Sehenswürdigkeiten in der Provence

  • Blick auf Marseille, im Hintergrund die Frioul-Inseln

    Blick auf Marseille, im Hintergrund die Frioul-Inseln

    © Provence-Alpes-Côte d'Azur Tourisme - V. Toche

  • Brunnen Rotonde in Aix-en-Provence

    Brunnen Rotonde in Aix-en-Provence

    © CRT Provence-Alpes-Côte d'Azur - M. Raynaud

  • Amphitheater in Arles

    Amphitheater in Arles

    © CRT Provence-Alpes-Côte d'Azur - R. Schetter

  • Brücke Saint Bénezet in Avignon

    Brücke Saint Bénezet in Avignon

    © CRT Provence-Alpes-Côte d'Azur - C. Chillio

  • Rebstöcke am Berg Sainte Victoire

    Rebstöcke am Berg Sainte Victoire

    © Tourisme Provence-Alpes-Côte d'Azur - P. Carrese

  • Lavendelfeld bei Valensole

    Lavendelfeld bei Valensole

    © CRT Provence-Alpes-Côte d'Azur - P. Carrese

Sehenswürdigkeiten in der Provence valensole fr

Marseille

Die mit ihrer mehr als zweitausendjährigen Geschichte älteste Stadt Frankreichs erscheint zugleich auch als die jüngste. Nicht nur wegen der unbeschwerten mediterranen Leichtigkeit, mit der man hier das Leben angeht. Auch die hypermoderne Architektur internationaler Stararchitekten (Viertel Euromediterranee), die anlässlich der Funktion als europäische Kulturhauptstadt 2013 von Marseille-Provence entstand, verhalf der Metropole zu neuer Frische. Doch auch wer Historisches der Moderne vorzieht, ist in Marseille richtig. Das einst berüchtigte Altstadtviertel Panier lädt mit seinen engen Gassen zu einem Spaziergang ein. Die dort ansässigen kleinen Bars und Restaurants aus aller Welt bezeugen Marseille's Rolle als Schmelztiegel der Nationen. Trotz urbaner Lebendigkeit kommt hier aber auch die Natur zu ihrem Recht. Der kürzlich eingerichtete Nationalpark der Calanques, der diese phantastische Küstenlandschaft unter Schutz stellt, reicht bis ins Stadtgebiet von Marseille. Ein reizvoller Bootsausflug zum Château d’If auf dem Frioul-Archipel in der Bucht vor Marseille führt in die spannende Romanwelt der Grafen von Monte-Christo. Spätestens wenn man dann abends am Alten Hafen mit Blick auf die Kathedrale Notre-Dame de la Garde nach dem obligatorischen Pastis die Bouillabaisse serviert bekommt, erliegt man dem Charme der Hafenstadt wohl endgültig.

Aix-en-Provence

Zeit seines Lebens bildete seine Geburtsstadt und ihre reizvolle Umgebung das künstlerische Zentrum des Malergenies Paul Cézanne. Wer heute auf seinen Spuren von der Rotonde mit ihren beeindruckenden Wasserspielen aus an den Stadtvillen des Cours Mirabeau vorbeiflaniert, versteht warum. Bis in die Gegenwart ist Aix-en-Provence eine Stadt der Künste und Künstler geblieben und beherbergt in imposanten Adelspalais Kunstsammlungen. Unter den zahlreichen Mussen lockt unter anderem das Musée Granet, welches als eines der schönsten Museen des ganzen Landes gilt. Angelockt werden Kulturfreunde auch durch den vollen Veranstaltungskalender der Stadt. Alljährlicher Höhepunkt ist das Internationale Festival lyrischer Musik im Juli. Wie kaum eine andere Stadt schafft Aix-en-Provence außerdem den Spagat zwischen Historie und Moderne. Während Altstadtviertel wie das Mazarin-Viertel zu einem Ausflug in das 17. Jahrhundert einladen, warten in dem erst 2007 eröffneten Quartier "Les Allées Provençales" zahlreiche Boutiquen sowie das zeitgenössische Tanzzentrum Centre Chorégraphique National und das Grand Théâtre der Provence Besucher. Für das leibliche Wohl sorgen eine facettenreiche Gastronomie und die Weine der nahen Umgebung. Wer Stadt und Bewohnern in farbenfrohen Dekor besonders nahe kommen möchte, der bummelt über den täglich stattfindenden Markt.

