Umweltfreundlicher Skiurlaub in Frankreich - nichts einfacher als das!

Umweltschutz ist nicht nur ein Thema in den Niederungen und Ebenen, sondern auch in den Bergen. Aus Sorge um den Landschaftsschutz haben die Verwalter der französischen Skigebiete Initiativen für „grüneres Skifahren“ ins Leben gerufen.

Skipässe inklusive kostenloser Shuttlebusse zur Verminderung des täglichen PKW-Verkehrs, Abfallsortierung und -recycling, Trockentoiletten auf der Piste, reduzierter Energieverbrauch, Verwendung von regionalem Saatgut zur Wiederbepflanzung der Standorte, Schutz der Biodiversität... all diese Maßnahmen sind in den französischen Wintersportorten Teil des Alltags. Entdecken Sie eine Zusammenfassung weiterer bemerkenswerter Umweltinitiativen, die bereits in den Bergen Frankreichs umgesetzt werden.

Snowfarming: Recyclen von altem Schnee

Die in den Nordischen Ländern weit verbreitete Technik des „Snowfarming“ hat auch in den französischen Alpen Einzug gefunden. Insbesondere in Grand Bornand, Courchevel, Val Thorens und in dem kleinen Skigebiet Bessans in der Savoie. Hier wird Schnee in erster Linie „geerntet“. Der Schnee der aktuellen Saison wird unterirdisch gelagert und mit einer 40 cm dicken Schicht Sägemehl oder einer speziell isolierenden Plane abgedeckt. Auf diese Weise bleibt er erhalten und kann in der nächsten Saison wiederverwendet werden. Im Idealfall wird der Schnee an einem sonnigen, windgeschützten Ort gelagert, der für Pistenraupen und Lastwagen leicht erreichbar ist und der sich unweit der Bereiche, in denen der Schnee wiederverwendet wird, befindet. Laut einer wissenschaftlichen Studie ist für die optimale Erhaltung eine Mindestseehöhe von 1.500 m unerlässlich. Mittels der Verdichtung, Isolierung und Verminderung des Luftstroms wird die Gefahr der Schneeschmelze verringert. Mehr als zwei Drittel des im Frühjahr gelagerten Schnees sind im folgenden Winter wiederverwendbar. Snowfarming ist eine ökologische Lösung, um dem unsicheren Winterwetter entgegenzuwirken und um das Risiko einer Schneeknappheit durch Klimaschwankungen zu reduzieren.

Im Skigebiet von Grand Bornand wurden 16.000 m3 Schnee eingelagert, um ideale Bedingungen für den Biathlon-Weltcup zu schaffen, und in Courchevel plant die Behörde auf diese Weise ausreichend viel Schnee für den reibungslosen Ablauf des Damen Ski-Weltcup sicherzustellen. In Bessans wird mittels Snowfarming die frühzeitige Eröffnung einer Loipe des Langlaufgebietes ermöglicht. Anfang November, rechtzeitig zu den französischen Herbstferien, ist es soweit. Und in Val Thorens werden Skifahrer von der Schneeernte profitieren, indem die umfangreichen jahreszeitlich bedingten Schneefälle genutzt werden, um möglichen unangenehmen Überraschungen im Folgejahr vorzubeugen.

Bioklimatisches Hotel, Ökounterkünfte und Biwaks...

Der französische Bergtourismus bietet ein vielfältiges Angebot an Unterkünften und Urlaubserlebnissen, die im Einklang mit der Natur stehen. Das Hotel La Croix de Savoie (Externer Link) in Carroz des Arâches ist das erste bioklimatische Hotel in der Region Auvergne-Rhône-Alpes. Die Eigentümer Edwige, Jean-Marc und Gaetan Tiret verfolgen einen in sich stimmigen ökologischen und bioklimatischen Ansatz. Dazu gehört die Verwendung von ökologischen Baumaterialien, erneuerbaren Energien, umweltfreundlichen Reinigungsprodukten sowie eine Speisekarte mit Bio- und Feinschmecker-Menüs. Für Gäste, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, bietet das Hotel sogar Vorzugspreise. Darüber hinaus ist die Erweiterung des ökologischen Ansatzes in Form einer Dachbegrünung des innovativen Hotels geplant.

Wir bleiben in der Savoie. Die hier ansässigen und mit dem Ökogütezeichen Ecogîtes (Externer Link) ausgezeichneten Gästezimmer und Ferienwohnungen erfüllen äußerst strenge Umweltanforderungen, darunter die Nutzung erneuerbarer Energien, energieeffizientes Recycling, nachhaltiges Wassermanagement und die Verwendung regionaler Baustoffe.

In Flumet - Saint Nicholas-la-Chapelle, in der Nähe von Megève und La Clusaz, bieten die Ecolodges „Entre Terre et Ciel“ (Externer Link) (dt. Zwischen Himmel und Erde) inmitten einer naturgeschützten Umgebung das ideale Umfeld, um den Alltagstress loszulassen und abzuschalten. Lauschen Sie dem Vogelgesang, dem Rauschen des Windes in den Bäumen, dem Sprudeln des naheliegenden Baches und verbringen Sie eine gemütliche Nacht in einem Baumhaus. Ein weiteres einzigartiges Abenteuer mitten in der Natur, nicht weit von Annecy entfernt, erwartet Sie bei Alpes Bivouac (Externer Link) . Lassen Sie sich von originellen Aktivitäten und ungewöhnlichen, umweltfreundlichen Unterkünften überraschen.

„Kleine“ Gesten im Alltag

Dank des umweltfreundlichen Ansatzes „Grünes Skifahren" entstehen neue umweltfreundliche Initiativen, die tagtäglich in den Skigebieten umgesetzt werden. Mittels Umweltmaßnahmen, wie zum Beispiel die Nutzung erneuerbarer Energien, Abfallsammelaktionen und energiesparende Aufzüge, wetteifern die französischen Skigebiete miteinander, um weitere Ideen zur Verringerung ihrer ökologischen Auswirkung zu entwickeln.

Hier sind einige Beispiele dazu: In Auris-en-Oisans (Isère) wurden drei Skilifte durch einen Sessellift ersetzt, welcher von einem 30 Jahre alten recycelten Motor angetrieben wird. In Avoriaz (Haute-Savoie) wurde die Fußgängerzone erweitert, Pferde und Kutschen werden als unterhaltsame Transportmittel eingesetzt, um sich im Dorf fortzubewegen und es wurde ein neuer ökologischer Schneepark eröffnet. In Alpe d'Huez wurden zwei Stromtankstellen für Elektrofahrzeuge aufgestellt. Darüber hinaus verfügt das Skigebiet auch über eine Pistenraupe mit Diesel-Elektro-Hybridantrieb, die bis zu 20 % weniger Kraftstoff verbraucht. Und ein Stück weiter südlich, in Orcières Merlettes (Hautes-Alpes), wurden aus Gründen des Vogelschutzes Hochspannungsleitungen in die Erde verlegt.

Wer sagt, dass Skivergnügen und Umweltschutz schwer miteinander zu vereinbaren sind?