Ali Kazma in der Galerie Jeu de Paume in Paris

Vom 17 Oktober 2017 bis zum 21 Januar 2018
  • Calligraphy aus der Serie Resistance (2013)

    © Ali Kazma

    Calligraphy aus der Serie Resistance (2013)

    © Ali Kazma

Ali Kazma in der Galerie Jeu de Paume in Paris Place de la Concorde 75008 Paris fr

Unter dem Titel  « Souterrain », gibt der Videokünstler Ali Kazma vom 17. Oktober 2017 bis zum 21. Januar 2018 einen Überblick über seine Arbeit der letzten 10 Jahre.

1971 in Instanbul geboren, bestand Ali Kazma 1998 in New York das Diplom der New School. Bis zum Jahre 2000 lebte und arbeitete er hauptsächlich in Istanbul. Seine Videos und Bilder entstehen an Orten auf der ganzen Welt und zeigen die menschliche Fähigkeit, die Welt nach seinen Vorstellungen zu verändern. 

Evolution der zeitgenössischen Welt

Kazma interessiert sich für Fragen nach dem Sinn der menschlichen Aktivität in der modernen Welt. Jede seiner Arbeiten konzentriert sich dabei auf einen anderen Bereich (Soziales Zusammenleben, Ökonomie, Industrie, Medien, Kunst) der Moderne und untersucht diesen auf Veränderungen und Anpassungen. So entsteht nichts anderes als ein umfangreiches Archiv menschlichen Wirkens.

Mit seinen Arbeiten will Kazma an der Komplexität der Welt teilhaben und einen ästhetischen und ethischen Diskurs eröffnen.

Seit dem Beginn seines Wirkens hat Kazma mehr als 60 Filme gedreht, darunter zwei große Serien mit den Titeln Obstructions und Resistance. Die Ausstellung zeigt zwanzig ausgewählte Videos, wobei zwei extra zu diesem Anlass entstanden sind, sowie eine Veröffentlichung seiner Fotografien in Buchform.

Eine eindringliche Erfahrung

Die großflächige Projektion der Videos im Rahmen der Ausstellung in der Galerie Jeu de Palme lässt den Betrachter vollständig in die gezeigten Welten eintauchen.

In den beiden Arbeiten Absence (2011) und Safe (2015) zeigt sich, ebenso wie in den eigens für die Ausstellung entstandenen Videos Mine und North, das besondere Interesse des Künstlers für Orte, die in einem speziellen historischen Kontext stehen.  Alle genannten Filme zeigen Orte, die zunächst durch Menschen erobert und gewissermaßen beschlagnahmt wurden, um dann schließlich aufgegeben und zurückgelassen zu werden. Mine wurde in einer ehemaligen Salpeter-Mine in der chilenischen Atacama-Wüste gedreht. Die Mine wurde Ende der 1930er Jahre geschlossen und in den 1970er Jahren als Arbeitslager für Gegner des Pinochet-Regimes genutzt. Das Video beschreibt die Lebensfeindlichkeit und Einsamkeit des Ortes.

Dem gegenüber steht der Film North. Er entstandt in einer ehemaligen Kohlemine auf Spitzbergen. Auch sie wurde geschlossen und repräsentiert damit gewissermaßen die wechselvolle geopolitische Geschichte der Region rund um den Nordpol, die insbesondere vom Untergang der Sowjetunion beeinflusst wurde.

Kazma wählt die Orte bewusst nach ihrem historischen, sozialen, politischen und, nicht zuletzt, ästhetischen Potential aus und verdeutlicht neben dem Einfluss des Menschens auch, was Abwesenheit bedeuten kann.

Adresse

Jeu de Paume
1 Place de la Concorde
75008 Paris
Metro: Concorde (Linie 1, 8, 12)

Dauer

Vom 17. Oktober 2017 bis 21. Januar 2018

Preise

  • Eintritt: 10€
  • Ermäßigt: 7,50€

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