Flusskreuzfahrten in Frankreich

  • Flussufer in Lyon

    Flussufer in Lyon

    © Atout France - J.-F. Tripelon-Jarry

  • Bei einer Seine-Kreuzfahrt sieht man auch die Pont de Normandie zwischen Honfleur und Le Havre.

    Bei einer Seine-Kreuzfahrt sieht man auch die Pont de Normandie zwischen Honfleur und Le Havre.

    © Atout France - Corey Littlefair

  • Über die Rhône führt die berühmte halbe Brücke Pont Benezet

    Über die Rhône führt die berühmte halbe Brücke Pont Benezet

    © Atout France - Michel Angot

Flusskreuzfahrten in Frankreich

Abschalten und sich verwöhnen lassen: Auf kaum eine andere Weise kann man so erholsam Urlaub machen, eine Gegend so entspannt kennen lernen wie auf einer Flusskreuzfahrt. Und kaum ein anderes Land ist dafür so prädestiniert wie Frankreich mit seinen wunderschönen Flüssen.

Oft sind sie preiswerter als ihr Ruf. Eine einwöchige Flusskreuzfahrt in Frankreich ist zum regulären Preis zwar selten für weniger als 1000 Euro zu haben. Aber häufig gibt es Sonderangebote, Rabatte oder Aktionspreise. Die Jagd nach günstigen Angeboten, zum Beispiel im Internet, lohnt jedenfalls immer.

Natürlich konzentrieren sie sich auf die großen Wasserstraßen Frankreichs, also zum Beispiel auf Rhône und Seine. Aber auch auf kleineren Flüssen wie Doubs oder Dordogne kann man Kreuzfahrten buchen. Und gerne kombinieren die Veranstalter zwei Flüsse, etwa Seine und Loire oder Rhône und Saône, miteinander. Dabei bedeutet „Kreuzfahrt“ bei weitem nicht immer nur: von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten fahren. Auch Themenkreuzfahrten, die je nach Fluss, Region oder auch Jahreszeit unter ein bestimmtes Motto gestellt sind, erfreuen sich großer Beliebtheit. Genauso wie Kreuzfahrten, die das Schifffahren mit Aktivitäten an Land wie etwa Radfahren, Wandern oder Besichtigungen verbinden.

Sie wissen nicht, für welchen Fluss Sie sich entscheiden sollen? Ist ja auch nicht ganz einfach, schließlich sind in Frankreich sogar die Flüsse Individualisten, jeder von ihnen hat etwas anderes zu bieten. Hier einige Flusskreuzfahrt-Klassiker mit ihren Besonderheiten und Attraktionen:

Flusskreuzfahrten auf der Rhône und Saône

Die Rhône und ihr größter Nebenfluss Saône werden häufig im Kombi-Paket angeboten. Die gängigsten Abfahrts- und Ankunftshäfen sind Lyon, Avignon und Chalon-sur-Saône. Eine Kreuzfahrt auf diesen beiden Flüssen ist ideal, um Kultur und Natur miteinander zu verbinden. So laden an der Saône vor allem Tournus, Chalon-sur-Saône und Mâcon, an der Mündung der Saône in die Rhône Lyon und im weiteren Verlauf der Rhône Richtung Süden Viviers, Orange, Châteauneuf-du-Pape, Avignon und Arles zu Städtebesichtigungen ein. Und was die Natur betrifft: Abstecher zu den Gorges de l’Ardèche und in die Camargue drängen sich wie von selbst auf. Außerdem sehr beliebt auf Rhône und Saône: Gourmet-Kreuzfahrten, auf denen die Passagiere auch kulinarisch in die Gegend eintauchen.

Flusskreuzfahrten auf der Seine

Diese Flusskreuzfahrten durch den Nordosten Frankreichs beginnen meist in Paris und führen häufig auch wieder dorthin zurück. Aber auch umgekehrt, also von der Seine-Mündung in Richtung Hauptstadt, werden Kreuzfahrten angeboten. Logisch, dass eine Rundfahrt durch die Hauptstadt in keinem Veranstalterprogramm fehlen darf. Weitere Standards sind das Dorf Giverny als ehemalige Wirkungsstätte des impressionistischen Malers Claude Monet, Rouen mit seiner berühmten gotischen Kathedrale und das an der Atlantikküste gelegene Hafenstädtchen Honfleur.

