Die Grotte Chauvet-Pont d'Arc

  • Höhlenmalerei in der Grotte ornée du Pont-d'Arc

    Höhlenmalerei in der Grotte ornée du Pont-d'Arc

    © Centre National de la Prehistoire - Jean Clottes

  • Großes Fresko in der Grotte ornée du Pont-d'Arc

    Großes Fresko in der Grotte ornée du Pont-d'Arc

    © Centre National de la Prehistoire - Jean Clottes

  • Löwen bei der Jagd dargestellt in der Grotte Pont-d'Arc

    Löwen bei der Jagd dargestellt in der Grotte Pont-d'Arc

    © Centre National de la Prehistoire - Jean Clottes

  • Handabdruck an den Wänden der Pont-d'Arc

    Handabdruck an den Wänden der Pont-d'Arc

    © DRAC - Rhône-Alpes - Ministère de la Culture et de la Communication

  • Entwurf des zukünftigen Gebäudes rund um die Grotte Pont-d'Arc

    Entwurf des zukünftigen Gebäudes rund um die Grotte Pont-d'Arc

    © Illustration Agence Fabre&Spelle

Die Grotte Chauvet-Pont d'Arc Montée du Razal vallon-pont-d'arc fr

Die Grotte Chauvet-Pont-d’Arc, im Departement Ardèche (Südfrankreich), zeigt die ältesten, bis heute bekannten Höhlenmalereien, die vor ca. 36.000 Jahren entstanden sind. Die Malereien zeigen Pferde, Löwen, Rhinozerosse und hunderte weitere Tiere. Insgesamt sind es 15 verschiedene Arten. Sie wurden mit rotem Ocker oder Feuersteinen in die Höhlenwände eingraviert oder mit Kohle auf die Wände gezeichnet. Am 22. Juni 2014 wurde sie in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes aufgenommen.

Die Höhle liegt in der Nähe der berühmten natürlichen Steinbrücke, die als Pont d’Arc, dem Tor zu den Schluchten der Ardèche, bezeichnet wird. Damit die Wandmalereien nicht zerstört werden, wird akribisch über das Klima in der Grotte gewacht. Daher ist die Besichtigung der Grotte Chauvet leider nicht möglich.

Jedoch nur wenige Kilometer von der Originalgrotte entfernt, erlaubt eine Kopie namens "Caverne du Pont-d'Arc" den Besuchern all die Reichtümer des Originals zu bewundern.

Nachbildung der Caverne du Pont-d'Arc

Für dieses ungewöhnliche Projekt haben sich Maler, Bildhauer, Architekturbüros, Bühnenbildner und große Firmen der Baubranche zusammengeschlossen, um mit ihrer Fachkenntnis auf 3.000 m² Fläche ein „Best Of“ der Originalgrotte im Maßstab 1:1 zu rekonstruieren. Eine Dauerausstellung zeigt die Mythen und das Leben der Menschen in der Steinzeit sowie naturgetreue Nachbildungen von Tieren dieser Zeit, die auf 8.180m² Wand und Decke dank der 3D-Technologie nachgestellt werden konnten.

Diese Rekonstruktion ist seit Ende April 2015 der Öffentlichkeit zugänglich.

Eine Stunde lang kann man, auf einem Steg entlang wandernd, die 27 Wandbilder der Höhle betrachten. Die Besichtigung endet vor dem großen Fresko der Löwen, einem monumentalen Wandbild von 12 Metern Länge, auf dem 92 Tiere in voller Bewegung auftauchen.

Tauchen Sie ein in das Universum dieser originalgetreuen, nachgestellten Grotte. Sie werden fasziniert von der Kühle, der Feuchtigkeit, der Finsternis und den Düften sein, die ebenfalls an die originalen Bedingungen der Grotte Ornée du Pont-d'Arc angepasst wurden.

Die Galerie des Aurignaciens

Nach dem Rundgang durch die Höhle, geht es weiter in die Galerie des Aurignaciens. Hier zeigen ein Film mit virtueller Realität, Touchscreens, Wollnashörner, Mammuts und Riesenhirsche, die Umgebung, die Fauna und Flora der Menschen zu entdecken, die vor 36.000 Jahren im Gebiet der Höhle lebten. Dabei geht es vorrangig um folgende 3 Themen:

  • unsere vorzeitlichen Vorfahren
  • die Ardèche vor 36.000 Jahren
  • Technik der Höhlenmalereien

Grotte ornée du Pont-d'Arc - Das Original

Diese riesige Grotte, 25 m unter der Erde auf einem Kalkplateau der Ardèche in der Region Auvergne-Rhône-Alpes gelegen, ist ein einzigartiges Zeugnis und außergewöhnlich gut erhalten. „Die archäologischen, paläontologischen und künstlerischen Spuren in der Grotte veranschaulichen wie in keiner anderen Grotte aus dem beginnenden Zeitalter des Jungpaläolithikums (jüngerer Teil der Altsteinzeit) die Frequentierung von Grotten zum Zwecke der kulturellen und rituellen Praktiken“, hebt der UNO-Ausschuss für Bildung, Wissenschaft und Kultur hervor.

