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Segeln in Frankreich

Segelboote vor Saint-Malo

Segeln ist in Frankreich geradezu Nationalsport und die Großen der Zunft genießen dort eine ähnliche Popularität wie bei uns ein Beckenbauer oder Schuhmacher. Reportagen über Regatten, wie etwa die legendäre Vendée-Globe - allein an Bord rund um den Globus ohne Pause und fremde Hilfe - füllen die Medien. Die Sieger erreichen Heldenstatus. Mit knapp 5000 Kilometern Küste und zahllosen Binnenseen bietet Frankreich Segelreviere für jedes Niveau und jeden Boots-Typ.

Segelreviere in Frankreich

Beim Segeln in Frankreich denkt man oft zuerst ans Mittelmeer. Aber damit vergisst man, dass andere Reviere möglicherweise mindestens ebenso reizvoll sind. Regelmäßige und meist nicht zu heftige Windlagen machen die Gewässer zwischen Dünkirchen und Brest zu einer "sicheren Bank" für Segelvergnügen. Die Region westlich des Cotentin zwischen Saint-Malo und Cherbourg mit den englischen Kanalinseln und dem Chausey-Archipel gilt Skippern als eines der reizvollsten Segelreviere weltweit. Und wer zu den Glücklichen gehört, die einen Liegeplatz im "Vieux Bassin" von Honfleur ergattert haben, der wird diesen weder für Geld noch gute Worte jemals wieder hergeben.

Die Bretagne-Südküste sowie die Atlantikküste bis nach Spanien inklusive der vorgelagerten Inseln sind geradezu gespickt mit Yachthäfen. Auch hier sorgen ein fast ständiger wehender Westwind und milde Temperaturen für ungetrübtes Segelvergnügen. Einmal in den historischen Hafen von Saint-Jean-de-Luz einzulaufen, gehört sicherlich zu den glücklicheren Momenten einer Segelkarriere.

Bei den Segelrevieren des Mittelmeers reizt allein schon das phantastische Panorama auf das Hinterland. Die mediterranen Temperaturen tun ein Übriges. Allerdings erkauft man sich das um den Preis von recht schnell aufeinanderfolgen Phasen von Flauten und Starkwind (etwa der Mistral), die das Segeln nicht gerade erleichtern. Aber vielleicht ist Ihre Yacht auch von dem Format, wo man ohnehin lieber repräsentativ an den Quais von Saint-Tropez, Cannes oder Nizza vertäut bleibt und an Deck Champagner kredenzt.

Korsika gehört sicherlich zu den reizvollsten aber auch anspruchsvollsten Segelrevieren des Mittelmeers. Viele kleine vorgelagerte Insel und oftmals recht ruppige Winde erfordern volle Konzentration. Dafür öffnen sich aber auch Perspektiven auf die "Insel der Schönheit", die nicht nur Seglern das Herz öffnen.

Ein ganz eigenes Vergnügen sind Turns auf den großen Bergseen, wie etwa dem Lac du Bourget oder dem Lac d'Annecy. Segel setzen vor dem Panorama verschneiter Berggipfel gehört eher zu den selteneren Erfahrungen beim Segeln. Aber auch andere Reviere, wie etwa die lothringische Seenplatte haben ihre eigenen nautischen Reize.

Yachthäfen

Die französischen Yachthäfen verfügen im Allgemeinen über erstklassige Infrastruktur. Wer sein eigenes Boot auf dem Anhänger mitführt, findet Rampen und Slip-Anlagen sowie reichlich Materialservice. Man sollte berücksichtigen, dass die Häfen im Norden und Westen, die starkem Tidenhub unterliegen (bis zu 13 Metern etwa im normannischen Granville), nur zwei bis drei Stunden vor und nach dem Scheitelpunkt der Flut angelaufen werden können.

Segelschein und Segelschulen

Die Vorlage eines Segelscheins wird beim Ausleihen eines Bootes nicht verlangt. Aber Turns auf dem Meer sollten dennoch erfahrenen Seglern vorbehalten bleiben, denn nahezu alle Reviere bieten ihre Schwierigkeiten von starken Strömungen (bis 8 Knoten etwa an der Pointe du Raz in der Bretagne und am Raz Blanchard am Cap de la Hague), bis zu starken Böen oder plötzlich auftretenden Nebelbänken. Aufmerksamkeit erfordert auch der Schiffsverkehr im Ärmelkanal, der zu den am stärksten befahrenen Wasserstraßen der Welt gehört.

Segelschulen finden sich praktisch in allen Häfen der Küste und der größeren Binnenseen. Französische Sprachkenntnisse erweisen sich dort allerdings als hilfreich.

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