Kathedrale Saint-Denis

  • Im Inneren der Kathedrale von Saint-Denis

    Im Inneren der Kathedrale von Saint-Denis

    © Renata Sedmakova_Shutterstock

  • Glasfenster Kathedrale Saint-Denis

    Glasfenster Kathedrale Saint-Denis

    © Renata Sedmakova_Shutterstock

  • Östliche Seite der gotischen Kathedrale Saint Denis

    Östliche Seite der gotischen Kathedrale Saint Denis

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Kathedrale Saint-Denis saint-denis fr

Sie gilt als Wiege der Gotik und wichtigste Grabstätte der fränkischen und französischen Könige: die ehemalige Abteikirche und heutige Kathedrale Saint-Denis im gleichnamigen Pariser Vorort. Geweiht ist sie dem Heiligen Dionysius, der – so will es die Legende – nach seiner Enthauptung auf dem Montmartre seinen Kopf unter den Arm nahm und sechs Kilometer nach Norden lief, wo er tot zusammenbrach. Hier wurde Dionysius, der erste Bischof von Paris, begraben. An gleicher Stelle wurde 475 eine Kirche errichtet, die mit den Jahrhunderten immer mehr Ruhm erlangen sollte.

Westbau und Chorumgang der heutigen Kathedrale wurden an Stelle ihrer Vorgängerbauten im 12. Jahrhundert unter dem Abt Suger begonnen. Damals war die Kombination von hoch aufstrebenden Pfeilern, Kreuzrippengewölben und Spitzbögen, die St. Denis auszeichnet, ein
architektonisches Novum, das eine ganze Epoche einläuten sollte: die Gotik. Hier an der Kathedrale St. Denis, seit 1862 offiziell als „monument historique“ von größter kulturhistorische Bedeutung klassifiziert, konnte sich dieser Stil bis zu seiner Vollendung entwickeln. Das zeigt sich vor allem im Quer- und Langhaus sowie im Hochchor, die im 13. Jahrhundert im hochgotischen Stil erbaut wurden.

„Lucerna“ nannte man die Abteikirche auch, die aufgrund der aufstrebenden gotischen Architektur vom Licht auf bislang ungeahnte Weise durchflutet wurde. Die hohen Fenster sind so ausgerichtet, dass das Licht ungehindert zum Mittelpunkt des Chores strahlt, wo sich der Altar befand. Als Erscheinung des Göttlichen und Symbol der Wiederkehr Christus verstanden, kam dem Licht eine bedeutende Rolle zu. Man kann sich gut vorstellen, wie sehr die neue Bauweise mit ihrer Höhe und ihrer filigranen Struktur die Menschen der damaligen Zeit beeindruckt haben muss. Noch heute wandert man als Besucher lange in der Kathedrale umher und entdeckt dabei immer wieder neue, faszinierende Details. Als besonders sehenswert gelten u. a. die Fenster im Chorraum sowie die Darstellung des Jüngsten Gerichts über dem Hauptportal.

Unbestritten ist die Kathedrale Saint-Denis eine mehr als würdige Stätte für die Grablegung der französischen Könige. Sie sind nahezu ausnahmslos hier bestattet worden. Nur Ludwig XVI, der der Revolution zum Opfer fiel, fehlt. Überhaupt hat die
Nekropole sehr gelitten unter der Revolution. Die Gräber wurden geöffnet, die in den Sarkophagen verborgenen Bleisärge zu Munition verarbeitet und die Gebeine verschleppt oder in Massengräbern verscharrt. Erst nach Wiedereinsetzung der Bourbonen konnten die Grabmäler, soweit dies noch möglich war, unter Ludwig XVII. wieder errichtet werden. Doch die königlichen Gebeine wurden, da eine eindeutige Zuordnung nicht mehr möglich war, in einem Seitenraum der Krypta beigesetzt. Die prächtigen Sarkophage sind also größtenteils leer.

Mit mehr als 70 Marmorsärgen und Gräbern ist die königliche Grabstätte von Saint-Denis heute die größte und bedeutendste Sammlung französischer Grabbildhauerkunst vom zwölften bis 16. Jahrhundert. Saint-Denis ist eine Kulturstätte von unschätzbarem Wert und ein beeindruckendes Zeugnis der französischen und europäischen Geschichte. Es ist ein königlicher Platz. Und so macht sich beim Gang durch dieses außergewöhnliche Gotteshaus schnell Ehrfurcht breit vor so viel epochemachender Kraft.

Öffnungszeiten

  • 1. April bis 30. September: montags bis samstags von 10.00 Uhr bis 18.15 Uhr, sonntags 12.00 Uhr bis 18.15 Uhr
  • 1. Oktober bis 30. März: montags bis samstags von 10.00 Uhr bis 17.15 Uhr, sonntags 12.00 Uhr bis 17.15 Uhr

Am 25. Dezember, 1. Januar und 1. Mai geschlossen.

Eintrittspreise

Erwachsene: 7,50 Euro
Ermäßigt: 4,50 Euro
Gruppen: 6,00 Euro (mind. 20 Personen)
Schülergruppen: 30,00 Euro pro Gruppe (max. 35 Schüler)

Kostenlos für Personen unter 25, sofern sie aus der Europäischen Union stammen bzw. in Frankreich ansässig sind, Behinderte und ihre Begleitperson, Arbeitslose.

Audioguide:

Dauer: ca. 1,5 h

4,50 Euro / pro Erwachsener
3,00 Euro / pro Besucher bis unter 18 Jahre
6,00 Euro / pro Paar
3,00 Euro / pro Person (Gruppentarif Erwachsene)

Anfahrt

  • Mit der Metro: Linie 13, Haltestelle Basilique de Saint Denis
  • Mit dem Bus: Linie 153, 239, 253

Sehenswert

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