Interview mit Raphaël Confiant - Tipps für Ihren Aufenthalt auf Martinique

Raphaël Confiant hat 2010 mit "Unbescholtene Bürger" sein Debüt als Krimiautor gegeben. Im Mittelpunkt seiner Bücher steht seine Heimatinsel Martinique. Hier seine Tipps für einen gelungenen Aufenthalt auf Martinique.

Was ist Ihr persönlicher Lieblingsort auf Martinique?

Es handelt sich um einen Ort, der fast allen Einwohnern Martiniques unbekannt ist: die Wasserfälle von Rivière Trois-Bas. Man muss dem Waldweg folgen, der die Gemeinden Prêcheur und Grand-Rivière, ganz im Norden der Insel, verbindet. Nach etwa 2 Stunden steigen Sie in ein Flussbett hinab, klettern mit Hilfe von Seilen, die das ONF (Office National des Forêts, dt. Nationales Forstamt) angebracht hat, eine kleine Steinmauer hinauf und nach weiteren 10 Minuten Fußmarsch gelangen Sie zu einem wunderbaren Ort: zu drei nebeneinanderliegenden Wasserfällen. Ein kleiner, ein mittelgroßer und ein großer. Am Fuße eines jeden befindet sich ein kleines Wasserbecken, in dem man baden kann.

Was empfehlen Sie Besuchern, die zum ersten Mal auf Martinique sind?

Zunächst sollte man sich darauf einstellen, nicht genauso empfangen zu werden wie in Europa. Martinique hat eine eigene Kultur, eigene Gepflogenheiten, die Liebenswürdigkeit ist nicht so offenkundig wie in Europa. Sie kommt auf andere Art und Weise zum Ausdruck. Durch einen Blick, ein Lächeln oder eine Geste. Doch sobald sich die Martinikaner respektiert fühlen, empfangen sie Fremde mit offenen Armen.

Ihr Lieblingsessen? Ihr Lieblingsrestaurant?

Das Colombo de Cabri ist ein indisch-kreolisches Gericht, denn wir haben Inder auf Martinique, die uns viele Dinge nähergebracht haben, vor allem ihre Küche. Ansonsten gibt es viele gute Restaurants auf Martinique, besonders in den Gemeinden von Sainte-Luce, Anses d’Arlets, Diamant, Trois-Ilets, Carbet etc. Ich kann mich nicht für ein besonderes entscheiden.

Welches ist Ihr Lieblingsspaziergang?

Der Sentier de la Caravelle, der nicht besonders anspruchsvoll ist, auch wenn es dort sehr heiß sein kann. Auf ihm findet man eine geschützte Natur und ein atemberaubendes Meer vor, in das man sich aber ohne Ortskundigen oder Reiseführer nicht wagen sollte.

Welches sind Ihre zukünftigen Projekte?

Ich schreibe momentan eine Geschichte darüber, wie der Kaffee nach Amerika gekommen ist. Die Pflanze kam nämlich zuallererst nach Martinique und verbreitete sich dann über den restlichen Archipel, bevor sie den amerikanischen Kontinent erreichte.

Gibt es für Ihre Figuren reale Vorbilder?

In meinen Romanen gibt es fiktive Figuren, aber auch solche, die wirklich existiert haben. Aber am häufigsten sind meine Romangestalten eine Mischung aus beidem.

Was sollte man tun, um sich wie ein Einheimischer zu fühlen?

Ein paar Wörter, oder besser noch, ein paar Sätze Kreolisch lernen.

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