23.000 Jahre aufgrund eines Felsrutsches unter Verschluss und wiederentdeckt am 18. Dezember 1994 durch drei Höhlenforscher – Jean-Marie Chauvet, Christian Hillaire und Eliette Brunel – enthält sie mehr als tausend Malereien, die ein „beachtenswerter Ausdruck der ersten künstlerischen Schöpfungen des Menschen“ im Jungpaläolithikum, vor 36.000 Jahren darstellen. Es handelt sich um „die ältesten, bis heute bekannten, bildhaften Darstellungen“, präzisiert der Beschluss. Diese Felsenzeichnungen, Werke von Männern und Frauen des Aurignaciens (der ältesten archäologischen Kultur des europäischen Jungpaläolithikums) umfassen ein Bestiarium mit 435 Darstellungen von 15 Tierarten: Bären, Wollnashörner, Löwen, Panther, Bisons …

Künstlerische Qualität

Die Wände zeigen ebenfalls etwa 10 negative und positive Abdrücke von Händen, Darstellungen weiblicher Sexualsymbole und, im hinteren Teil der Höhle, die außergewöhnliche Zeichnung eines weiblichen Unterkörpers neben einem Bison. Das Komitee der UNESCO betont die künstlerische Qualität dieser Malereien: „Die meisterhafte Beherrschung von Farben, die Verbindung von Malerei und Gravur, die Präzision der anatomischen Darstellungen und die Fähigkeit, den Eindruck von Körpern und Bewegungen zu vermitteln“. Am Boden finden sich noch echte Tatzenabdrücke von Bären zweimal so groß wie der Mensch, sowie unzählige Gebeine jener wilden Tiere, die hier überwinterten.

Herausragende Instandhaltung

Hervorragend erhalten und sehr viel größer als die Grotte von Lascaux mit ihren 17.000 bis 18.000 Jahre alten Malereien, umfasst die Höhle mehrere Säle und Galerien auf 800 m Länge und bis zu 18 m Höhe. Durch strenge Instandhaltungsrichtlinien einschließlich eines eingeschränkten Zugangs konnte die Höhle praktisch im Zustand zu Zeiten ihrer Entdeckung erhalten bleiben. Anders als die im Jahre 1940 entdeckte Grotte von Lascaux, war die Grotte Chauvet niemals der Öffentlichkeit zugänglich.

Praktische Informationen zur Caverne du Pont-d'Arc

Öffnungszeiten 2017:

Täglich geöffnet:

  • 6. März bis 7. April: 9.30 - 18.30 Uhr
  • 8. April bis 1. Mai: 8.45 - 20.30 Uhr
  • 2. Mai bis 8. Juli: 8.30 - 20 Uhr
  • 9. bis 31. Juli: 8.15 - 21.45 Uhr
  • 1. bis 25. August: 8.15 - 22.30 Uhr
  • 26. bis 31. August: 8.30 - 20.30 Uhr
  • September: 9 - 19 Uhr
  • 1. bis 20. Oktober: 9.30 - 18.30 Uhr
  • 21. Oktober bis 5. November: 9.30 - 20.30 Uhr
  • 6. November bis 22. Dezember: 10.30 - 17.30 Uhr, an den Wochenenden ab dem 18. November bis 23. Dezember bis 18.30 Uhr
  • 24., 25. und 31. Dezember: 9.30 - 16.30 Uhr
  • 26. bis 30. Dezember: 9.30 - 19.30 Uhr

Der Besuch der Caverne dauert insgesamt etwa 2,5 Stunden.

Eintrittspreise:

  • Erwachsene: 13 Euro
  • Jugendliche (10-17 Jahre): 6,50 Euro
  • Kinder unter 10 Jahren: gratis

Da immer nur eine begrenzte Anzahl an Besuchern durch die Höhle geführt werden können, sind die Tickets schnell ausverkauft. Tickets können vorab über die Internetseite gekauft werden.
Im Eintrittspreis ist eine geführte Besichtigung in 3 Sprachen (frz., engl. und deutsch) enthalten.

Tiere sind auf dem Gelände nicht erlaubt. Bitte lassen Sie Ihr Tier nicht im Auto, da der Parkplatz unbeschattet ist.

Fotografieren im Inneren der Höhle ist verboten.

Anreise

  • Mit dem Auto: von Norden über die Autobahn A7 und A49, Ausfahrt 18 (Montélimar Sud), von Süden über die Autobahn A7 oder A9, Ausfahrt 19, anschließend über die N7 und die D4 bis Vallon Pont-d'Arc. Gratis Parkplätze.
  • Mit dem Zug: TGV-Bahnhof Valence oder Montélimar, dann mit dem Rhône-Alpes-Bus Linie 76 bis Vallon Pont-d'Arc.
  • Mit dem Flugzeug: Flughafen Marseille-Provence oder Flughafen Lyon Saint-Exupéry
  • Shuttlebus: ab Busbahnhof Vallon Pont d'Arc im Juli und August

Informationen

Caverne du Pont d'Arc
Plateau du Razal
F-07150 Vallon-Pont-d'Arc
Tel.: +33 (0)4 75 94 39 40

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