Kathedrale Notre-Dame in Amiens

  • Skertzo - Kathedrale Notre-Dame Amiens

    Skertzo - Kathedrale Notre-Dame Amiens

    © Atout France - CRT Picardie - As. Flament

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    Kathedrale in Amiens

    © Atout France - CRT Picardie - Benjamin Teissedre

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    Kathedrale Notre-Dame Amiens

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Kathedrale Notre-Dame in Amiens Impasse Joron 80000 Amiens fr

Majestätisch. Grandios. Überwältigend. Man findet kaum die passenden Worte, um die Kathedrale von Amiens zu beschreiben. Seit Jahrhunderten überragt sie die beschauliche Stadt an der Somme, die zu Recht stolz ist auf diesen steinernen Riesen, der jeden Besucher ehrfürchtig werden lässt.

Mit 200.000 Kubikmetern Raumvolumen auf rund 7.700 Quadratmetern überbauter Fläche ist das Gotteshaus doppelt so groß wie Notre-Dame in Paris – und zählt mit den Kathedralen von Chartres und Reims zu den bedeutendsten Bauwerken der Hochgotik. Ein wahrer Tempel des Lichts, das nach damaligem Verständnis die Gegenwart Gottes auf Erden symbolisierte.

Begonnen wurde der Bau im Jahr 1220, nachdem der Vorgängerbau einem Großbrand zum Opfer fiel. Erzbischof Evrard de Fouilloy wählte Robert de Luzarches als Baumeister, der hier ein Meisterwerk schuf. Hoch aufstrebend, Licht durchflutet und mit einer filigranen Ornamentik versehen, die ihresgleichen sucht. Das alles gelang in einer für damalige Verhältnisse unglaublich kurzen Bauzeit. Binnen 60 Jahren war der größte Teil des Bauwerks fertig gestellt. Dies gelang nur, weil man erstmals begonnen hatte Steinquader nach Modellen „in Serie“ herzustellen. Und nicht wie sonst üblich erst vor Ort ins Bauwerk einpasste. Dies erklärt übrigens auch die große Harmonie, die Notre-Dame d’Amiens auszeichnet.

Schon allein die Westfassade mit ihren drei imposanten Portalen ist mehr als einen Blick wert. Über den Toren bogenförmig angeordnet die skulpturalen Darstellungen biblischer Szenen, darüber eine fein durchwirkte Fenstergalerie, dann eine Galerie mit 22 Statuen französischer Könige und schließlich – als krönender Abschluss – die spätgotische Rosette, die die beiden mächtigen Türme optisch miteinander verbindet. Hat man sich hier sattgesehen – was eine ganze Weile dauern kann – betritt man das Innere und kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Das dreischiffige Langhaus ist im Mittelschiff über 42 Meter hoch. Die anmutigen Säulen, die es tragen, scheinen direkt in den Himmel zu wachsen. Passiert man das nicht minder beeindruckende Querschiff, gelangt man zum Chor. Dieser machte u. a. auch dank seines klassischen Grundrisses mit dem Kranz von sieben Kapellen europaweit Schule. Und sein aus dem 16. Jahrhundert stammendes Chorgestühl ist ein wahres Glanzstück spätgotischer Schnitzkunst.

Man sollte sich Zeit lassen in dieser Kathedrale und das atemberaubende Raumgefühl auf sich wirken lassen, das die Mystik und Intensität des mittelalterlichen Seins noch heute für uns fühlbar macht. Und es gilt ebenso, auf die Details zu achten, die alle eine Geschichte erzählen. So wie das mit hellen und dunklen Steinfliesen gestaltete Bodenlabyrinth etwa. Es ist nicht einfach nur Schmuck, sondern bot allen, die nicht nach Jerusalem pilgern konnten, die Chance vor Ort eine symbolische Strecke zu pilgern, für ihr Heil zu beten und im Gegenzug einen Ablass zu erwirken.

Die Kathedrale hat die Jahrhunderte nahezu unbeschadet überstanden. Natürlich wurde im Laufe der Zeit immer wieder daran gearbeitet. So baute man im 18. Jahrhundert etwa eine Kanzel und die Bestuhlung ein, auch wurde der Chorraum der Liturgie angepasst. Doch es ist unbestritten, dass dieses hochgotische Meisterwerk selbst die schwierigsten Zeiten überdauert. Eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat Notre-Dame dies zuletzt im zweiten Weltkrieg. Die ganze Stadt wurde bei einem Bombenangriff im Mai 1940 in Schutt und Asche gelegt. Nur
die Kathedrale hielt allem stand und blieb wie durch ein Wunder verschont.

Notre-Dame d’Amiens wurde übrigens schon 1862 als Monument historique klassifiziert, 1981 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und ist seit 1998 Teil des Weltkulturerbes „Jakobsweg in Frankreich“. Fahren Sie hin: Dann verstehen Sie sofort, warum dieses Gotteshaus einen so bedeutenden Rang innehat.

Führungen

Dauer: ca. 1,5, Stunden

Treffpunkt: Fremdenverkehrsamt (Office de Tourisme d’Amiens Métropole) an der Place Notre-Dame

In der Nebensaison: 

  • 1. Oktober bis 11. November: freitags 16 Uhr, samstags 11 Uhr, sonn- und feiertags 15 Uhr
  • 12. November bis Beginn Weihnachtsferien; Ende Weihnachtsferien bis Mitte Februar: sonn- und feiertags 15 Uhr
  • Während der Weihnachtsferien: freitags 15 Uhr, samstags 11 Uhr, sonn- und feiertags 15 Uhr (außer 25.12. und 1.1.)

In der Hochsaison:

  • Mitte Februar bis Ende März: samstags 11 Uhr, sonn- und feiertags: 15 Uhr
  • Anfang April bis Ende Juni; September: freitags 16 Uhr, samstags 11 Uhr, sonn- und feiertags 15 Uhr
  • Juli und August: täglich 16 Uhr, außer samstags 11 Uhr

Tarife:

Erwachsene: 5,50 €
Ermäßigt: 4,00 €
Kinder: 3,00 €

Besichtigung mit Audioguide

Dauer: ca 1 Stunde

Die Audioguides sind im Fremdenverkehrsamt (Office de Tourisme d’Amiens Métropole) an der Place Notre-Dame erhältlich.

Tarife:
Erwachsene: 4,00 €
Kinder: 2,50 €
Für 2 bis 14 Personen: 3,00 €/Person
ab 15 Personen: 2,50 €/Person

Weitere Informationen

Tours de la cathédrale Notre-Dame d’Amiens
30, Place Notre Dame
80000 Amiens
Tel.: +33 (0)3 22 80 03 41

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