Der Nationalpark Pyrenäen

  • Lac de Gaube und Pic de Vignemale im Tal von Cauterets

    Lac de Gaube und Pic de Vignemale im Tal von Cauterets

    © Atout France - C. Bibollet

  • Flusslauf

    Flusslauf

    © Atout France - Phovoir

  • Midi-Pyrenäen

    Midi-Pyrenäen

    © Atout France - Phovoir

  • Wandern in den Pyrenäen

    Wandern in den Pyrenäen

    © Atout France - Catherine Bibollet

Der Nationalpark Pyrenäen Soussoueou 64440 Laruns fr

Er ist ein Grenzfall: zwischen Frankreich und Spanien, aber auch zwischen Atlantik und Mittelmeer. Das Klima beider Meere vermischt sich im Nationalpark Pyrenäen – und bringt eine außergewöhnliche Pflanzen- und Tierwelt hervor.

100 Kilometer lang, aber nur maximal zehn Kilometer breit, erstreckt sich der Nationalpark Pyrenäen zwischen den Flüssen Gave d’Aspe im Westen und Neste d’Aure im Osten entlang der Grenze zu Spanien. Er ist einer der höchstgelegenen Nationalparks Frankreichs: Jeder seiner insgesamt über 2500 Quadratkilometer befindet sich mindestens 1000 Meter über dem Meeresspiegel, seine höchste Erhebung ist der 3298 Meter hohe Pic du Vignemale.

Außergewöhnliche Tierwelt

Die Pyrenäen bilden eine Klimagrenze, an der sich die feuchte Luft aus Frankreich mit der trockenen Luft aus Spanien vermischt. Das begünstigt das Entstehen einer speziellen Pflanzenwelt mit vielen nur hier wachsenden Arten wie der Pyrenäen-Lilie, dem Pyrenäen-Baldrian oder dem langblättrigen Pyrenäen-Steinbrech. Auch die Tierwelt ist außergewöhnlich: Einige wenige Braunbären leben hier, die letzten Frankreichs. Allerdings handelt es sich um ausgewilderte Tiere. Große Raubvögel wie zum Beispiel Steinadler oder Lämmer- und Gänsegeier sind hier genauso zu Hause wie Gämsen, Fischotter und vor allen Dingen sehr viele Murmeltiere.

Die 457 Quadratkilometer große Kernzone des Nationalparks steht unter besonderem Naturschutz. So ist hier Blumenpflücken ebenso verboten wie Jagen, und Hunde müssen draußen bleiben. Obgleich außerhalb der Kernzone gelegen, gilt dies auch für die beiden Naturreservate Réserve naturelle nationale du Néouvielle und Réserve naturelle nationale des vautours fauves d’Ossau in den östlichen Pyrenäen.

Rustikal übernachten in Berghütten

Da die Kernzone unbewohnt ist, gibt es hier keine Hotels, Pensionen oder Restaurants. Wer mehr als nur einen Tagesausflug in die Kernzone plant und nichts gegen eine rustikale Bleibe hat, kann aber im Sommer nach vorheriger Reservierung in einer der Berghütten übernachten. Diese Berghütten bieten Matratzenlager und sind zum Teil bewirtschaftet, aber mit dem Auto ausnahmslos nicht erreichbar. Camping ist in der Kernzone verboten, Biwak dagegen unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt.

Die 2064 Quadratkilometer große Gürtelzone, in der rund 40.000 Menschen leben, ist touristisch voll erschlossen und verfügt über ausreichend Unterkünfte und Gaststätten. Hier befinden sich auch die Tourismusbüros und Nationalpark-Häuser. Zusammen mit dem Hauptsitz des Nationalparks in Tarbes gibt es neun solcher „Maisons du parc national“. Unter anderem bieten sie Ausstellungen, bebilderte Vorträge und weitere kostenlose Veranstaltungen an.

Sechs Täler voller Natur und Kultur

Einen Aufenthalt wert sind vor allem diese sechs in der Gürtelzone gelegenen Täler:

  • Vallée d‘Aspe: Am westlichen Rand des Nationalparks gelegen, gehört das Vallée d’Aspe zu den ursprünglichsten und romantischsten Pyrenäentälern. Und zu den geschichtsträchtigsten – unter anderem, weil hier der Jakobsweg nach Santiago de Compostela hindurchführt.
  • Vallée d’Ossau: Hier weiden sehr viele Viehherden, und das Vallée d’Ossau ist bekannt für seinen leckeren Käse. Zu den besonderen Attraktionen zählen das Plateau du Bénou mit seinen Monolithen, Steinkreisen und anderen Zeugnissen aus der Frühgeschichte sowie die Falaise aux vautours in dem kleinen Ort Aste-Béon, wo man seltene Geierarten beobachten kann.
  • Val d’Azun: Wird auch das „Tal des Lichts und des Wassers“ genannt. Besonders sehenswert: der Raubvogel-Lehrpfad am Fuß des Pic du Gabizos und der Ort Arcizans-Dessus, wo 22 sehr schön restaurierte Mühlen einen kleinen Bach säumen.
  • Vallée de Cauterets: Hier befindet sich der höchste Berg der französischen Pyrenäen, der Vignemale (3298 Meter).
  • Val de Luz/Gavarnie: Mit Sicherheit einen Abstecher wert: die drei Kalkstein-Gebirgskessel „Cirque de Gavarnie“, „Cirque d’Estaubé“ und „Cirque de Troumoux“. 1997 hat die UNESCO sie in ihr Weltnatur- und -kulturerbe aufgenommen.
  • Vallée d’Aure: Das am östlichsten gelegene Tal hat viele landschaftlich sehr unterschiedliche und reizvolle Abzweigungen.

Interessante Wandertouren im Pyrenäen-Nationalpark

Wanderer kommen in den Pyrenäen überall auf ihre Kosten. Auf ihrer Website (siehe unten) stellt die Nationalpark-Verwaltung für alle sechs genannten Täler interessante Touren vor und gibt entsprechende Kartenempfehlungen. Wer will, kann einen Wanderführer buchen. Oder von Juli bis August nach vorheriger Anmeldung an einer vom Nationalpark organisierten geführten Wanderung teilnehmen.