Der Nationalpark Réunion

  • Nationalpark La Réunion

    Nationalpark La Réunion

    © IRT - Stephane Michel

  • Bergkette Salazie auf La Réunion

    Bergkette Salazie auf La Réunion

    © IRT - Stephane Michel

  • Vulkan im Nationalpark La Réunion

    Vulkan im Nationalpark La Réunion

    © IRT - Richard Bouhet

  • Bergkette des Mafate bei Sonnenaufgang

    Bergkette des Mafate bei Sonnenaufgang

    © IRT - frog 974 photographies

  • Bergkette des Piton des Neiges

    Bergkette des Piton des Neiges

    © IRT - frog 974 photographies

  • Wanderwege zum Mafate

    Wanderwege zum Mafate

    © IRT - Emmanuel Virin

Der Nationalpark Réunion Saint-Denis re

Rauchende Lavafelder und tosende Wasserfälle, bizarre Schluchten und wildromantische Talkessel, karge Wüsten und üppig grüne Vegetation – das ist der Nationalpark Réunion. Er wurde am 5. März 2007 als neunter Nationalpark Frankreichs gegründet. 

Östlich von Madagaskar im Indischen Ozean gelegen, hat die französische Überseeinsel La Réunion seit 2007 einen Nationalpark. Gegründet wurde er zum Schutz der endemischen Fauna und Flora – also jener Tier- und Pflanzenarten, die es nur hier und nirgendwo sonst auf der Welt gibt. Auf diesem Gebiet hat La Réunion einen Spitzenplatz inne, besitzt das Übersee-Département doch fünfmal mehr solcher endemischer Arten als etwa die Galapagos-Inseln.

Der Wald des Berges Maïdo, der Wald von Trois-Bassins, der Talkessel Mafate und die Hänge des Grand Bénare sind außergewöhnliche Landschaften, die unter dem Schutz des Parkes stehen.

Zone des Nationalparks

Die Kernzone des Nationalparks umfasst 1.054 Quadratkilometer und macht somit eine Fläche von 40% der Inseloberfläche aus. Dazu gehört der aktive Vulkan, der Piton de la Fournaise(2.631m), im Osten von La Réunion. Er gilt als einer der aktivsten Vulkane der Welt, der letzte Ausbruch fand im September 2016 statt.

Das Gebiet des Nationalparks umfasst weiterhin den vor 12.000 Jahren erloschenen Vulkan Piton des Neiges (3.070m) und die drei von ihm geschaffenen Talkessel. Denn die entleerten Magmakammern an seinen Flanken sind eingebrochen und haben drei Calderen, kesselförmige Krater, gebildet. Mit ihren steilen Wänden machen diese „Cirques“ genannten Krater einen großen Teil des Reizes von La Réunion aus. Im südwestlichen Bereich des Vulkans befindet sich der Cirque de Cilaos, im nordöstlichen der Cirque de Salazie und im Nordwesten der Cirque de Mafate. Er ist allerdings nur zu Fuß oder mit dem Hubschrauber erreichbar.

Viele unerforschte Insektenarten

Über 230 endemische Pflanzenarten, darunter allein 120 Orchideensorten, gibt es hier. Obwohl der Mensch seit der Besiedlung der Insel im 17. Jahrhundert mehr als 2000 Pflanzenarten eingeführt hat, ist die Vegetation auf rund einem Drittel der Fläche von La Réunion heute noch ursprünglich.

La Réunion verfügt über sehr viele Insektenarten, von denen viele noch unerforscht sind, aber nur über eine einzige einheimische Säugetierart: die Fledermaus. Ansonsten prägen vor allem die 18 einheimischen Vogelarten, die heute hier noch leben, die Tierwelt. Darunter befinden sich auch die graziösen "Paille-en-Queue"-Vögel, die kleinen Waldvögel "Tec-Tec", der einzige heimische Greifvogel Papangue oder bedrohte Arten wie die Sturmschwalbe. Ein Problem auf La Réunion: Katzen und Ratten, die es ursprünglich hier nicht gab, jagen die Vögel.

