Rundgang im Bois-le-Prêtre in Montauville

  • Der Wald Bois-le-Prêtre

    Der Wald Bois-le-Prêtre

    © Anais Stevan

Rundgang im Bois-le-Prêtre in Montauville montauville fr

Vom Militär-Friedhof Pétant in der lothringischen Gemeinde Montauville (35 km südlich von Metz) aus, erreichen Sie nach 1,3 km den Wald Bois le Prêtre, wo sich zwischen 1914 und 1915 deutsche und französische Soldaten blutige Kämpfe lieferten. Die Schützengraben lagen dabei so nahe beieinander, dass die Distanz an gewissen Stellen gerade 20 Meter betrug, was häufig zu Zweikämpfen zwischen den feindlichen Soldaten führte. Darüber hinaus kamen hier auch Minen und Giftgas zum Einsatz. Die Verluste waren auf beiden Seiten so groß, dass die deutschen Soldaten den Wald auch "Witwenwald" nannten.

Erinnerungsstätten im Bois-le-Prêtre

Heute bietet der Wald interessante Wanderrouten, die viel von der bewegten Geschichte der Region erzählen. Eine dieser Routen führt Sie nahe am sehenswerten Haus sowie der Quelle von Père Hilarion (der Name geht zurück auf einen Eremiten, der hier im 18 Jahrhundert gelebt haben soll) und am Monument Croix des Carmes vorbei bis zum zerstörten Dorf Fey-en-Haye. Das Monument Croix des Carmes, ein Werk von Victor Prouvé, wurde zwanzig Meter entfernt von einem alten Holzkreuz errichtet, das noch aus der Zeit der Ordengemeinschaft der Unbeschuhten Karmeliten von Pont-à-Mousson stammte. Die Ordensbürder bewirtschafteten damals den Wald und gaben ihm auch seinen Namen (dt. "Priesterwald").

Das Dorf Fey-en-Haye stand 1914/195 im sogenannen "No man's land", also in einem Gebiet zwischen zwei Frontenlinien. Es wurde durch Kampfhandlungen und Artillerie vollständig zerstört, erst nach Kriegsende wurde einige Kilometer entfernt eine neue Gemeinde aufgebaut. 

Ebenfalls im Wald Bois-le-Prêtre befindet sich auch das Werk des Bildhauers Gaston Deblaize "Borne de Terre sacrée". Der Veteran des 356. Infanterie-Regiments kehrte nach dem Krieg auf die Schlachtfelder, die er kannte, zurück. Er beschloss, für jeden dieser Schauplätze Marksteine zu schaffen. Auf diesen Marksteinen sind die Namen der Schlachtfelder vermerkt und jede der 6 Steine enthält einen Kasten mit Erde von den wichtigsten Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs. Errichtet wurden die Marksteine auf dem Friedhof Cimetière des Invalides in Paris, dem Friedhof Arlington in den USA, auf der Insel Guernic vor Quiberon, in Cinq Mars la Pile, in Ajaccio, Meures und am Standort Patte D'Oie im Bois-le-Prêtre.

Praktische Informationen

Montauville liegt zwischen Nancy und Metz. Mit dem Auto erreichen Sie die Gemeinde über die A 31. Der nächste Bahnhof ist die 2 km entfernte Station von Pont a Mousson.

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