Gastronomie auf den französischen Karibik-Inseln

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    Gastronomie auf den französischen Karibik-Inseln

    © Atout France - Phovoir

Gastronomie auf den französischen Karibik-Inseln mq

Exotische Genüsse unter tropischer Sonne

Auf den Antillen präsentiert sich eine Küche mit einer beinahe unvorstellbaren Mischung aus karibischer, europäischer, afrikanischer und orientaler Tradition. Zu den Zutaten aus aller Welt gesellen sich heimische, etwa Fisch, Gemüse, Gewürze wie Safran Peyi, weißer und schwarzer Pfeffer, Kümmel und natürlich Piment aller Art. Die Bewohner von Guadeloupe nehmen, was den Fischverzehr pro Einwohner angeht, weltweit den zweiten Platz ein. Eine Court-Bouillon (Fischbouillon), ein Blaff de Palourdes (Muschelsuppe), gegrillte Langusten, ein Frikasse aus Lambis (Flügelschnecken) gehören zu den „Klassikern“. Auf Martinique sollte man zur Osterzeit keinesfalls die Krabben-Börsen verpassen, wo man möglicherweise sogar einem Krabbenrennen beiwohnen kann.

Samoussas oder Accras aus Gemüse oder Stockfisch - sehr geschmackreiche Beignets - sind weitere Spezialitäten der Antillen. Ein Salat aus Palmherzen, Piment-Bonbons, oder ein Colombo (Eintopf) vom Huhn gehören ebenfalls unverzichtbar zur kreolischen Küche. Farbenfrohe Märkte bieten Gelegenheit, lokalen Früchten und Gemüsen zu begegnen. Und zu sehen, was sich konkret hinter wohlklingen Bezeichnungen wie Cristophines, Ignames, Passions-Früchten, Caramboles-Süßkartoffeln, Maniok, Brotfrüchten, gelben Bananen aus Martinique verbirgt. Zwischendurch stärkt man sich mit kreolischen Spezialitäten wie Würsten, Accras, Pasteten aus Seeschnecken, Stockfisch oder Langusten und spült mit einem Kaffee oder Kakauo heimischer Produktion nach.

Das Dorf Grand-Case auf Saint-Martin gilt als „kulinarische Hauptstadt“ der Karibik. In den kleinen Gässchen reihen sich Restaurants und „Lolos“, Feinkostläden im Freien am Ufer des Meeres. Man lässt sich vom Aroma einer sonnenverwöhnten Melone betören, genießt den famosen Arabica-Kaffee oder Kakao – der hier als Nahrung der Götter gilt. Letzteren gibt es in Form einer Ganache (Mischung aus Schokolade und Butter oder Sahne) und als Tafel.

Wussten Sie schon…

…dass hier ein Aperitif ohne Rum aus einem der vier karibischen Départements vollständig undenkbar ist? Rum, der aus Zuckerrohr gewonnen wird, gehört unverzichtbar zur Kultur der Antillen. Der Zuckerrohr-Anbau beginnt auf der „Blumeninsel“ Mardinica, der alte Namen für Martinique, um 1635. Seither ist er auf den französischen Karibikinseln eine regelrechte Institution. Dank seiner uralten Herstellungsmethoden gilt der Rum aus Martinique als einer der weltbesten. Als einziger darf der sich mit dem AOC-Label schmücken. Er erhielt im Jahr 2008 die große Goldmedaille auf dem Concours Mondial de Bruxelles. Man genießt den Rum pur oder in Form von unzähligen Cocktails, von denen der Ti’punch (Zitrone, Rum und Zucker), der Planter’s oder der Daiquiri sicherlich die bekanntesten sind. Das Elixier verhilft aber auch zahlreichen Desserts zum Aroma, wie etwa dem Baba au Rhum oder flambierten Bananen. Natürlich besitzt der Rum auch sein eigenes Museum. Es befindet sich in einem Haus im Kolonialstil in Sainte-Marie. Dort zeichnet eine Fotoausstellung die Geschichte des Rums und die einzelnen Etappen seiner Herstellung nach.

Nicht verpassen!

Das Fest der Köche auf den Guadeloupe-Inseln. Seit mehr als neun Jahrzehnten bildet dieses Fest einen der Höhepunkte im Kulturkalender von Guadeloupe. Es findet alljährlich im August in der Umgebung von Saint-Laurent statt. Eine wundervolle Gelegenheit, die traditionellen und zum Teil uralten Spezialitäten meisterlich zubereitet zu kosten!