Kanufahren auf dem Allier

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    Kanufahren auf dem Allier

    © Atout France - Phovoir

Kanufahren auf dem Allier Vichy fr

Er ist einer der letzten ungezähmten Flüsse Europas und deshalb bei Kanuten äußerst beliebt. Sportliche Herausforderung, entspannter Familienurlaub oder Naturentdeckungstour – der Allier bietet für jeden Geschmack etwas.

Zuerst die Pflicht: Der Allier entspringt in den Cevennen und fließt 421 Kilometer weit durch die Regionen Languedoc-Roussillon, Rhône-Alpes, Auvergne, Burgund und Centre, bis er bei der Ortschaft Bec d’Allier nahe Nevers als größter Nebenfluss in die Loire mündet.

Und jetzt die Kür: Allier – das bedeutet Hunderte von Kilometern pures Vergnügen für Kanuten. Bis auf die ersten 45 Kilometer ab der Quelle und die 13 Kilometer lange Strecke zwischen Pont d’Alleyras und Monistrol, die für Paddler gesperrt sind. Die restlichen 363 Kilometer sind offen und fast das ganze Jahr über befahrbar. Dank einiger Stauseen, die für Nachschub sorgen, führen sie so gut wie immer genug Wasser.

Ideal für Wildwasserpaddler und Wanderkanuten

Der Ort Prades (Flusskilometer 102) in der Auvergne ist so etwas wie ein Wende- oder Scheidepunkt des Allier: Bis dorthin ist der Fluss ein anspruchsvolles Revier für Wildwasser-Kanuten, die Wildwasserstufe bewegt sich zwischen 2 und 4. Danach fließt er ruhiger weiter, mit Anforderungen bis Wildwasserstufe 2, und wird so zum idealen Gewässer für die größeren und weniger wendigen Wander- oder Tourenkanus. Auch die Landschaft verändert sich ab Prades. Während der Allier am Oberlauf zum Teil tiefe Schluchten in das Hochplateau des nördlichen Zentralmassivs gegraben hat, schlängelt er sich jetzt durch eine hügelige Vulkanlandschaft.

Der Allier – einer der letzten naturbelassenen Flüsse Europas

Doch der Allier ist nicht nur schön, sondern auch selten. Denn er ist einer der letzten weitgehend naturbelassenen, sprich unbegradigten Flüsse Europas. Das macht das Kanufahren abwechslungsreicher und spannender. Aber nicht nur das: Anders als bei begradigten Flüssen gibt es an den Ufern des Allier zahlreiche Auen, Seitenarme, die im Sommer austrocknen, und sonstige Biotope – das ideale Umfeld für eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt. Hier findet man zum Beispiel den Biber und die Wasserratte. Dazu im Fluss selbst, vom Hecht bis zur Äsche, außergewöhnlich viele Fischarten. Auch der Lachs, der praktisch schon aus dem Allier verschwunden war, ist wieder zurückgekehrt. Seitdem man Anfang der 1990er Jahre viele Wehre ab- oder umbaute, kann er wieder ungehindert bis zu seinen Laichplätzen am Oberlauf des Flusses wandern.

Für Vogelfreunde sind der Allier und seine Ufer einer der wichtigsten Orte in Europa. Im rund 1.450 Hektar großen Natur-und Auenschutzgebiet Val d’Allier, das sich zwischen Moulin und St. Pourςain auf beiden Seiten des Flusses erstreckt, nisten etwa 120 Vogelarten, darunter Seidenreiher, Haubentaucher und Dickfüße. Viele Kanureisen-Veranstalter bieten spezielle Vogelbeobachtungstouren an.

Ein paar wichtige Tipps fürs Kanufahren

Ab Prades gibt es jede Menge Kanu-Verleihstellen. Wenn Sie ihre Dienste in Anspruch nehmen, sollten Sie sich allerdings an ein paar Regeln und Ratschläge halten:

  • Kanufahren ist auf dem Allier vom 1. April bis zum 15. Oktober zwischen 10 und 18.30 Uhr gestattet.
  • Kinder müssen mindestens sieben Jahre alt sein.
  • Absolute Grundvoraussetzung ist es, schwimmen zu können.
  • Trotzdem sollten Sie immer eine Schwimmweste tragen.
  • Informieren Sie sich vorab über das Wetter. Nicht selten kommt es zu plötzlichen Umschwüngen.
  • Fahren Sie möglichst nie allein. Und falls doch: Hinterlassen Sie Ihre Route.

Auch für organisierte, geführte Kanureisen gibt es ein großes Angebot, die Touren reichen von einem halben bis zu mehreren Tagen. Buchen kann man sie direkt vor Ort oder auch von zu Hause aus bei deutschen Veranstaltern. Ein Blick ins Internet ergibt eine große Auswahl.

Und wer nicht nur Kanufahren im Sinn hat: Links und rechts des Allier gibt es genügend Attraktionen und Sehenswürdigkeiten. Nicht nur Städte wie Vichy mit seinen berühmten Quellen oder Moulins mit seiner gotischen Kathedrale. Sondern zum Beispiel auch den Blumenpark von Apremont, den Wald von Tronςais, das Arboretum von Baleine oder, direkt an der Mündung des Allier in die Loire, den Pont Canal de Guétin. So heißt der Loire-Seitenkanal an der Stelle, an der er den Allier überquert.

Sehenswert