6 Empfehlungen Nachhaltigkeit in Frankreich zu genießen

Die Küche ist eines der ersten Freuden beim Reisen und Erkunden eines Landes, besonders in Frankreich! Qualitätsprodukte, lokale Spezialitäten, regionale Traditionen, Respekt vor der Natur und den Jahreszeiten... Frankreich hatte schon immer den guten Willen, die Kunst des guten Essens zu kultivieren. Hat nicht soagr die UNESCO 2010 die Gastronomie der Franzosen in das immaterielle Kulturerbe der Menschheit aufgenommen? Angesichts der ökologischen Herausforderungen war das Rezept noch nie so aktuell wie heute. Um nachhaltiges Essen zu genießen, haben wir für Sie diesen praktischen, regionalen, kulinarischen Guide zusammengestellt.

Besuchen Sie die Felder der Bauern...

Seit 33 Jahren öffnen die 8.000 Landwirte der Gruppe Bienvenue à la Ferme ihre Höfe in ganz Frankreich und laden Besucher zum Essen und sogar zum Schlafen "auf dem Bauernhof" ein. In 4.400 Läden, auf 720 Bauernmärkten oder über 120 Abholstationen können Sie gutes Gemüse, Obst, Käse, Fleisch, Wurstwaren usw. kaufen... made in Bretagne, Auvergne oder Normandie. Ein weiterer Pionier von Abholshops ist das Chapeau de Paille-Netzwerk. Dieses empfängt seit 1985 die Anhänger von kurzen Transportwegen auf Feldern, Obst- und Gemüsegärten rund um Paris und in allen französischen Regionen. Kommen Sie, holen Sie sich Ihre Kiste ab!
Bienvenue à la Ferme (Externer Link)
Chapeau de Paille (Externer Link)

... und Stadtfarmen

Nicht nur auf dem Lande kann man echte Bauern treffen, Äpfel vom Baum pflücken oder Schälchen mit schönen, saftigen Erdbeeren füllen. Seit einigen Jahren wird die Landschaft in der Stadt begrünt und urbane Farmen (etwa dreißig in Paris, mehr als 400 in Frankreich) schießen wie Pilze aus dem Boden, auch auf Dächern. Europas größte urbane Dachfarm hat in luftiger Höhe Wurzeln geschlagen, im Pavillon 6 des Parc des Expositions, Porte de Versailles in Paris. Himbeeren, grüne Bohnen, Tomaten, Babymöhren und Kräuter und vieles mehr je nach Saison, gehören in die Gourmet-Körbe von Nature Urbaine (NU), während man auf die Wiederaufnahme der Besuche mit Verkostungen wartet. In Nantes hat l'Agronaute, ein städtischer Bauernhof, der von der SAUGE (Société d'Agriculture Urbaine Généreuse et Engagée) betrieben wird, seine Experimente im ehemaligen MIN (Markt von nationalem Interesse) angepflanzt und erfreut die Feinschmecker mit seinen Mikrokräutern und auf Strohballen angebauten Pflanzen.

Nature Urbaine Paris (Externer Link)
L'Agronaute (Externer Link)
La SAUGE (Externer Link)

Bevorzugen Sie engagierte Chefköche

Permakultur-Gemüsegärten, kurze Kreisläufe, Respekt vor der Erde, den Jahreszeiten, den Erzeugern und auch den Tieren, Wiederverwertung von organischen Abfällen zu Kompost... Die großen französischen Köche sehen die Gastronomie zunehmend in Grün. Und sie werden für ihre Bemühungen belohnt. Seit 2020 vergibt der Guide Michelin einen grünen Stern an die engagiertesten Köche und ihre verantwortungsbewusste Küche. In der zweiten "Nachhaltige Gastronomie"-Auswahl des berühmten roten Führers (33 Adressen im Jahr 2021) reihen sich Newcomer wie Claire Vallée mit dem ONA, einem 100 % veganen Restaurant in der Nähe des Bassins d'Arcachon, an langjährigen Überzeugungstäter wie Thierry Schwartz, Küchenchef des Restaurants in Obernai im Elsass, der seit 18 Jahren ein Anhänger von kurzen Wegen, lokalen Produkten und Zero Waste ist. Was haben sie alle gemeinsam? Aus den ökologischen Zwängen eine gewagte und kreative Küche zu kreieren, ohne Know-How und Tradition zu verleugnen. Wir freuen uns auf die nächste Ausgabe von Goût de France/Good France, hoffentlich im Oktober 2021. Die Veranstaltung, die den guten Geschmack der französischen Gastronomie und ihrer Köche in aller Welt feiert, steht im Zeichen des nachhaltigen Geschmacks, gesponsert von Christophe Hay. Der mit 2 Michelin-Sternen ausgezeichnete Liebhaber der vegetarischen Küche und alter Gemüsesorten stellt sie gerne im La Maison d'à Côté vor, seinem schönen und guten Restaurant im Loire-Tal, einen Steinwurf vom Château de Chambord entfernt.