In landschaftlicher Hinsicht ist die Strecke ebenfalls ausgesprochen reizvoll, etwa wenn sich die Seine in zahllosen Kurven und Windungen durch die Normandie schlängelt, vorbei an saftig grünen Wiesen voller Apfelbäume, die die Grundlage für den leckeren Calvados und Cidre liefern. Und was die Attraktionen an der Atlantikküste betrifft: Hier sind vor allem das Seebad Etretat mit seinen weißen Kreidefelsen und die Côte Fleurie, der Küstenabschnitt zwischen der Seine- und der Orne-Mündung, erwähnenswert.

Flusskreuzfahrten auf Garonne, Dordogne und Gironde

Zwei Flüsse, ein gemeinsamer Mündungstrichter und dazwischen eine traumhaft schöne Region im Südwesten Frankreichs: Aquitanien. Lohnende Zwischenstopp-Ziele für Kreuzfahrten gibt es hier wahrlich zur Genüge. Cadillac  und Pauillac gehören zum Beispiel dazu, zwei malerische Ortschaften an der Garonne. Oder Libourne und vor allem Saint-Emilion an der Dordogne, dem Fluss, der sich kurz vor dem Atlantik mit der Garonne zum Mündungstrichter Gironde vereint. Nicht ohne Grund gehört das mittelalterliche Städtchen Saint-Emilion mit seinen steilen Gassen, seinen Katakomben und anderen Sehenswürdigkeiten seit 1999 zum Unesco-Weltkulturerbe. Auch an den Ufern der Gironde gibt es genug zu sehen: etwa die sternenförmige Zitadelle von Vauban in Blaye, ebenfalls ein Weltkulturerbe der Menschheit.

Nicht zu vergessen natürlich Bordeaux als Verwaltungssitz Aquitaniens und das weiter ostwärts im Languedoc gelegene Toulouse als weitere Großstadt an der Garonne. In beiden Metropolen werden Mini-Kreuzfahrten angeboten – sprich ein- bis mehrstündige Stadtrundfahrten zu Wasser mit Erläuterungen zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Aquitanien ist eine der berühmtesten Weingegenden Frankreichs, und so überrascht es kaum, dass sich auch viele Flusskreuzfahrten um die diversen edlen Tropfen der Region drehen. Und natürlich gehört eine fünf- bis achttägige Schiffreise zu den Weingütern des Bordelais, des größten zusammenhängenden Weinanbaugebiets der Welt rund um Bordeaux, zu den Dauerrennern. Äußerst beliebt bei Weinliebhabern ist außerdem das Médoc, jene für ihre vorzüglichen Rebsorten bekannte dreiecksförmige Halbinsel zwischen der Gironde, der Côte d’Argent und dem Meeresbecken von Arcachon.

Flusskreuzfahrten auf der Loire

Es überrascht kaum, dass in der Region rund um Frankreichs Königsfluss Kreuzfahrten zu den berühmten Loire-Schlössern besonders hoch im Kurs stehen. Aber auch für kulinarische Kreuzfahrten oder solche, die dem Thema Wein gewidmet sind, ist die Gegend wie prädestiniert.

Doch es gibt einen kleinen Wertmutstropfen: Die Loire ist so seicht, dass sie nur zwischen Nantes und der Mündung von größeren Schiffen befahren werden kann. Geht also schlichtweg leer aus, wer von einer Kreuzfahrt im Loiretal träumt? Nicht unbedingt, denn er kann ein Hausboot mieten und auf eigene Faust auf Frankreichs längstem Fluss kreuzen; Angebote hierzu gibt es in großer Zahl (siehe auch unten unter „Ähnliche Artikel“). Möglichkeit Nummer zwei: eine Kreuzfahrt bei einem der wenigen Anbieter buchen, die mit kleinen Schiffen auf der Loire unterwegs sind. European Waterways setzt hier ab dem Jahr 2014 wieder ein Hotelboot mit Platz für sechs Gäste ein – ein exklusives Angebot, das allerdings seinen Preis hat. Ab 2014 will zudem das französische Unternehmen CroisiEurope Kreuzfahrten auf der Loire veranstalten.

Und es gibt noch eine dritte Möglichkeit: auf die schiffbaren Kanäle am linken Ufer der Loire, also den Canal de Roanne à Digoin und den Canal latéral à la Loire, ausweichen. Auf dem Canal de Roanne à Digoin, der seit 1992 nur noch für touristische Schifffahrt geöffnet ist, werden zum Beispiel Kreuzfahrten von Les Marins d’Eau Douce bis Briennon, auf dem Canal Latéral à la Loire von Digoin bis Sancerre angeboten.