Jakobswege: Via Tolosana - von Arles nach Santiago de Compostela

  • Unterwegs auf dem Jakobsweg

    Unterwegs auf dem Jakobsweg

    © Atout France - Pascal Gréboval

  • Basilika Saint-Sernin in Toulouse

    Basilika Saint-Sernin in Toulouse

    © Atout France - Franck Charel

Jakobswege: Via Tolosana - von Arles nach Santiago de Compostela Arles fr

Über etwa 750 Kilometer führt Frankreichs südlichste Jakobsroute, die Via Tolosana, von Arles über pulsierende Metropolen wie Montpellier und Toulouse über den 1.632 Meter hohen Somport-Pass an der spanischen Grenze. Bekanntheit erlangte der als Fernwanderweg GR 653 gut markierte Jakobsweg auch unter Bezeichnungen wie „Voie du Sud“ oder „Via Aegidiana“, benannt nach dem heiligen Ägidius, der als Gründer der Benediktinerabtei in Saint-Gilles kurz hinter Arles gilt. Die abenteuerliche und teilweise anspruchsvolle Strecke wird nur von einer Pilgerminderheit in Angriff genommen, bietet jedoch vielfältige Unterkunfts- und Verpflegungsmöglichkeiten. Ein bezeichnender Vorteil dieser Jakobsroute liegt im beständigen und milden Klima.

Streckenverlauf der Via Tolosana

Los geht es in Arles, wo die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählende Kirche Saint-Honorat durch ihre schlichte Eleganz besticht. Weiter durch wildromantische Landschaften mit Obstplantagen und Reisfeldern pilgert man durch das Rhône-Delta und die Camargue, bis man schließlich die Metropole Montpellier mit der Kathedrale Saint-Pierre erreicht. Im Anschluss folgt eine Wanderung entlang der südlichen, schroffen Ausläufer der Cevennen, welche geprägt sind durch mediterrane Hartlaubvegetation. Vorbei an der Abtei Gellone in Saint-Guilhem-le-Désert sowie dem ehemaligen Priorat Saint-Michel de Grandmont bei Lodève erreicht man letztlich Toulouse mit der romanischen Basilika Saint-Sernin. Über Auch und Pau passiert man im Anschluss zunächst die Hügelketten der Gascogne und dann die welligen Wald- und Wiesenlandschaften des Béarn. Die Pyrenäen überwindet man schlussendlich von Oloron-Sainte-Marie bis ins spanische Jaca über den Somport-Pass. Von dort gelangt man nun über den mit gelben Pfeilen markiert Aragonesischen Weg auf den Camino Francés in Richtung Santiago de Compostela.

Auf der gesamten Wegstrecke begegnet man immer wieder altehrwürdigen Bauten, welche als Zeitzeugen der römischen Antike ein wachsames Auge über die Gegend haben. Zu Kräften kommen können müde Wanderer am Ende einer Etappe dank der temperamentvollen südfranzösischen Küche ohne Probleme. Neben der traditionellen Bouillabaisse sollte man sich auch einmal von einer sommerleichten „Soupe au pistou“ (Basilikumsuppe) oder einem deftigen „Bœuf en daube“ (Rinderschmortopf mit Rotweinsauce) verwöhnen lassen.

Informationen zur Routenplanung

Eine ausführliche Etappenbeschreibung auf Deutsch lässt sich auf fernwege.de finden. Unterwegs ist zudem der für knapp 15 € ebenfalls in deutscher Sprache erhältliche Outdoor-Reiseführer „Frankreich: Jakobsweg GR 653 Via Tolosana“ ein idealer Begleiter.

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