Festungsanlagen von Aigues-Mortes

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Festungsanlagen von Aigues-Mortes Aigues Mortes fr

Aigues-Mortes, Tote Wasser, so heißt die berühmte Festungsstadt, die so eigentümlich mitten in der Carmargue liegt und deren mächtiger Tour Constance von weithin die Blicke auf sich lenkt. Erbaut wurde sie im 13. Jahrhundert zur Zeit der Kreuzzüge. Damals lag Aigues-Mortes an einer großen Lagune und war durch Kanäle und Moore direkt mit dem nahen Meer und der Rhône verbunden. Ein idealer Hafenplatz, um sich gen Jerusalem einzuschiffen.

Doch im Laufe der Jahrhunderte versandete Aigues Mortes zusehends. Heute ist das Meer sechs Kilometer entfernt. Und dennoch ist die mittelalterliche Bastide noch immer mit dem Schiff erreichbar: auf dem Canal du Rhône à Sète und auf dem Kanal, der direkt in den sehenswerten Badeort Le Grau du Roi führt.

Doch zurück zur Festungsstadt. Die 1.634 Meter lange Stadtmauer bildet ein fast perfektes Rechteck und umschließt mit ihren zehn Toren und Türmen eine Altstadt, die man gerne durchschlendert. Restaurants, Kunstgalerien, Werkstätten und kleine Lädchen mit Kunsthandwerk und kulinarischen Spezialitäten sind mindestens genauso sehenswert wie die historischen Monumente – so etwa die Kirche Notre Dame des Sablons, die Kapelle der Weißen Büßer und die Kapelle der Grauen Büßer, die in ihrer heutigen Form beide aus dem 17. Jahrhundert stammen.

Das helle, kalkhaltige Gestein, aus dem Aigues-Mortes errichtet wurde, kommt aus den Steinbrüchen in Beaucaire und Les Baux de Provence und verleiht dem gesamten Ensemble eine ganz eigene Strahlkraft. Das Fundament der mittelalterlichen Stadt ruht übrigens auf einer Plattform aus Holz, die von tief in den Boden getriebenen Eichenpfählen gestützt wird. Es ist u. a. ihrer Tragkraft und Stabilität zu verdanken, dass Aigues-Mortes bis heute so wunderbar erhalten ist.

Bei einer geführten Besichtigung der Stadt kann man u. a. den Tour de Constance genauer in Augenschein nehmen. Er war das erste Bauwerke, das hier noch unter Ludwig dem Heiligen fertiggestellt wurde. 1249 wird er unter dem Namen „Tour du Seigneur du Roi“ urkundlich erwähnt. 22 Meter misst er im Durchmesser, 33 Meter ist er hoch und seine Grundmauern sind sechs Meter dick. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass dieser Wehrturm seinem Namen alle Ehre macht. Ein uneinnehmbares Bauwerk, das zur Zeit der Hugenottenkriege als Gefängnis diente. Die wohl berühmteste Insassin, Marie Durand, verbrachte hier 38 Jahre ihres Lebens, weil sie sich standhaft weigerte, ihrem protestantischen Glauben abzuschwören.

Heute lebt Aigues-Mortes vor allem vom Tourismus. Und die Verbundenheit mit den natürlichen Ressourcen der Camargue prägen die hiesige Wirtschaft: die Salzgewinnung in den Salinen (Besichtigung lohnt sich!), der Anbau von Spargel und Wein, die traditionelle Schilfernte und auch die Fischerei gehören hier ganz selbstverständlich zum Alltag. Wenn Sie nach Aigues-Mortes reisen, sollten Sie sich die Zeit nehmen, das alles kennenzulernen. Sie werden bezaubert sein.

Anfahrt:

Mit dem Auto :

  • Von Nîmes: Autobahn A9, Ausfahrt Gallargues - Richtung „Aigues-Mortes“ – D979

  • Von Montpellier: Autobahn A9, Ausfahrt Fréjorgues - Richtung „Les plages“ - Aigues-Mortes – D62.

Mit dem Bus

  • Ab Nîmes mit der Linie C32 (Nîmes / Aigues-Mortes / Le Grau du Roi).
  • Ab Montpellier mit der Linie 106 (Montpellier / La Grande Motte / Aigues-Mortes)

Mit dem Boot:

  • Boot-Shuttle "Aigues-Roi" (Zwischen Aigues-Mortes und Le Grau du Roi)
    Tarif einfach: 4€/Erwachsene, 2,50€/Kinder
    Tarif Hin- und Rückfahrt : 7€/Erwachsene, 4€/Kinder.

Mit dem Zug

  • Über die Verbindung Nîmes / Aigues Mortes / Le Grau du Roi

Besichtigung

Besichtigung der Türme und Wehranlagen

Bis 25 Jahre: gratis (außer Gruppen)
Erwachsene: 7,50 Euro
Gruppen Erwachsene: 6,00 Euro/Person
Schülergruppen: auf Anfrage

Für eine Besichtigung können Audioguides (auch in Deutsch) ausgeliehen werden (+4,50€).

Kommentierte Rundfahrt mit dem kleinen Zug

In Französisch, Infobroschüren in Deutsch.
Dauer: 20 Minuten
Erwachsene: 4,50 Euro, Kinder: 3,00 Euro
Gruppen: auf Anfrage

Markttage

  • Mittwoch/Sonntag: Wochenmarkt in der Avenue F. Mistral
  • April – September samstags: Trödelmarkt

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