Guide Michelin - Les nouvelles étoiles vertes 2021 (Externer Link)
ONA Gastronomie Végétale (Externer Link)
Thierry Schwartz (Externer Link)

Lernen Sie nachzuverfolgen

Woher kommen die Produkte in den Supermarktregalen, wie können wir sicher sein, woher die Lebensmittel kommen, die von Restaurants auf die Speisekarte gesetzt werden? Und wie sieht es mit der Qualität der sogenannten lokalen Spezialitäten aus? Verbraucher und Gourmets fordern zunehmend Transparenz und Informationen über Agrar- und Lebensmittelprodukte, auch aus dem Bio-Bereich. Das Gesetz vom 27. Mai 2020 hat diese Forderung über die zahlreichen bereits existierenden Logos, Labels und anderen Signaturen wie Produits Agricoles de France, Label Rouge oder Agriculture Biologique (AB) weiter verstärkt. Die SIQO (Signs of Identification of Origin and Quality) bleiben auch eine Referenz für lokale Produkte, egal ob sie eine geschützte Ursprungsbezeichnung (PDO), eine kontrollierte Ursprungsbezeichnung (AOC) oder eine geschützte geografische Angabe (PGI) tragen.

Zu den jüngsten Initiativen gehört die Plattform "Fresh and Local", die im Januar letzten Jahres vom Ministerium für Landwirtschaft und Ernährung in Zusammenarbeit mit den Landwirtschaftskammern ins Leben gerufen wurde. Sie erleichtert die Identifizierung von Produzenten und deren lokalen Verkaufsstellen. Das Motto "Näher an der Heimat und am Geschmack", das auch von den Supermärkten und dem Lebensmitteleinzelhandel in letzter Zeit eingesetzt wird, begleitet den wachsenden Appetit auf frische und lokale Produkte.

Frais et Local (Externer Link)
SIQO (Externer Link)
Produits Agricoles de France (Externer Link)
Label Rouge (Externer Link)
Agence Bio (Externer Link)
Alsace Qualité (Externer Link)

Bevorzugen Sie nachhaltige Fischerei

Wenn Sie die Bretagne, die Normandie oder das Mittelmeer besuchen, gibt es immer eine Möglichkeit, Fisch, Muscheln und Krustentiere direkt bei den zurückkehrenden Fischkuttern oder auf der örtlichen Auktion zu kaufen. In der übrigen Zeit ist es besser, eine respektvolle Fischerei zu bevorzugen, die zum Beispiel durch das 2017 initiierte französische Ökolabel "Pêche Durable" zertifiziert ist. Ein Tropfen auf den heißen Stein? Nein! Das ist die Meinung des Marine Stewardship Council, einer Nichtregierungsorganisation, die das MSC-Siegel ins Leben gerufen hat, das eine verantwortungsvolle, respektvolle und nachhaltige Fischerei zertifiziert, auch wenn es sich größtenteils um industrielle Fischerei handelt. Für die handwerkliche Fischerei sind die kleineren und daher seltener zu findenden Etiketten die Referenz. "Artysanal Pêche artisanale garantie" zum Beispiel wird von der Vereinigung Smart unterstützt, während das freundliche Label "Bar de ligne-Pointe de Bretagne" von der Association des ligneurs de la pointe de Bretagne (Vereinigung der Leinenfischer der Pointe de Bretagne) abhängt - Enthusiasten, die an den Kais von Douarnenez oder Lanildut in Finistère zu finden sind.

Écolabel public Pêche Durable (Externer Link)
Marine Stewardship Council (Externer Link)
Artysanal (Externer Link)
Association des Ligneurs de la Pointe Bretagne (Externer Link)

Ressourcen der regionalen Naturparks aufwerten

Wenn Sie einen Blick auf die 56 regionalen Naturparks in Frankreich werfen, finden Sie genug, um Ihren Gourmet-Korb zu füllen! Die regionalen Naturparks sind für die Artenvielfalt und eine respektvolle landwirtschaftliche Entwicklung unerlässlich und werden durch die Marke "Valeurs Parc naturel régional" gefördert. Lassen wir Ihnen das Wasser im Mund zusammenlaufen? Vom Avèze, einem Likör aus den Vulkanen der Auvergne, der aus Enzianwurzeln hergestellt wird und als erstes Produkt 1998 gekennzeichnet wurde, über den Ziegenkäse aus Sainte-Baume in der Provence bis hin zu den Kastanien aus den Monts d'Ardèche oder dem Baguette aus der Perche in der Normandie... die Verkostung verspricht ein geschmackliches Vergnügen. Außerdem gibt es Muscheln aus dem Golf von Morbihan in der Bretagne, hausgemachte Marmeladen aus dem Orientwald in der Champagne, Geflügel aus den Voralpen der Côte d'Azur und Honig aus den Gorges du Verdon zu entdecken. Auch Küchenchefs haben sich der Marke Valeurs Parc angeschlossen, wie Vincent Simon, der im Guide Michelin mit einem grünen Stern ausgezeichnet wurde. Der "Landkoch" des Loiretals bietet ein "0 km"-Menü, schmackhaft und unbedingt nachhaltig. Rezepte, Produzenten und gute Adressen in den regionalen Naturparks finden Sie in "Itinéraire gourmand dans les Parcs naturels régionaux", einem sehr appetitlichen Buch, das von Marabout herausgegeben wurde.

Parcs Naturels Régionaux (Externer Link)
Itinéraire gourmand dans les Parcs naturels régionaux (Externer Link)
Vincent Cuisinier de Campagne (Externer Link)