Der Wald von Verdun - Zentrale Gedächtnisstätte des Ersten Weltkriegs 1914-1918

  • Der Wald von Verdun war in zwei Weltkriegen Schauplatz von militärischen Auseinandersetzungen

    Der Wald von Verdun war in zwei Weltkriegen Schauplatz von militärischen Auseinandersetzungen

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Der Wald von Verdun - Zentrale Gedächtnisstätte des Ersten Weltkriegs 1914-1918 Verdun fr

Der Staatswald von Verdun im Departement Meuse, Hüter eines der berühmtesten Schlachtfelder des Ersten Weltkrieges, erhielt im Juni 2014 das nationale Siegel „Forêt d’Exception“.

Der Wald von Verdun erhält an zweiter Stelle, nach dem Wald von Fontainebleau im Departement Seine-et-Marne vor einem Jahr, das Siegel „Forêt d’Exception“. Dieses Siegel zeichnet die hervorragende Verwaltung der Wälder aus, die bekannt sind für ihr historisches und sozio-ökonomisches Erbe. Heute stehen noch 16 weitere französische Staatswälder als Kandidaten auf der Bewerberliste.

Historischer Ort der Erinnerung

Die Zeremonie zur Verleihung dieser Auszeichnung fand vor dem Relikt der Schlacht von Verdun statt. Vor dem Hintergrund des hundertsten Jahrestages des Ersten Weltkrieges ist es das Ziel, die touristische Attraktivität des Waldes zu erhöhen, indem man die Kommunikation und Beschilderung, den Besucherempfang, die Vernetzung der Gedenkstätten und die Anlegung von markierten Rundgängen verbessert. Zur Finanzierung der geplanten Einrichtungen hat die französische Forstbehörde ONF in Zusammenarbeit mit dem Generalrat des Departements Meuse und der Kulturstiftung im September letzten Jahres eine öffentliche nationale Spendenaktion ins Leben gerufen.

Hochburg des Gedenktourimus

Verdun und sein symbolträchtiger, 10.000 Hektar großer Wald verzeichnen jedes Jahr ungefähr 350.000 Besucher. Aufgrund der Feierlichkeiten zum hundertsten Jahrestag des Ersten Weltkrieges ist in den ersten sechs Monaten dieses Jahres die Besucherzahl angestiegen.

Der erste Weltkrieg an der Maas: historischer Überblick

1914 beherrschte Europa die Welt. Die Großmächte rivalisierten aus wirtschaftlichen aber auch aus politischen Gründen miteinander. Zwei Bündnisssysteme zur jeweiligen Verteidigung wurden geschlossen, um einen Krieg zu verhindern – auf der einen Seite stand das Dreier bündnis mit Frankreich, England, Russland und den dazugehörigen Kolonien und auf der anderen Seite der Dreibund mit dem Deutschen Reich, Österreich-Ungarn, Italien und ihren Kolonien.

Das Attentat eines bosnischen Studenten auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand und seine Frau in Sarajewo am 28. Juni 1914 brachte das Fass zum Überlaufen. Österreich-Ungarn nahm das Attentat zum Anlass, die schwelende Balkankrise durch das Zurückdrängen des russischen Einflusses zu beenden. Das Ineinandergreifen der unterschiedlichen Bündnissysteme ließ alle beteiligten europäischen Mächte ab Anfang August 1914 in einen Krieg ziehen. Deutschland erklärte Frankreich den Krieg und besetzt recht schnell große Teile des Landes. Nach und nach gesellten sich zu den Allianzen weitere Länder, so einerseits Belgien und Japan 1914, Italien 1915, Portugal 1916 und die USA 1917 und andererseits die Türkei (1914) und Bulgarien (1915) und ließen aus dem europäischen Konflikt einen Weltkrieg werden.

Die Maasregion während des Krieges

Verdun und die Maas sind zu Symbolen des Ersten Weltkrieges geworden. Von 1914 bis 1918, von den Argonnen bis zum ‚Bluthügel‘ von Saint-Mihiel, von Vauquois bis nach Eparges, war die Maasregion dauerhaft Frontregion. Im Zentrum stand Verdun, das größte und weltweit bekannteste Schlachtfeld des 20. Jahrhunderts. Die Schlacht um Verdun war gekennzeichnet durch die Beteiligung von Europäern, Afrikanern, Amerikanern – Hundertausende junger Männer ließen ihr Leben, viele wurden verletzt und traumatisiert, gar verschüttet, sodass einige niemals gefunden werden konnten. Die Maasregion war nicht wieder zu erkennen und hatte unter den Kämpfen besonders zu leiden: Dutzende Dörfer und Städte wurden unwiederbringlich zerstört, landwirtschaftliche Flächen und Wälder wurden in Todeswüsten verwandelt, die zu ‚Roten Zonen‘ erklärt wurden. Die Zivilbevölkerung floh zumTeil für immer aus den frontnahen Gebieten. Die Schlachtfelderbilden heute authentische Orte, an denen die erbitterten Kämpfe des Ersten Weltkriegs nachempfunden werden können.

An der Maas besteht heute ein wichtiges und weltweit bedeutendes geschichtliches Erbe. Dieses Erbe des Ersten Weltkriegs kann aus historischen und archäologischen Gründen sowie aus Gründen der Erinnerungskultur als eindrücklich und authentisch bezeichnet werden. Befestigungsanlagen, Geschützstellungen und betonierte Unterstände, Schützengräben und Verbindungsstollen, Minenkrater und Bombeneinschlagstrichter, Tunnel, Denkmäler, Gräber und Gedenkkreuze kennzeichnen das gesamte Departement auf einer riesigen Fläche.

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