Nutzung von Quadrocoptern (Drohnen) in Frankreich

  • Drohne im Flug

    © DroneStefan, Wikimedia Commons, Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international“

    Drohne im Flug

    © DroneStefan, Wikimedia Commons, Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international“

Nutzung von Quadrocoptern (Drohnen) in Frankreich

Durch den stetig ansteigenden Gebrauch von zivil genutzten Drohnen in Frankreich, sprach die Zivilluftfahrtbehörde Frankreichs diesbezüglich einige Vorschriften aus, die Sie unbedingt berücksichtigen sollten. Wichtig ist dabei, ob es sich um die private Nutzung derartiger Drohnen (z.B. Fotodrohnen) oder gewerblich genutzte Drohnen handelt.

Insbesondere bei der Anwendung von Drohnen darf kein Mensch zu schaden kommen oder sich von den Drohnen gestört fühlen. Des Weiteren muss der gemeinsame Luftraum geachtet und berücksichtigt werden, sodass niemand eingeschränkt wird. Bei den hier behandelten Drohnen handelt sich um private Drohnen oder Modellflugzeuge.

Regelungen für den Gebrauch von unbemannten Flugobjekten (Drohnen, Modellflugzeuge, etc.)

Die Nutzung von unbemannten Flugobjekten (Drohnen, Modellflugzeuge, etc.) wird als fliegerische Aktivität angesehen und unterliegt somit den Regeln der zivilen Luftfahrt. Die Regelungen unterscheiden hierbei 2 Kategorien, je nach technischer Ausstattung des Fluggerätes:

Kategorie A:

  • Verbundene Luftfahrzeuge bis 150kg (mit dem Boden verbunden oder mit einer Person)
  • Nicht verbundene Luftfahrzeuge mit einem Gewicht von maximal 25kg und einer der nachfolgend aufgelisteten Antriebssysteme:
    • nicht motorisiert oder nur eine Antriebsart
    • Thermische Motoren mit einem Hubraum von maximal 250 m3
    • Elektrische Motoren mit einer Leistung von maximal 15 kW
    • Turboantrieb bis maximal 15 kW
    • Reaktoren mit einer Schubkraft von maximal 30 daN, mit einem Verhältnis Schubkraft/Gewicht ohne Treibstoff kleiner oder gleich 1,3
    • Heißluftballons mit einer Gesamtmasse Gas an Bord von maximal 5kg

Kategorie B: 

Alle Luftfahrzeuge, die nicht in die Kategorie A fallen.

Nutzung solcher Fluggeräte

Die Luftfahrzeuge der Kategorie A dürfen ohne vorherige Autorisation genutzt werden. Für die Nutzung von Luftfahrzeugen der Kategorie B ist immer eine vorherige Autorisation der DGAC notwendig, die dem Fluggerät und dem Piloten die notwendigen Kapazitäten bescheinigt.

Wer darf ein Luftfahrzeug steuern?

Für Luftfahrzeuge der Kategorie A sind keine Bedingungen gesetzt. Jeder darf solch ein Fluggerät steuern.

Fluggeräte der Kategorie B dürfen nur von den, auf der Autorisation genannten Personen gesteuert werden.

In jedem Fall obliegt es der Verantwortung des Piloten zu evaluieren, ob er die notwendigen Kompetenzen und die physischen Voraussetzungen hat, um ein solches Fluggerät zu bedienen.

Nutzungsbedingungen für Drohnen und Modellflugzeuge

Für Modellflugzeuge und unbemannte Drohnen ist die Luftraumnutzung unter 150m Höhe erlaubt, jedoch:

  • nur außerhalb von Wohngebieten, nicht über Menschenansammlungen oder Tieren
  • nicht in der Nähe von Flugplätzen
  • außerhalb des spezifisch geregelten Luftraumes (dieser ist auf Luftfahrtkarten gekennzeichnet; z.B. Flughäfen, Militärzonen, Krankenhäusern, Nuklearzentren etc.)

