Turm Jeanne d'Arc - Donjon von Rouen

  • Turm Jeanne d'Arc

    Turm Jeanne d'Arc

    © Département de la Seine-Maritime

  • Das Schloss von Rouen mit dem Turm Jeanne d'Arc in seiner ursprünglichen Pracht

    Das Schloss von Rouen mit dem Turm Jeanne d'Arc in seiner ursprünglichen Pracht

    © Département de la Seine-Maritime

Turm Jeanne d'Arc - Donjon von Rouen 76000 ROUEN fr

Die Geschichte um Jeanne d'Arc begann am 19. Januar 1419, mitten im Hundertjährigen Krieg (1337-1453). Zu dem Zeitpunkt eroberte der aus England stammende König Heinrich IV. die Stadt Rouen und besetzte die Normandie, den Norden von Frankreich bis hin zur Loire.

Johanna von Orléans war eine Bauerntochter aus Lothringen und mit zarten 13 Jahren behauptete sie von höheren Mächten den Auftrag erhalten zu haben, gegen die Engländer kämpfen zu müssen. Nach einigen siegreichen Kämpfen fiel Johanna von Orléans jedoch Intrigen zum Opfer. Die Freiheitskämpferin wurde verurteilt und am 20. Mai 1431 am Place du Vieux-Marché auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Erst Jahre später, im Jahr 1449, konnte Frankreich durch Karl VII. zurückerobert werden.

Der Turm

Der Turm Jeanne d'Arc bildet als Donjon die einzigen Reste der Anfang des 13. Jh. erbauten Burg. In dieser Burg wurde Jeanne d'Arc im Jahr 1431 von den Richtern verhört, aber eingesperrt wurde sie in einem anderen Turm, den es heute nicht mehr gibt. Am 30. Mai 1431 wurde die gerade einmal 19 jährige Johanna von Orléans auf den Scheiterhaufen geworfen und wurde lebend verbrannt.

Der Turm selbst ist 35 Meter hoch, hat einen Durchmesser von 15 Metern und 4 Meter dicke Wände. Er ist damit ein typisches Beispiel des zylindrischen Donjons des 13. Jahrhunderts.

Außenmauer

Um den Turm herum befindet sich ein Graben, der einst eins der wichtigsten Befestigungsanlagen war, dass das Schloss beschützte.

Über dem Eingangstor ist ein Teil des Pfeils der Zugbrücke, die einst Zugang zum Turm gewährte, heute noch vorhanden.

Auf der Fassade sind auch noch an die Wände gemalte Tarnfarben zu sehen. Diese wurden von der deutschen Besetzung während des Zweiten Weltkriegs auf die Mauern gemalt. Die Mauern waren bis zu 4m breit und dienten somit als grandioser Schutzort, den die Deutschen Truppen als Bunker nutzten.

Erdgeschoss

In diesem Saal, auch "salle basse" genannt, wurde Jeanne d'Arc am 9. Mai 1431 gefoltert. Dieses historisches Ereignis ist wahrscheinlich ein Grund weshalb der Turm nach der Nationalheldin benannt wurde.

Das Erdgeschoss ist besonders der militärischen Architektur von Philippe Auguste gewidmet und zeigt ein Modell des im 13. Jahrhundert erbauten Schloss von Rouen.

Die runde Treppe, die in die oberen Stockwerke führt, ist besonders eng, Tageslicht fällt nur durch eine schmales Fenster hinein.

Erster Stock

Beim Bau des Turms wurde dieser Raum mit Kreuzrippengewölbe gebaut. Zum Zeitpunkt der Wiederherstellung konnte der Raum leider nicht originalgetreu wieder aufgebaut werden. Die Steinbänke allerdings sind noch im originalen Zustand. Diese bieten einen bequemen Platz um sich auszuruhen.

Zweiter Stock

Dieser Raum wurde im 19. Jahrhundert wieder aufgebaut. Wie im ersten Stock, soll dieser Raum ursprünglich mit einem Kreuzrippengewölbe bestückt sein.

Dritter Stock

Unter dem pfefferroten Dach erscheint das imposante Bauwerk des 19. Jahrhunderts, das 1984 restauriert wurde. Der letzte Raum des Turms wird durch eine 2,40 m dicke Betonplatte geschützt, die von den Deutschen während des Zweiten Weltkriegs festgelegt wurde, um den Turm gegen Bombardierung zu schützen.

Neues Konzept: Escape Game statt Museum

Bis September 2016 war in diesem Turm eine Dauerausstellung zur Geschichte Jeanne d'Arcs und des Château de Rouen angesiedelt. Diese wurde Ende 2016 entfernt.

Der Turm wird ab 2017 kein klassisches Museum mehr sein. Vielmehr finden in ihm so genannte Escape Games statt.

Ein neues, innovatives Besucherkonzept soll alle Besuchergruppen ansprechen und die Geschichte von Rouen und ihrer Persönlichkeiten näher bringen. Vor allem sollen aber Veranstaltungen und spielerische Erfahrungen im Vordergrund stehen. Daher wird im Donjon ab April 2017 das erste historische und kulturelle Escape Game der Normandie Einzug halten. 

Der Turm kann dennoch im Rahmen von Führungen des Fremdenverkehrsamtes besichtigt werden.

Escape Game

Bei diesem Spiel geht es darum, in einer bestimmten Zeit aus einem Raum zu entkommen. Um dies zu erreichen muss eine Reihe von Rätseln gelöst werden, bei der die Mitspieler ihre Schnelligkeit, Logik und Teamgeist unter Beweis stellen müssen. Das Spiel kann mit 3 bis 10 Personen gespielt werden.

Das Spielkonzept erlaubt es, das Monument auf eine originelle Weise zu entdecken - anders als bei klassischen Führungen, denn hier ist der Besucher gleichzeitig Akteur seines Besuchs. Die Spieler müssen verschiedene Hinweise in den verschiedenen Sälen des Turms nachgehen und eine Reihe von Rätseln lösen, die die einzelnen Türen zu den Sälen öffnen. Ein Spielleiter beobachtet die Spieler von außerhalb und gibt - falls notwendig - Hinweise zur Lösung der Rätsel.

Die Hinweise und Rätsel zeigen dabei bildhaft die Geschichte der Stadt Rouen. In der ersten Saison 2017 dreht sich das Szenario um das Mittelalter zur Zeit von Philippe Auguste.

Öffnungszeiten

8. April bis 1. Oktober 2017:

  • Mittwoch und Sonntag: 14 - 20.30 Uhr
  • Donnerstag, Freitag: 16.30 - 23 Uhr
  • Samstag: 14 - 0 Uhr

Preise

Für ein Spiel von 60 Minuten, für 3 bis 8 Spieler: 92 € - 105 €

Sprache des Spiels: Französisch, Englisch

Anfahrt

  • Linie Fast F2 Haltestelle Square Verdrel
  • Bus: 5, 8, 11, 13 Haltestelle Square Verdrel oder 8 Haltestelle Gare
  • Station Cy'Clic Gare, Square Verdrel / Beaux Arts
  • Métro (U-Bahn): Haltestelle Gare Rue Verte

Adresse

Le Donjon de Rouen
Rue Bouvreuil
F - 76000 Rouen
E-mail: reservation@donjonderouen.com

Sehenswert