Die 100 Leben des Hokusai im Grand Palais

Vom 01 Oktober 2014 bis zum 18 Januar 2015
  • "Unter der Welle im Meer vor Kanagawa" aus der  Bildserie „36 Ansichten des Berges Fuji"

    "Unter der Welle im Meer vor Kanagawa" aus der Bildserie „36 Ansichten des Berges Fuji"

    © Musées royaux d'Art et d'Histoires Bruxelles

  • Shinpen Shiko Garden

    Shinpen Shiko Garden

    © © Katsushika Hokusai Museum of Art / All rights reserved

Die 100 Leben des Hokusai im Grand Palais paris fr

Das Grand Palais in widmet dem japanischen Maler und Holzschnitzer (1760-1849) die größte Ausstellung, die jemals außerhalb seines Heimatlandes organisiert wurde.
Aufgrund der Empfindlichkeit des Trägermaterials (Papier oder Seide) einiger Werke Hokusaiswird die Ausstellung in zwei Abschnitte unterteilt (1. Oktober bis 20. November und 1. Dezember bis 18. Januar). In jedem Abschnitt werden 320 Werke vorgestellt, von denen 145 dauerhaft im Grand Palais verbleiben werden. Die Gemälde auf Seide und die Grafiken werden durch gleichwertige Stücke ersetzt. Dies gilt auch für die symbolträchtigen Werke wie die „Große Welle“, von denen mehrere Drucke vorgestellt werden.

Zahlreiche Identitäten

Von Katsukawa Shunro bis hin zu Gakyo Rojin Manji („der vom Malen besessene Greis") - Hokusai wechselte im Laufe seiner langen Karriere (er starb im Alter von 89 Jahren) häufig seine Identität. Man zählte insgesamt rund 17 Hauptsignaturen, deren Wechsel zuweilen mit dem Übergang von einem Malstil zu einem anderen Malstil oder zu einem neuen Statut einhergingen. Zu seinen wichtigsten künstlerischen Identitäten zählten Sori, Taito oder Itsu, unter welchem Namen er seine berühmtesten Werke wie die „36 Ansichten des Berges Fuji"
erschuf.

Ein beträchtliches Produktionsvolumen;

Grafiken, gedruckte Bücher, Schulbücher, Gemälde, Kalender, Holzschnitte, Malbücher, Fächer... Hokusai war ein ertragreicher Künstler. Er hinterließ über 30 000 Werke, von denen in Japan viele als nationales Kulturgut betrachtet werden, sowie tausende Skizzen. Sein im Westen bewunderter Skizzenband „Hokusai Manga", zählt nicht weniger als 15 Bände.

Bestiarium

Karpfen, Kormoran, Maus, Affe, Fuchs... Das Werk Hokusais wimmelt von zuweilen realistisch und häufig auch symbolisch skizzierten Tieren. Der Karpfen steht für Durchhaltevermögen und die Schildkröte für Bodenhaftung im Gegensatz zum Kranich, der die Bindungslosigkeit verkörpert. Der Künstler interessierte sich auch für so unauffällige Tiere wie die Krabbe oder die Holothuroidea (Seegurke)...

Die Welt von Edo

Hokusai reiste quer durch Japan und zog 93 Mal um, doch er kehrte immer wieder in die Nähe der Stadt Edo und des Flusses Sumida zurück. Edo wurde 1603 zur japanischen Hauptstadt und 1868 in Tokio umbenannt. Am Ende des 18. Jh. zählte die Metropole 1,3 Millionen Einwohner und prägte die übrigen Regionen Japans. Diese große Handelsstadt faszinierte Hokusai, der es verstand, sämtliche Aspekte ihres lebhaften Alltags nachzuzeichnen.

Enzyklopädie

Bauern auf den Reisfeldern, Kurtisanen aus Edo, Figuren aus Märchen und Legenden, Pflanzen und Landschaften: Ihm schien kein Aspekt der japanischen Welt entgehen zu dürfen. Seinen zwischen 1814 und 1878 veröffentlichten Skizzenband („Hokusai Manga") konnte man als Enzyklopädie Japans bezeichnen. Ihn interessierte ausnahmslos alles, ob es nun die Beschaffenheit der Äste von Bäumen oder die Figuren der Kampfkunst waren – sein Interesse reichte sogar bis hin zu den banalsten Sachen wie ein Grimassenrepertoire.

Das große Blau

Unter der Welle im Meer vor Kanagawa", eine der Grafiken der Bildserie „36 Ansichten des Berges Fuji", ist das bekannteste und am häufigsten kopierte Werk von Hokusai. Das Thema der Welle kehrt regelmäßig in seinem Werk wider, wobei
es jedoch sehr unterschiedlich behandelt wird. „Unter der Welle..." ist auch das Symbol der „blauen Revolution“. Ab 1829 verwendete Hokusai häufig Preußisch-Blau, ein strapazierfähiges Farbpigment, das einige Jahre zuvor durch die Holländer in Japan eingeführt wurde. „Die Ansichten des Berges Fuji", bei denen er die Blauschattierungen intensiviert, zeugen dermaßen stark von dieser Begeisterung, dass bestimmte Ausgaben komplett in blau veröffentlicht wurden.

Japonismus

Die Entdeckung der japanischen Kunst und insbesondere der „Mangas“, bedeutete für das künstlerische Frankreich von 1850 einen kulturellen Schock. Hokusai inspirierte Degas,Toulouse-Lautrec, Gustave Moreau und Claude Monet, der 23 Grafiken des Meisters besaß, sowie Camille Claudel, dessen Skulptur „Die Badenden“ unmittelbar von der „Welle“ inspiriert zu sein scheint. Hokusai übte auch großen Einfluss auf die dekorativen Künste aus, und hierbei insbesondere auf den Glasmacher Emile Gallé, den Wegbereiter des Jugendstils.

Praktische Informationen

Öffnungszeiten

  • Montags: 10 bis 20 Uhr
  • Dienstags: geschlossen
  • Mittwochs, donnerstags, freitags: 10 bis 22 Uhr
  • Samstags: 9 bis 22 Uhr
  • Sonntags: 9 bis 20 Uhr

Eintrittspreise

13€ bzw. 9€ (Studenten und Gruppen)

Anfahrt

Der Grand Palais ist mit den Metrolinien 1 und 13 (Haltestelle Champs-Élysées – Clemenceau) sowie mit den RATP-Buslinien 42 und 73 erreichbar.

Kontakt

Grand Palais, Galeries Nationales
3, avenue du Général Eisenhower
75008 Paris

Dauer

01. Oktober 2014 bis 18. Januar 2015

Preise

13 €, ermäßigt 9€

Sehenswert

Kalender

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