Weiterhin zu beachten gilt:

  • Die Nutzung von Drohnen ist ausschließlich tagsüber gestattet
  • Bei der Anwendung von Drohnen darf die Privatsphäre anderer Personen nicht verletzt werden (sobald die Drohne mit einer Kamera, einem Schallsensor oder einem GPS-Gerät ausgestattet ist, kann es möglicherweise zu einem Eingriff in die Privatsphäre oder zur Erfassung und Weitergabe personenbezogener Daten kommen und ist somit nicht gestattet)
  • Luftaufnahmen werden durch Artikel D133-10 der zivilen Luftfahrt geregelt. Es ist möglich im Rahmen der Freizeitgestaltung oder eines Wettbewerbes, Bilder mit einem Modellflugzeug/einer Drohne aufzunehmen, Diese dürfen aber ausschließlich für private Zwecke verwendet werden. Eine kommerzielle Vermarktung oder Nutzung zu Werbezwecken ist strengstens verboten.
  • Der Eingriff in die Privatsphäre kann eine einjährige Gefängnisstrafe und eine Geldbuße von 45.000€ nach sich ziehen. (Artikel L226-1)
  • Sie können bei dem örtlichen/lokalen Büro der Direction générale de l'aviation civile (Generaldirektion für die zivile Luftfahrt) einen Antrag zum Überfliegen von bestimmten Orten, Städten, Menschenansammlungen etc. stellen.
  • Das Überfliegen von Flugplätzen, von gesetzlich geregelten Zonen oder das Fliegen über 150m Höhe bedarf ebenfalls einer Genehmigung durch die zivile Luftfahrtbehörde.

Interaktive Karte mit Flugverbotszonen für Drohnen in Frankreich

Interaktive Karte mit Flugverbotszonen für Drohnen und Modellflugzeuge >>

Diese Karte verdeutlicht die Flugverbotszonen für Drohnen. Die Kartendaten basieren auf der Verordnung vom 17. Dezember 2015 für die Nutzung des Luftraumes durch unbemannte Fluggeräte.

In den Verbotszonen ist der Flug entweder gänzlich untersagt oder bedarf einer vorherigen Autorisation durch die entsprechenden Behörden. Der freizeitmäßige Flug ohne Autorisation ist dort demnach nicht zulässig.

Mit dem entsprechenden Icon kann die Geolokalisation angeschaltet werden und die Karte zentriert sich automatisch auf die aktuelle Position des Nutzers.

Jede Zone ist interaktiv. Ein Klick auf die jeweilige Zone zeigt die maximale Flughöhe für Drohnen.

In Ballungsgebieten ist der Drohnenflug im öffentlichen Raum untersagt. Dies betrifft auch Parks und Gärten, auch wenn diese in der Karte nicht als separate Flugverbotszonen ausgewiesen sind.

Auf der Karte sind nicht die temporären Flugverbotszonen gekennzeichnet, die während der Brutzeit einiger Vogelarten in Kraft treten können. Diese können beim Rathaus erfragt werden.

10 goldene Regeln für die (Freizeit-) Nutzung von Drohnen

  • Ich fliege nicht über Menschen.
  • Ich respektiere die maximale Flughöhe.
  • Ich halte immer Sichtkontakt zu meiner Drohne und nutze sie nur tagsüber.
  • Ich fliege mit meiner Drohne nicht über öffentliche Plätze.
  • Ich nutze meine Drohne niemals in der Nähe von Flughäfen oder Flugfeldern.
  • Ich fliege nie über sensible Gebiete oder geschützte Areale.
  • Ich respektiere immer die Privatsphäre anderer.
  • Ich veröffentliche meine Luftbild-Aufnahmen oder -Videos nicht ohne Genehmigung der jeweiligen Personen und nutze sie nicht zu kommerziellen Zwecken.
  • Ich vergewissere mich, dass meine Versicherung solche Aktivitäten abdeckt.
  • Im Zweifel frage ich nach weiteren Informationen.

 

(Stand: 19.06.2017)