Die Abtei Mont Saint-Michel

  • Radfahrerin vor dem Mont-Saint-Michel

    Radfahrerin vor dem Mont-Saint-Michel

    © Atout France/Pierre Torset

  • Bucht des Mont-St.-Michel

    Bucht des Mont-St.-Michel

    © Atout France - PHOVOIR

  • Mont-Saint-Michel in der Dämmerung

    Mont-Saint-Michel in der Dämmerung

    © Atout France - Jérôme Berquez

Die Abtei Mont Saint-Michel 50170 Le Mont Saint-Michel fr

Wollen Sie eines der umfangreichsten, schwierigsten und kostspieligsten Bauprojekte des Mittelalters kennenlernen? Kommen Sie zum Mont St. Michel in der Normandie. Die pyramidenförmig angelegte, hoch in den Himmel ragende Abtei liegt auf einer felsigen Insel, etwa einen Kilometer vor der Küste im Wattenmeer des Ärmelkanals. Bei Flut ringsum vom Meer umspült, bietet dieser „Glaubensberg“ auch bei Ebbe einen beeindruckenden Anblick.

 

Die Gründung der Abtei soll auf eine Erscheinung des Bischofs von Avranches zurückgehen: 708 wurde er im Traum vom Erzengel Michael mehrfach zum Bau einer Kirche aufgefordert. Und so begann man mit der Errichtung eines Bauwerks, dessen Fertigstellung Hunderte von Jahren dauerte. Im 10. Jahrhundert siedelten sich schließlich die ersten Benediktiner in der Abtei an. Aus dem 10. Jahrhundert stammt etwa die Kirche Notre-Dame-sous-Terre, in der 996 die Hochzeit des Herzogs Richard II. mit Judith de Bretagne stattfand. Mit diesem Ereignis erlebte das Benediktinerkloster einen lange dauernden Aufschwung, der von zahlreichen Baumaßnahmen begleitet war. Über 500 Jahre wurde an den Anlagen gearbeitet. Die Abtei wurde zu einer regelrechten Festung ausgebaut, die während der Hugenottenkriege allen Angriffen trotzte. Während der französischen Revolution wurde das Kloster aufgegeben und lange als Gefängnis genutzt. Seit den sechziger Jahren leben hier wieder einige Benediktiner und füllen die Klosteranlagen mit geistlichem Leben.

 

Romanik, Gotik und viele andere Einflüsse machen das Bauwerk zu einem schwer zu beschreibenden Ganzen, in dem sich die unterschiedlichsten Stile wiederfinden. Die lange Bauzeit, die Größe des Bauvorhabens selbst, das schwierige Gelände, auf dem der Glaubensberg thront, zahlreiche Planänderungen und viele weitere Faktoren haben dazu beigetragen, dass man auf dem Mont St. Michel heute ein sehr komplexes Ensemble vorfindet, das den Besucher auf Schritt und Tritt mit Erstaunen erfüllt. Im Mittelalter galt dieses Bauwerk in schwindelerregender Höhe als ein wahres Wunderwerk Gottes. Und auch heute noch ist es atemberaubend.

 

Über die Grand Rue, die einzige Straße der kleinen Gemeinde, nähert man sich diesem Wunder, dem „Merveille“. Der dreistöckige Klosterkomplex wurde an der Nordseite der Insel errichtet und ist zugleich Unterbau der Abteikirche. Vom ehemaligen Vorratskeller und Almosenraum über den Salle de Chevalier, den Rittersaal, und den Salle d’hôtel, den Gastraum, gelangt man weiter durch den Komplex, erreicht den Kreuzgang, das Brunnenhaus, das Refektorium – und schließlich die Abteikirche selbst. Sie schlägt einen architektonischen Bogen von der Frühromanik bis hin zur Spätgotik und war Jahrhundertelang Ziel der Pilger, die hier den Reliquien des Heiligen Michael Ehre zollten.

 

Die Abtei besteht aus mehr als 20 Sälen, darunter eine Kapelle im vorromanischen Stil, romanische und gotische Konventsgebäude sowie ein Chorraum im spätgotischen Stil. Im Laufe der Jahrhunderte und in Folge von Bränden, Umbauten, architektonischen Anpassungen und veränderten Nutzungsbedingungen hat sich die Abtei immer wieder verändert. Dennoch ist sie bis heute eine wichtige Pilgerstätte geblieben. Neben ihrer religiösen Bedeutung hat sie gegenwärtig vor allem eine symbolische Funktion als Abbildung der Romantik. So ging ein Teil der Abtei 1204 bei einem Brand in Flammen auf, der durch den berühmten Bau Merveille ersetzt wurde, der Empfangssäle für die Pilger beherbergte (Seelsorge und Gästeräume) sowie Wohnbereiche für die Mönche (Skriptorium, Speisesaal der Mönche).

 

Während des Hundertjährigen Krieges wurde das Dorf am Fuße der Abtei von einer mächtigen Festungsmauer umgeben. Der heroische Widerstand des Bergs gegenüber den Engländern machte aus ihm das Symbol der Nationalidentität.

