Das Mémorial ACTe in Guadeloupe

  • Mémorial ACTe auf Guadeloupe

    © Guillaume Aricique

    Mémorial ACTe auf Guadeloupe

    © Guillaume Aricique

Das Mémorial ACTe in Guadeloupe Guadeloupe fr

Das im Juli 2015 eröffnete Museum "Mémorial ACTe" auf Guadeloupe erinnert an die Geschichte der Sklaverei. 2017 wurde es mit dem Museumspreis des Europarates ausgezeichnet.

Verkörperung von Geschichte

Das Museum wurde auf dem Gelände errichtet, auf dem einst die größte Zuckerrohrfabrik der Insel stand – und einer der größten Sklavenbetriebe bis ins 19. Jahrhundert. Der futuristische Bau, der von einem lokalen Architektenteam entworfen wurde, bringt auf über 4350 qm² die Geschichte der Sklaverei zum Ausdruck: Die schwarze Fassade soll an die Opfer des Sklavenhandels erinnern. Und die filigrane Netzstruktur, die den Bau bedeckt, stellt die Wurzeln des wilden Feigenbaums dar, eine typische Pflanze der Insel. Ein großzügiger Garten, der einen Panoramablick auf Bucht und Stadt bietet, lädt zur Einkehr ein. Er ist gleichzeitig ein Symbol des einzigen Ortes der Freiheit, der den Sklaven sonntags manchmal zugestanden wurde.

Dauerausstellung

Die Dauerausstellung des Mémorial ACTe konzentriert sich auf die Geschichte der Sklaverei und des Menschenhandels auf Guadeloupe und in der Karibik von der Antike an bis heute. Dabei können die Besucher auch die Wege der Sklaven (viele afrikanische Sklaven wurden in die Karibik verschifft) und einzelne Schicksale nachverfolgen. Doch auch der Weg zur Abschaffung der Sklaverei (Abolitionismus) und die verschiedenen Widerstandsbewegungen stehen im Vordergrund der Ausstellung.

Kunstwerke

Zahlreiche Kunstwerke zieren die Ausstellung, so unter anderem buntbemalte, als Triptychon angeordnete Holzblöcke vom Künstler Thierry Alet, die die indianische Kunst vor der Ankunft von Christoph Kolumbus repräsentieren. Werke des Kameruners Pascale Marthine Tayou, der Amerikanerin Kara Walker und des aus Guadeloupe stammenden Künstlers Shuck One regen den Betrachter an, die Ursprünge der Sklaverei zu hinterfragen, das Verhältnis von Herr und Sklave und die damit einhergehenden Rituale.

Interaktion

Viele Bildschirme und andere audivisuelle Medien lassen den Besucher die Ausstellung auf besondere Weise erleben: Sie erzählen die Geschichte bedeutender Persönlichkeiten wie Jean Garrido, Francis le Wolof oder Louis le Marron. In der Mediathek gibt es zahlreiche Filme und Bücher zur Geschichte der Sklaverei.

Praktische Informationen

Öffnungszeiten

  • Dienstag bis Donnerstag: 9.00 bis 19.00 Uhr
  • Freitag und Samstag: 9.00 bis 20.00 Uhr
  • Sonntag: 10.00 bis 18.00 Uhr

Preise

  • Erwachsene: 15€
  • Ermäßigt: 10€
  • Kinder von 3-12 Jahre: 5€