Magisches Arles

Sein Meisterwerk „Caféterrasse am Abend“, das Vincent van Gogh 1888 in Arles malte, bringt es wundervoll zum Ausdruck: diese faszinierende Mischung aus dem Charme des Südens und dem Geheimnis einer mehrtausendjährigen Geschichte. Die Römer nannten die Stadt am Rhône-Ufer „das kleine Rom“. Das mächtige Amphitheater, gerade restauriert, erinnert an diese Zeit. Ebenso das ehemalige Theater gleich nebenan. Auch die zwei Jahrtausende danach haben reiche Spuren, u.a. in Form von zahlreichen durch die UNESCO zertifizierten Denkmälern hinterlassen, die man auf einem Stadtrundgang bequem erreicht. Das bedeutendste Bauwerk der Stadt aber ist die im 12. Jahrhundert erbaute Kirche Saint Trophime. Wenn man sich dann nach den urbanen Treiben ein Moment der Ruhe gönnen möchte, dann liegt die weiter Ebene der Camargue mit ihren rosa Flamingos und wilden Stierherden gleich vor den Stadttoren. Von Arles werden etliche Ausflugsprogramme in das Naturschutzgebiet angeboten. Übrigens: Das vom holländischen Malergenie van Gogh verewigte Café gibt es seit ein paar Jahren aufs Neue. Und seine nicht minder berühmte „Brücke von Arles“ gab es zwar immer noch. Sie wurde 1999 allerdings komplett restauriert.

Avignon - Die Stadt der Päpste

Von 1335 bis 1430 war die bis dahin beschaunliche Stadt Avignon Sitz der Päpste. Die Spuren der Geistlichen sind mit dem Papstpalast, der in "Vieux Palais" und "Palais Neuf" unterteilt wird, auch heute noch deutlich sichtbar. Doch die historische Papststadt ist bei Weitem nicht die einzige Sehenswürdigkeit der Stadt. Genannt werden muss natürlich die Saint-Bénezet-Brücke, besser bekannt als "Pont d'Avignon", die zusammen mit Papstpalast und mittelalterlicher Stadtmauer zur Liste des UNESCO-Weltkulturerbes gehört. Auch abseits der großen Geschichte lockt Avignon die Besucher, nicht zuletzt mit kulinarischen Genüssen. Immerhin liegt Avignon im Weingebiet des Rhône-Tals und produziert so berühmte Weine wie den Châteauneuf-du-Pape! Berühmt ist auch das jährlich stattfindene Theaterfestival Festival d'Avignon, einem der weltweit bedeutendsten Festivals für zeitgenössische Theaterkunst. 

Saint-Tropez

Wer Saint-Tropez hört, denkt zunächst an Jet-Set und Berühmtheiten wie Brigitte Bardot. Und, in der Tat: das kleine Fischerdorf im Departement Var ist noch immer ein Idyll für die Reichen und Schönen. Aber eben nicht nur, denn abseits der "Hotspots" und dem berühmten Yachthafen bietet es authentischen, mediterranen Flair und eine Kunstszene mit langer Tradition. Schon im 19. Jahrhundert zog es Maler wie Paul Signac oder Henri Matisse nach Saint-Tropez, im 20. und 21. Jahrhundert folgten Künstler wie David Hockney und Bernard Buffet, die dem Städtchen und dem unvergleichlichen Licht der Provence ein Denkmal setzen. An die Geschichte des Örtchens erinnert auch das Museum für Seefahrts- und Ortskunde in der Zitadelle (La Citadelle), die auf einem Felsem gelegen die Stadt überragt. Wer einen Tag im mehr oder minder kühlen Nass des Mittelmeers bevorzugt, kann die Seele an den Stränden der Küste baumeln lassen. Der berühmteste unter Ihnen, der Strand von Pampelonne, vereinigt auf 4,5 km Länge beide Welten der Provence: der hinteren Bereich gehört den Luxushotels, während der vordere für Jedermann frei zugänglich ist und als "bemerkenswerte Naturlandschaft" dem Naturschutz untersteht. 

Die Weine der Provence

An der Straße stehen Hinweisschilder wie Côtes de Provence, Coteaux Varois en Provence, Coteaux d’Aix-en-Provence, Bandol, Cassis, Palette, Beaux de Provence et Bellet. Auch ohne Navigationssystem weiß man so, dass man sich auf der provenzalischen Weinstraße befindet. Oder genauer: auf einem der knapp 40 thematischen Teilstücke, die sich dem köstlichen Wein in der Provence widmen. Auch wenn ein Großteil der Weinproduktion hier den frischen, jungen Rosés gewidmet ist, die kraftvollen Roten Côtes-du-Rhône aus Châteauneuf-du-Pape, Gigondas, Vacqueyras oder Rasteau zählen in den einschlägigen Weinbibeln oft zur absoluten Spitzenklasse. Zu ihnen findet man auf der Weinstraße der Côte-du-Rhône. Wer den Weintourismus dann endgültig bis zur Perfektion treiben möchte, der übernachtet auf einem der zahlreichen Weingüter, die gleichzeitig als Hotel fungieren oder über Gästezimmer verfügen. Manchmal sogar über Wellnessbereiche mit Anwendungen auf Weinbasis.

