der Altstadt erhebt, ist ein einmaliges Baudenkmal und gleichzeitig einer der touristischen Hauptanziehungspunkte von Poitiers. Ich war beeindruckt von der Fassade aus dem 12. Jahrhundert und von der unglaublichen Schönheit der Wandmalereien im Inneren, die aus der gleichen Zeit stammen. Im Sommer wird die Fassade des Gotteshauses jeden Abend unterschiedlich angestrahlt… Als ich dort war, stand eine Projektion im byzantinischen Stil auf dem Programm. Auch die romanischen Kirchen Sainte-Radegonde (besonders spektakulär!) und Saint-Hilaire warten mit kunstvollen Wandmalereien auf.

Musée Sainte-Croix

Die beste Art, sich mit den Wurzeln der Stadt vertraut zu machen, ist ein Besuch im Musée Saint-Croix, wo die unterschiedlichsten Exponate zu sehen sind – von jahrtausendealten archäologischen Fundstücken und römischen Überresten bis hin zu Gegenständen und Kunstwerken aus späterer Zeit. Besonders ins Auge stachen mir ein gläsernes Reliquiengefäß aus dem 11. Jahrhundert (das einzige erhaltene derartige Gefäß aus dem Mittelalter) sowie die Skulpturen und die überaus interessante Geschichte der Künstlerin Camille Claudel, die zu ihren Lebzeiten eher für die Beziehung zu ihrem Mentor Auguste Rodin bekannt war.

3 bis rue Jean-Jaurès
Facebook Musée sainte-Croix (Externer Link)

Kathedrale St. Pierre

Poitiers ist weithin für seine romanischen Kunstschätze bekannt, doch in der Stadt findet sich mit der Kathedrale St. Pierre aus dem 12. Jahrhundert auch ein führendes Beispiel der gotischen Architektur. Im Inneren kann man neben einem Buntglasfenster beeindruckende Wandmalereien aus der gleichen Zeit bewundern. Diese Malereien wurden erst im Jahr 2010 entdeckt und aufwändig restauriert.

Hotel Mercure Centre

In der Innenstadt von Poitiers bietet sich das bezaubernde Hotel Mercure Centre zum Übernachten an, das in einem ehemaligen Franziskanerkloster aus dem 19. Jahrhundert untergebracht ist. Das Hotel verfügt über einladende Zimmer wie das von mir dort gebuchte: rundum modern im Design, perfekt an die einzigartigen Merkmale des Gebäudes angepasst und mit einer harmonischen Raumaufteilung. Die originelle Deckenkonstruktion im Hotelrestaurant Les Archives, das im früheren Kreuzgang untergebracht ist, wird von starken Säulen getragen. Kein Wunder, dass das Restaurant heute als einer der stilvollsten Orte für ein Mittag- oder Abendessen in Poitiers gilt!

Mercure Centre (Externer Link)

Taufkapelle Saint Jean

Die Taufkapelle Saint Jean ist ein kleines, aber feines historisches Baudenkmal in Poitiers. Die Ursprünge des ältesten religiösen Bauwerks der Stadt gehen auf ein Taufbecken aus dem 4. Jahrhundert zurück, das sich in einer römischen Villa befand. Im Anbau aus dem 11. Jahrhundert sind Wandmalereien aus der gleichen Zeit zu sehen.

Weinhandlung und Bar Rocinante

In Frankreich verwandeln sich abends immer mehr Weinhandlungen in Tapas-Bars, und auch in Poitiers gibt es einen solchen Laden. Geführt wird Rocinante von der Spanierin Renée, die vor 15 Jahren als Studentin nach Poitiers kam und seitdem in der Stadt zu Hause ist. Während ich dort leckeren Käse und Wurstwaren kostete, verriet mir Renée das Erfolgsgeheimnis dieser innovativen Tapas-Bar: „Unsere Kartoffeltortilla schmeckt genau wie in Spanien!“

176 Grand'Rue
Cave Rocinante (Externer Link)

Macarons nach Art von Montmorillon

Wer Süßes liebt, der sollte in Poitiers unbedingt die so genannten Macarons de Montmorillon probieren, die dort bereits seit fünf Generationen hergestellt werden. Diese Köstlichkeiten aus gemahlenen Mandeln und Eiweiß, die in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen angeboten werden, haben allerdings nicht viel mit den berühmten Pariser Macarons gemeinsam. Ich habe dieses Gebäck in der Konditorei Rannou Métivier entdeckt, in der auch andere regionale Spezialitäten zu haben sind, wie z. B. der krümelige Kuchen Broyé, der traditionell mit einem kräftigen Stoß in die Mitte zerteilt und anschließend gemeinsam verspeist wird.

30 Rue des Cordeliers
Rannou Metiviers (Externer Link)

Von der Place Charles de Gaulle bis zum Rathausplatz

Im Mittelpunkt eines jeden Rundgangs durch die Altstadt steht die Fußgängerzone zwischen der Place Charles de Gaulle mit der Kirche Notre-Dame-la-Grande und dem Rathausplatz, der sich vor dem sehenswerten Hôtel de Ville, einem Bau im klassischen französischen Stil, erstreckt. In dieser Gegend gibt es noch weitere Elemente des Kulturerbes der Stadt zu bewundern, wie beispielsweise die ehemalige Residenz der Grafen von Poitiers, die heute den Justizpalast beherbergt. Dessen großer Salon „Salle des Pas Perdus“ erinnert an die Glanzzeit, die Poitiers im 12. Jahrhundert erlebte. Auch das romanische Erbe der Stadt ist selbstverständlich stets präsent, darunter die Überreste eines ehemaligen Klosters, die im Einkaufszentrum Passage Cordeliers zu sehen sind.

Poitiers