Erinnerung und Wiederaufbau in der Nachkriegszeit

Die Nachkriegszeit ist geprägt durch das Bemühen, dem Konflikt und seiner Opfer zu gedenken. Sehr schnell wurden aus den ehemaligen Schlachtfeldern Gedenkstätten, auf denen Soldatenfriedhöfe und Denkmäler eingerichtet wurden. Zeitgleich wurden die verwüsteten Regionen wieder aufgebaut.

Gedenken: Friedhöfe und Denkmäler

Mit fast 10 Millionen Toten stellt der Erste Weltkrieg eine Katastrophe dar, die die Gesellschaft noch lange danach prägte.

Während des Krieges bemühten sich die Armeen, ihre Gefallenen zu begraben. Nach dem Kriegsende sah es jede Nation als Aufgabe, an ihre Toten zu erinnern und sie zu ehren. Dafür sind Landstriche in Frankreich "nationalisiert" worden, um den beteiligten Nationen die Möglichkeit zu geben, um ihre Soldaten zu trauern. Franzosen, Deutsche und Amerikaner bestatteten die Gefallenen in großen Nekropolen, wie z.B. auf dem Amerikanischen Friedhof von Meuse-Argonne in Romagne-sous-Montfaucon (Meuse) oder auf den französischen und deutschen Friedhöfen in Cerny-en-Laonnois (Aisne). Für die Briten betreute die Imperial War Graves Commission die Planung und Konstruktion von "Ehrenkreuzen", Gedenksteinen und Soldatenfriedhöfen.

Große nationale Gedenkstätten entstanden auch in Thiepval (Mémorial franco-britannique (Somme)), in Longueval in Erinnerung an die Südafrikanischen Truppen (Somme) oder in Vimy (Pas-de-Calais) mit der kanadischen Gedenkstätte. Australien gedenkt seiner Soldaten in Fromelles (Nord) und Villers-Bretonneux (Somme), die Amerikaner unterhalten Gedenkstätten in Montfaucon l’Hartmannswillerkopf (Haut-Rhin), Douaumont (Meuse), Dormans (Marne), Bellicourt und Château-Thierry (Aisne) sowie in Notre-Dame-de-Lorette (Pas-de-Calais).

Wiederaufbau

In den Regionen nahe der Front waren die Sachschäden beträchtlich, zahlreiche Gebiet sind vollständig zerstört worden. In Frankreich wurden mehrere hunderttausende Häuser zerstört ebenso wie 2,5 Millionen Hektar Land (Landwirtschaft). 62 000 Kilometer Straße, fast 2 000 Kilometer Kanäle und 5 000 Kilometer Eisenbahnstrecke waren unnutzbar.

Der Wiederaufbau hatte in der Nachkriegszeit höchste Priorität und zu Beginn der 1930er Jahre waren die Kriegsschäden in den Städten und der Landwirtschaft größtenteils behoben. Auf dem Land wurden die Schützengräben zugeschüttet. In den Städten wurden bezüglich des Wiederaufbaus sehr unterschiedliche Entscheidungen getroffen. So wurde das Stadtzentrum von Arras (Pas-de-Calais) rekonstruiert, während andere Gemeinden den Wiederaufbau für eine architektonische Neuorientierung nutzten. Beispiele sind die Markthallen Halles du Boulingrin in Reims (Marne) oder die Bahnhöfe von Lens (Pas-de-Calais), Saint-Quentin und in Soissons (Aisne), die im Art Déco-Stil gestaltet wurden.