Lavendel

Wie kaum etwas anderes stehen das Violett des Lavendels und dessen intensiver Duft als Inbegriff der Provence. Selbst wenn man ihn nur in den Hochlagen der Region und dann auch nur in der Periode zwischen Juni und Ende Juli antrifft. Meist beginnt die Ernte, die heute kaum noch mit der traditionellen Sichel sondern maschinell erfolgt, sogar schon nach dem französischen Nationalfeiertag am 14. Juli. In Zeit der Blüte erleben etwa die Ebene von Sault, die Hochfläche der Vaucluse, die Umgebung von Apt und Roussilon und große Teile der Haute-Provence bis zu den Alpenausläufern ein Fest der Farbe und Düfte. Danach begegnet man dem Lavendel in anderer Form. Auf Festen, in Destillerien, bei Parfümherstellern, auf Märkten oder in Museen. Dorthin führen die sechs auch landschaftlich überaus reizvollen „Lavendel-Routen“. Oder man ersteht ihn auf den pittoresken Märkten als Seife, ätherischem Öl oder Natur-Kosmetik.

Mont Ventoux und Luberon

Nicht erst seit an seiner steilen Südwest-Seite Radsportgeschichte geschrieben wird, ist der Mont Ventoux, „Riese der Provence“ (1909 Meter) mit seiner charakteristischen schneeweißen Gipfelregion aus Kalkstein ein magischer Anziehungspunkt für Reisende, Dichter und Maler. Schon der italienische Poet Francesco Petrarca stieg im Jahr 1336 hinauf und empfand das als durchaus anstrengend. Dabei lohnt die Mühe allemal, egal ob man den Gipfel nun mit Schnürschuhen, im Fahrrad- und Motorradsattel oder mit dem Auto in Angriff nimmt. Denn von hier aus bietet sich ein überwältigender Blick über große Teile der Provence, das Rhône-Tal und die Alpen bis hin zum Mont-Blanc. Zu Füßen des Ventoux auf der Südseite liegen die Ebene von Sault mit ihren weiten Lavendelfeldern und die felsigen Täler des Luberon. Hier sehen Sie die Provence quasi im Ur-Zustand mit Bilderbuch-Orten wie Roussillon (Ockerbrüche), Gordes und Ménerbes sowie der mächtigen Abtei von Sénanque. Wegen ihrer reichen Fauna und Flora erklärte die UNESCO den regionalen Naturpark des Luberon zum Welt-Biosphären-Reservat

Der Grand Canyon du Verdon

Man muss nicht erst von der Atuby-Brücke am Bungee-Seil 180 m in die Tiefe springen, um im Canyon des Verdon Adrenalinschübe in den Adern zu spüren. Die Aussichtspunkte auf der „Corniche Sublime“ bieten ebenso phantastische wie schindelerregende Blicke auf den Fluss, der sehr, sehr weit unten smaragdgrün seinen Lauf nimmt. 21 Kilometer lang und bis zu 700 Meter tief schneidet sich dieser gewaltigste Canyon Europas durch die provenzalischen Alpen. Dabei bietet die Schlucht, die zum Regionalen Naturpark des Verdon gehört, auch das spektakuläre Terrain zahlreicher Sportarten wie Felsklettern, Paragliding, Drachenfliegen, Wildwasserschwimmen, Kanu, Kajak oder Rafting. An seiner Mündung liegt mit dem Lac de Sainte-Croix der zweitgrößte französische Stausee, ebenfalls ein beliebtes Wassersportrevier.

Mythische Alpenpässe

Radsport-Dramen wurden hier geschrieben und Triumpfe gefeiert… Nicht weniger als sieben „mythische“ Pässe gehören zu den provenzalischen Alpen. Jene legendären „Hors Catégorie“ bei der Tour de France, bei denen Radsportfans in aller Welt feuchte Hände bekommen. Der Galiber (2645 m) gehörte bereits 59-mal dazu. Danach erwartet dessen „Nachbar“, der Col du Lautaret die Radsportler. Kein Geringerer als Fausto Coppi gewann 1951 die Etappe auf dem Col de Vars (2108 m). Auch der Col d’Izoard (2361 m) zwischen Briançon und Château-Ville-Veille gehört zu den Tour-Klassikern. Auf dem Col d’Allos (2247 m) hob 1975  der Baron Edouard Louis Joseph Merckx, genannt „Eddy“, die Arme zum Siegerjubel. Dass die Straße zum Col de la Bonette (2715 m) an der Grenze zu Italien teilweise durch den Nationalpark des Mercantour führt, interessiert die Tour-Profis wohl weniger als Naturliebhaber unter den Hobbysportlern. Auch der Col de la Cayolle (2326 m) bereicherte schon mehrfach die Karte der Tour. Diese Pässe erschließen Regionen, wo auch Mountainbiker ideale Pisten finden. Und zum Teil Wintersportparadiese. Dann allerdings wegen der alljährlichen Wintersperre mit der Seilbahn. Natürlich sind diese Strecken – und viele andere in der Provence - auch für Motorradfahrer wahre „Sahnestückchen“.

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