Rendez-vous im P'tit Train de la Haute Somme

  • Blick aus dem P'tit Train

    Blick aus dem P'tit Train

    © Appeva

  • Blick in das Eisenbahnmuseum

    Blick in das Eisenbahnmuseum

    © Appeva

Rendez-vous im P'tit Train de la Haute Somme Froissy fr

Der "P'tit Train de la Haute Somme" ist eine Dampflokomotive, die auf einem 1916 angelegten Schienenweg zwischen Froissy und Dompierre verkehrt. Während heute Touristen und andere Interessierte auf dem 14 km langem Weg die Aussicht in das Tal der Somme genießen können, ist der ursprüngliche Zweck dieser Zugverbindung weit weniger idyllisch.

In Erwartung eines Konfliktes und noch unter dem Eindruck des deutsch-französischen Kriegs von 1870/71 hat die französische Armee bereits ab 1880 ein strategisches Eisenbahnsystem entwickelt. Die Strecke des P'tit Train ist Teil eines durch die französische und britische Armee aufgebauten Eisenbahnnetzes und diente schließlich 1916 der Versorgung von Truppen, die an der Somme-Schlacht teilnahmen.

Die Schlacht an der Somme

Die Somme-Schlacht war die verlustreichste Einzelschlacht des Ersten Weltkriegs: Über 400.000 Soldaten des britischen Empires und etwa 200.000 Franzosen wurden in der Schlacht getötet oder verwundet. Die Verluste auf deutscher Seite betrugen ca. 430.000 Mann. Begonnen hat Sie im Juli 1916 im Rahmen einer britisch-französischen Großoffensive gegen die deutschen Stellungen. Sie wurde am 18. November desselben Jahres abgebrochen, ohne eine militärische Entscheidung herbeigeführt zu haben.

Die Schlacht an der Somme versammelte alle Kriegsparteien, was insbesondere im Anschluss an das Kriegsende zu einer Internationalisierung des Gedenkens geführt hat.

Mit dem Wiederaufbau der Region und der Wiederherstellung der Straßen gerrieten die Schmalspurgleise in Vergessenheit bis sich 1970 eine private Initiative zu Retung der historischen Strecken entschloß.

Gedenktourismus an der Somme

Heutige Besucher können während der 1-Stündigen Fahrt die Natur, aber auch das militärgeschichtliche Erbe der Picardie näher kennenlernen. Am Ende der Fahrt erwartet Sie zudem das größte Eisenbahnmuseum der Welt. Das Musée des Chemins de fer stellt auf 1800 m² Fläche 20 französische, deutsche und amerikanische Triebfahrzeuge und rund 25 einzelne Wagons aus den Jahren 1910-1920 aus.

Während der Besichtigung, erzählen dreisprachige Tafeln (französisch, deutsch, englisch) die Geschichte der Feldbahnen, von ihrer Entwicklung im Laufe des 19. Jahrhunderts bis zu ihrem heutigen Einsatz auf der Strecke der P’tit train de la haute Somme. Im Fokus stehen hierbei die Nutzung und Entwicklung der Feldbahnen während des Ersten Weltkrieges. Auch ihrem Einsatz für den Wiederaufbau der zerstörten Dörfer und im Rahmen von privaten Industrien (Zuckerfabriken, Ziegeleien, Gruben, usw. ) wird Aufmerksamkeit geschenkt.