Weltnaturerbe der UNESCO

Seit August 2010 gehört diese nur in zwei kleinen Gebieten bewohnte Kernzone des Nationalparks zum Weltnaturerbe der UNESCO. Unter dem Titel "Pitons, cirques et remparts de l'île de La Réunion" (dt. Gipfel, Talkessel und Steilhänge der Insel La Réunion) wurde er in die UNESCO-Liste aufgenommen. Neben der außergewöhnlichen Pflanzen- und Tierwelt hat zweifellos die grandiose Landschaft den Ausschlag für diese Anerkennung gegeben.

Im Herzen des Nationalparks befinden sich die folgenden 4 Orte, die zum Welterbe gehören:

  • Der Wald von Mare-Longue in Saint-Philippe mit den am besten erhaltenen Überbleibseln eines tropischen Regenwalds in Tiefenlage.
  • Der Piton de Sucre und La Chapelle im Talkessel von Cilaos befinden sich in einer engen Schlucht, die das reißende Wasser des Bras Rouge gegraben hat. So dringt der Besucher ein in eine uralte Magmakammer, welche schon seit 100.000 Jahren keine Lava mehr beinhaltet.
  • Der Piton d'Anchaing im Talkessel Salazie erhebt sich wie ein Block 1356 Meter über den Boden des Talkessels.
  • In Grande Chaloupe zwischen Saint-Denis und La Possession befindet sich einer der letzten Überbleibsel des Halbregenwaldes, der einst die ganze Westküste der Insel bedeckte.

Wandern im Nationalpark

Wandermöglichkeiten gibt es praktisch überall. Allerdings ist im Sommer, also von Dezember bis März, Regenzeit mit extrem hohen Niederschlagsmengen angesagt. Normalerweise muss man mit dem Auto zum Ausgangspunkt der Wanderung fahren. Für den Osten der Insel hat die Nationalpark-Verwaltung aber sechs Touren zusammengestellt, die problemlos mit einem Linienbus zu erreichen sind. Der Schwierigkeitsgrad reicht vom einstündigen Familienspaziergang bis zur zweitägigen, sehr anspruchsvollen Tour (weitere Infos dazu inklusive Karte und Busfahrplan auf der Website des Nationalparks, siehe unten):

  • Cascade Biberon: Pfad zum Wasserfall Biberon, Zugang über öffentliche Wege 45min, Wanderung 1 Stunde (hin und zurück), einfach, für Familien geeignet, Höhenunterschied 100m
  • Sentier botanique de la Petite Plaine: Zugang über Waldwege 30min, Wanderung 1 Stunde (Schleife), Höhenunterschied 100m, einfach
  • Fôret de Bébour über den GR2: 2 Varianten, mittlere Schwierigkeit mit 4 Stunden Dauer und 500m Höhenunterschied, schwerer Weg mit 6 Stunden Dauer und 800m Höhenunterschied
  • Piton Textor: Dauer 6 Stunden, Niveau schwer, Höhenunterschied bis zu 900m
  • Entdeckung Vulkan über Piton Textor: sehr schwerer Weg, nur für geübte Wanderer, 2-Tages-Tour mit Etappen von 5 Stunden und 7 Stunden, Höhenunterschied bis zu 2.200m
  • Hell Bourg - Petite Plaine: schwere 2-Tages-Wanderung mit Etappen von 2 Stunden und 6-7 Stunden

Bei allen Wanderungen gilt, sich vorher über die Wetterverhältnisse zu informieren. Denn die Wege können bei Regen zum Teil sehr rutschig sein. Es besteht dann Absturzgefahr.

Nationalparkhaus

Ein Nationalpark-Haus (Maison du Parc), auf halbem Weg zwischen den beiden Vulkanen Piton des Neiges und Piton de la Fournaise, informiert über die Flora und Fauna des Nationalparks. Seit Mitte 2015 gibt es hier ein Interpretationszentrum. Dieser bühnenbildnerisch gestaltete Bereich hebt die landschaftlichen Verschiedenheiten und die Artenvielfalt der Vulkanlandschaften, Talkessel und Hochebenen hervor. Besucher können hier die geologischen, biologischen und kulturellen Besonderheiten der Insel kennenlernen, die Entstehung besser verstehen.

Nationalparkhaus der Insel La Réunion - Maison du Parc National
258 rue de la République
97431 La Plaine des Palmistes
Tel.: +262 (0)2 62 90 11 35
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 8.30-17.30 Uhr, Samstag 8.30-12 Uhr und 14-16 Uhr