Die Dordogne - ein Eldorado für Kanuten

  • Kanufahren auf der Dordogne

    Kanufahren auf der Dordogne

    © Atout France - Phovoir

  • Mit dem Heißluftballon die Dordogne erkunden

    Mit dem Heißluftballon die Dordogne erkunden

    © L. Druet

Die Dordogne - ein Eldorado für Kanuten argentat fr

In der Nähe des höchsten Berges des französischen Zentralmassivs, dem Puy de Sancy, entsteht in fast 2000 Metern Höhe aus den Quellbächen Dore und Dogne mit einer Länge von fast 500 Kilometern einer der größten Flüsse Frankreichs. Vor allem Anfängern und Familien mit Kindern ab 7 Jahren mit Schwimmkenntnissen bietet die Dordogne als einer der schönsten Wanderflüsse Europas mit unverbauten Ufern, einem eher ruhigen Flusslauf und mediterranem Klima eine Kanuerlebnistour par excellence.

Unterwegs im bezaubernden Dordogne-Tal zwischen Argentat und Beynac

Der ideale Startpunkt für alle Kanuten, die die Dordogne auf feucht-kühlem Wege bezwingen möchten, liegt kurz hinter Argentat beim Campingplatz Europe. Leicht fortgeschrittene Wildwasseradepten erleben hier eine rasante Kanu- bzw. Kajakfahrt vorbei an mehreren Schwällen und Kiesbänken inmitten einer landschaftlich bezaubernden Kulisse. Da das Wehr bei Beaulieu-sur-Dordogne nicht direkt durchfahren werden kann, sollte man kurz davor in den linken Seitenarm mit seiner Bootsrutsche abbiegen (Wildwasserstufen I-II).

Ab Beaulieu-sur-Dordogne schlängelt sich La Douce dann etwas sanfter in die Herzen ihrer wassersportlichen Eroberer und im gleichmäßigen Paddeltakt verblasst allmählich die Hektik des Alltags. Zahmwasser, kleinere Stromschnellen und eine Bootsrutsche bei Carennac prägen die Fahrt bis ins etwa 100 Kilometer entfernte Beynac (Wildwasserstufe I).

Neben einer Vielzahl an Touristen trifft man vor allem auf dem kurzen Abschnitt zwischen Vitrac und Beynac inmitten einer ebenmäßigen Hügellandschaft mit steil emporragenden Kalkfelswänden auf mittelalterliche Schlösser, Burgen und Gemeinden, deren verschwommene Silhouetten sich im glasklaren Wasser widerspiegeln. Da wären zum Beispiel das Château Montfort bei Vitrac, welches majestätisch auf einem zerklüfteten Fels 90 Meter über der Dordogne thront, die direkt vor einer Felssteilwand am Flussufer gelegene Gemeinde La Roque-Gageac, die offiziell zu den schönsten Dörfern Frankreichs zählt, sowie die meistbesuchte Burg Südwestfrankreichs, das Château de Castelnaud.

Obwohl die Dordogne theoretisch auch noch bis kurz vor Libourne befahren werden kann, ist dieser Abschnitt aufgrund einer sehr schwachen Strömung, unpassierbarer Wehre sowie gehäuft auftretender Wasserpflanzen und Algen nicht empfehlenswert. Eine gute Alternative für all jene, die das Kanufieber noch nicht losgelassen hat, stellt der kleine Nebenfluss Vézère dar (Wildwasserstufe I).

Der Weg zu vollendetem Kanugenuss auf der Dordogne

Wer vom mediterranen Klima profitieren möchte, sollte die Monate Juni bis September für einen Kanu- bzw. Kajakurlaub auf der Dordogne näher ins Auge fassen. In der Hochsaison im Juli und August sollte beachtet werden, dass sich auf und an der Dordogne besonders viele Touristen tummeln und der Fluss verhältnismäßig wenig Wasser führt – hier kann es bei schweren Booten immer wieder zu Grundberührungen kommen.

Je nach Kondition und persönlichem Gusto können ab ca. 15 € kleinere geführte Kanuspazierfahrten ab 7 Kilometern Länge beim größten lokalen Kanu- und Kajakverleih Safaraid gebucht werden. Für längere, mehrtägige Touren belaufen sich die Kosten pro Person auf etwa 20 € bis 25 € pro Tag inklusive Bustransfer, Kanuausrüstung, Schwimmwesten, wasserdichter Trockentonnen und Versicherung. Vergessen werden sollten dabei auf keinen Fall ausreichend Essensvorräte, Getränke, Essgeschirr, ein Zelt, Schlafsäcke, Isoliermatten, Regen- und Badekleidung, Handtücher, Sonnenbrillen und Sonnencreme. Kombiniert werden kann die wassersportliche Erkundung der Dordogne auf Anfrage auch mit begleiteten Wanderungen und Besichtigungen.

Individualpaddler sollten für einen entspannten Kanu- bzw. Kajakurlaub an und auf der Dordogne ungefähr 7 Tage einplanen, wobei eine Tagesstrecke von maximal 20 Kilometern pro Tag empfehlenswert ist. Die zahlreichen Campingplätze und einige größere Inseln auf der Dordogne laden dazu ein, es sich am Abend nach einem anstrengenden Paddeltrip vor einem Lagerfeuer gemütlich zu machen und bei einem Glas Bergerac-Wein frisches Baguette und regionale Spezialitäten des Périgord wie Foie Gras und ein Stück Rocamadour zu genießen. Gegen ein geringes Entgelt und bei vorhandenen freien Plätzen kann am Ende der Tour für die Rückfahrt zum Ausgangspunkt der Bustransfer des kommerziellen Verleihers Safaraid genutzt werden.

Sehenswert