1. Weltkrieg: Wege der Erinnerung in Champagne-Ardenne

  • Deutsches Militärcamp Vallée Moreau

    Deutsches Militärcamp Vallée Moreau

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  • Kathedrale von Reims

    Kathedrale von Reims

    © Champagne-Ardenne Tourisme

  • Centre d'Interpretation Marne 14-18

    Centre d'Interpretation Marne 14-18

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  • Militärfriedhof von Suippes

    Militärfriedhof von Suippes

    © Champagne-Ardenne Tourisme

  • Schützengraben Maon de Massiges

    Schützengraben Maon de Massiges

    © John Foley_Champs de la Memoire_CRT Champagne-Ardenne

1. Weltkrieg: Wege der Erinnerung in Champagne-Ardenne Reims fr

Das Gebiet der nördlichen Champagne ist für die zwei Marne-Schlachten bekannt, die hier 1914 und 1918 tobten, und war im Ersten Weltkrieg der Schauplatz heftiger Kampfhandlungen. Die Ardennen und der Nordwesten des Departements Marne verbleiben während der gesamten Kriegsdauer unter deutscher Besetzung. Der Argonner Wald ist das Terrain schlimmer Auseinandersetzungen, und die Stadt Reims wird systematisch bombardiert und somit unerbittlich in Trümmer gelegt.

Noch heute sind zahlreiche Überreste dieses Konflikts erhalten. Er hinterließ dauerhafte Spuren auf dem gepeinigten Boden der Region Champagne, der von Bombenkratern und Schützengräben durchzogen ist, aber auch in ihren Landschaften wie auch jenen des Departements Ardennes, die von riesigen Friedhöfen und Gedenkstätten für die Soldaten aus aller Herren Länder übersät sind.

Die 1. Marne-Schlacht

Durch den Sieg der Alliierten in der 1. Marne-Schlacht (5.-12 September 1914) wird die deutsche Armee in den Norden von Soissons und Reims zurückgedrängt. Anschließend stabilisiert sich die Front bzw. verschiebt sich nur mehr leicht, allerdings jedes Mal zum Preis von Tausenden Toten und Verletzten 1915 und 1917, bis zur deutschen Großoffensive im Frühjahr 1918. Die siegreiche deutsche Armee stößt erneut bis zur Marne zwischen Château-Thierry und Epernay vor.

Im Osten erinnern die zahlreichen Gedenkstätten der Argonnen an die August- und Septemberoffensiven von 1914, die Kampfhandlungen im dichten Argonner Wald 1914 und 1915 sowie die Offensive von 1918. In Vienne-le-Château befindet sich das Kriegslager von Vallée Moreau. Hierbei handelt es sich um ein bemerkenswert restauriertes deutsches Militärcamp.

Die 2. Marne-Schlacht

Im Zuge der 2. Marne-Schlacht (15-18 Juli 1918) wird fast der gesamte besetzte Teil der Champagne (bis Mézières und Sedan) noch vor dem Waffenstillstand am 11. November befreit. Diese Schlacht wütet nur im Westen des Departements und verursacht weit mehr Schaden als die erste. Durch den Einsatz der Artillerie in den zwei Lagern und die besondere Bedeutung des Manövers lösen die Kampfhandlungen eine bis dahin noch nie da gewesene Eskalation der Gewalt aus.

Am Ende der Kampfhandlungen 1918 ist die Champagne ein einziges Feld der Ruinen: improvisierte Eisenbahnlinien und Rangierbahnhöfe verlaufen mitten in der Natur, das Gebiet ist von Millionen Granatlöchern übersät, Schützengräben versinken unter einem Meer von Stacheldraht und Metallpfählen. Die Gedenkstätte La Main de Massiges blieb unverändert mit Granatentrichtern und Schützengräben aus der Zeit von 1914 bis 1915 in originalgetreuer Form erhalten.

Auf dem Militärfriedhof von La Crouée in Souain-Perthes-Les Hurlus sind 30.000 gefallene Soldaten auf 60.000 m² begraben und auch auf dem Friedhof La Marfée in Noyers-Pont-Maugis wurden die Toten des Krieges begraben.

Denkmäler und Erinnerungsorte in Champagne-Ardenne

Zahlreiche Erinnerungssorte und historische Monumente zeugen von den beharrlichen Kämpfen und dem Kriegsalltag. Das Fort de la Pompelle, die einzige Zitadelle des Defensivsystems von Séré de Rivières, die ins Kreuzfeuer der Geschütze geriet, Fort und Batterie des Ayvelles oder die Festung von Sedan in den Ardennen.

Die Stadt Reims wurde zu 80% durch deutsche Bombardements zerstört. Die Kathedrale Notre-Dame, die bereits im September 1914 in Flammen stand, wurde von den 4 Kriegsjahren stark in Mitleidenschaft gezogen. Sie wurde, wie auch viele Bauwerke, sorgfältig originalgetreu restauriert und rekonstruiert.

Die Erinnerung an die Schlachten ist nicht erloschen. Das Siegesdenkmal an der Marne in Mondement ist ein riesiger Block mit den geschnitzten Darstellungen der Generäle, die das Kommando der Armeen in dieser Schlacht innehatten. Beim Denkmal der Marne-Schlachten in Dormans handelt es sich ebenfalls um eine Kapelle und ein Beihaus mit den Überresten von eintausend Soldaten aller Nationalitäten.

Am Ende des Krieges wurde Totendenkmäler errichtet und die Namen der gefallenen Armeesoldaten und zum Teil der Kriegsopfer gesammelt, wie beim Monument aux Héros de l’Armée Noire. Das Amerikanische Denkmal von Blanc-Mont in Sommepy-Tahure, auf dessen Gipfel sich ein Panoramaausblick bietet, erinnert an die 6.000 amerikanischen Soldaten, die in der Champagne und den Argonnen ihre Leben gelassen haben.

In Saint-Hilaire-le-Grand erinnert eine orthodoxe Kapelle mit weißen Mauern und blau-goldenen Zwiebeltürmen an die 6.100 russischen Soldaten, die in Frankreich im Ersten Weltkrieg gefallen sind.

Das Totendenkmal von Navarin in Souain-Perthes-les-Hurlus ist eine riesige Pyramide mit Krypta und Beinhaus, in denen die Überreste von mehr als 10.000 Soldaten aller Nationalitäten ruhen.

Das Verständnis des Konflikts und seiner historischen Schauplätze wird ebenfalls durch Interpretationshilfen erleichtert, wie z.B. in dem Centre Marne 14-18 von Suippes an der einstigen Kriegsfront der Champagne.

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