Der Chor der Kirche, der 1421 einstürzte, wurde, als der Frieden wieder einkehrte, durch ein prächtiges Bauwerk im gotischen Flamboyantstil ersetzt. Die Abtei bietet somit ein einzigartiges Panorama auf die mittelalterliche Architektur. 1790 verließen die Mönche ihr Kloster, das daraufhin bis 1863 als Gefängnis diente.

 

Noch heute ist der Mont St. Michel für viele Gläubige ein wichtiges Pilgerziel. Doch vor allem zieht er die Reisenden an. Über drei Millionen Menschen werden hier alljährlich in den Bann der einzigartigen Atmosphäre gezogen. Das Auge kann sich nicht satt sehen an diesem Stein gewordenen Zeugnis mittelalterlicher Baukunst. Und auch nicht an der Einzigartigkeit des Spiels der Gezeiten, die hier in der Bucht mit bis zu 13 Metern den höchsten Tidenhub ganz Europas erreichen. Planen Sie also ruhig viel Zeit ein für einen Besuch des Mont St. Michel.

 

Die Abtei des Mont-Saint-Michel steht seit 1874 unter staatlichem Denkmalschutz und gilt als Schmuckstück religiöser Architektur. Die gesamte Bucht überragend, gibt sie ein eindrucksvolles Beispiel für die Baukunst des Mittelalters.

 

Öffnungszeiten Abtei:

  • Vom 2. Mai bis 31. August: täglich 9 Uhr bis 19 Uhr, letzter Einlass 18.00 Uhr
  • Vom 1. September bis 30. April: täglich 9.30 Uhr bis 18 Uhr, letzter Einlass 17.00 Uhr

Am 1. Januar, 1. Mai und 25. Dezember geschlossen.

 

Preise:

  • Erwachsene: 9 Euro
  • Ermäßigt: 7 Euro
  • Kinder und Jugendliche bis 25 Jahre aus einem EU-Staat: Eintritt frei
  • Behinderte und eine Begleitperson: Eintritt frei
  • Gruppen: 7 Euro/Person (1 Begleiter je 20 Personen und 1 Fahrer frei)
  • Schülergruppen: 30 Euro pro Gruppe

Besichtigungen:

Geführte Besichtigungen

  • Erwachsene: 13 Euro
  • Jugendliche (18 bis 15 Jahre): 9 Euro
  • Kinder bis 18 Jahre: gratis

Audio-Führer

Ausleihe eines Audio-Führers: 4,50 Euro, für Paare: 6 Euro

Bitte beachten Sie, dass Tiere in der Abtei und in den Shuttle-Bussen nicht zugelassen sind. Bei der Touristeninformation finden Sie Hundezwinger, die Sie für 8 Euro nutzen können.

 

Anreise:

Mit dem Auto

Im Zuge der Renaturierung der Bucht wurde der Zugang zum Mont St-Michel neu gestaltet. Sie erreichen die jetzigen Parkplätze über folgende Straßen:

  • aus Richtung Saint-Malo: Ausfahrt n°2, D155 und D797 oder N176 Richtung Pontorson, danach D976.
  • aus Caën: Ausfahrt n°8, N175 Richtung Rennes bis Pontaubault, dann D43, D75 und D275 Richtung Mont-Saint-Michel

Vom Parkplatz erreichen Sie den „Glaubensberg“

  • über verschiedene Wege zu Fuß in ca. 30 Minuten
  • mit dem Shuttlebus „Passeur“ (kostenlos) in ca. 12 Minuten über die Deichstraße. Der Shuttle ist ganzjährig von 7.30 Uhr morgens bis 1 Uhr nachts im Einsatz und auch für Personen mit eingeschränkter Mobilität geeignet.
  • mit der Kutsche "La Maringote" (Einzelfahrt: 5,30 Euro) 

Parkplatzgebühren:

  • Pkw: 11,70 Euro für 24h, 23,40 Euro für 48h, unter 2h 6,30 Euro, nachts von 19 Uhr -2 Uhr kostenfrei
  • Motorrad: 4,20 Euro/Tag
  • Wohnmobil: 17,20 Euro für 24h, 34,40 Euro für 48h
  • Bus: 57 Euro/Tag

* Preise inkl. MwSt. vom 17. März bis zum 31. Dezember / Tag: bis 2 Uhr nachts

Mit dem Zug

  • zum Bahnhof Pontorson
  • ab Pontorson weiter mit dem Shuttlebus Pontorson – Le Mont (Einzelfahrt: 2,80 Euro)

Zu Fuß

  • Im Juli 2014 wurde die 700 Meter lange Fußgängerbrücke feierlich eröffnet. Die von dem österreichischen Stararchitekten Dietmar Feichtinger entworfene Brücke verbindet das UNESCO-Weltkulturerbe mit dem Festland und kann, im Gegensatz zum alten Zubringer, bei Ebbe und Flut passiert werden.

Weitere Informationen

Abbaye du Mont Saint-Michel
Tel.: +33 (0)2 33 89 80 00
E-Mail: abbaye.mont-saint-michel@monuments-nationaux.fr

 

Fremdenverkehrsamt Mont Saint-Michel
Tel.: +33 (0)2 33 60 14 30

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