Béthune im Ersten Weltkrieg

  • Die Fassaden am Grand Place in Béthune nach dem Wiederaufbau

    Die Fassaden am Grand Place in Béthune nach dem Wiederaufbau

    © P. Morès

Béthune im Ersten Weltkrieg Béthune fr

Die Stadt Béthune erlebte die längsten Zeit des Ersten Weltkriegs unter britischer Besatzung. Den Alliierten gelang es im Oktober 1914  die deutschen Truppen acht Kilometer vor Béthune aufzuhalten, wo diese bis zur sogenannten Frühjahrsoffensive 1918 ausharrten. Die Angriffe vom Frühling 1918 führten zur fast vollständigen Zerstörung der Stadt.

Die Frühjahrsoffensive 1918

Im Frühling 1918 will das deutsche Oberkommando die Entscheidung an der Westfront vor Ankunft der Amerikaner in Europa erzwingen. Dazu lanciert es die "Kaiserschlacht" mit mehreren Offensiven an diversen Standorten der Front. Der Angriff der Mittelmächte kam für die Allierten überraschend, da sie an einen nahen Zusammenbruch insbesondere des deutschen Heers geglaubt hatten. In Flandern erfolgte der Angriff längs dem Flüßchen Lys und ermöglicht es der deutschen Armee die Gemeinde Bailleul einzunehmen und den Mont Kemmel zu bedrohen. Aber einmal mehr scheiterten sie vor Béthune. Diese Niederlage wurde mit massiver Bombardierung vergolten.

Angriffe auf Béthune

Ab dem 15. Mai gingen Brand- und Explosionsgranaten auf das Stadtzentrum nieder. Für über vier Tage stand die Stadt in Brand. Die Artillerie machte den Grand Place und sein Umgebung dem Erdboden gleich. Der Sandstein- Belfried aus dem 14. Jahrhundert, geschützt durch die umliegenden Häuser, wurde zwar schwer beschädigt, blieb aber stehen. Das Rathaus und ein Viertel der Gebäude der Stadt weuden schwer beschädigt.

Wiederaufbau

Nach dem Krieg konzentrierte man die Anstrengungen und die finanziellen Mittel für den Wiederaufbau von Béthune auf den Grand Place, während die Arbeiten in der restlichen Stadt der Privatinitiative überlassen bleiben. Da die Grundstücke besonders klein sind - manchmal beträgt die Fassadenbreite lediglich 2,70 Meter - beschloß der mit der Renovation beauftragte Architekt Jacques Alleman, die Fassaden mit hohen Giebeln und Relief-Ornamenten zu gestalten, die Art Deco mit regionaler Tradition kombinieren.

Für das neue Rathaus passt er diese Architekturlösungen an den monumentalen Charakter des Gebäudes an. Das Stadtwappen auf der Fassade ist flankiert vom Croix de la Guerre und dem Orden der Ehrenlegion, mit dem die Stadt nach dem Krieg ausgezeichnet wurde. Die Gebäude rund um die Grand Place mit ihren Giebeln und Balkonen, umgeben wie ein Schrein das symbolträchtige Juwel des Platzes: den Belfried, der seither sein Glockenspiel zurückbekommen hat.

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