Kleiner Urlaubsknigge

  • Unbeschwerter Frankreich-Urlaub

    Unbeschwerter Frankreich-Urlaub

    © Atout France - Phovoir

  • Ein Kaffee (café) in Frankreich unterscheidet sich doch von einem Kaffee in Deutschland.

    Ein Kaffee (café) in Frankreich unterscheidet sich doch von einem Kaffee in Deutschland.

    © Atout France - Phovoir

Kleiner Urlaubsknigge

So vermeiden Sie Fettnäpfchen in Ihrem nächsten Frankreich-Urlaub

Auch wenn man meint die kulturellen Unterschiede in Frankreich seien nicht so groß, so gibt es doch einige Besonderheiten, die man beachten sollte. Denn oft begeht man Fehler aus Unwissenheit. Damit Sie peinliche Situationen und Unannehmlichkeiten in Ihrem Frankreich-Urlaub vermeiden können, haben wir hier die wichtigsten Tipps und Hinweise aufgelistet.

Im Restaurant

Sie werden platziert

In Restaurants in Frankreich wird man grundsätzlich platziert. Warten Sie daher nach Betreten des Lokals im Eingangsbereich, ein Kellner wird Ihnen einen Tisch zuweisen. Sollte dieser Tisch Ihnen nicht zusagen, können Sie gern fragen, ob es möglich ist, einen anderen Tisch zu bekommen.

Speisenfolge

Man beginnt mit einem Aperitif, danach folgen die Vorspeise, das Hauptgericht, der Käse und das Dessert.

Das Essen von Käse als Hauptgang ist in Frankreich unüblich, auch wenn man – wie in einigen Regionen angeboten – einen Brotzeitteller bestellt. Der Käse wird meist auf dem Käsewagen präsentiert, von dem man sich jedoch nur 2-3 Stückchen auswählen sollte, mehr würde als unmäßig verstanden werden.

Suppen isst man in Restaurants in der Regel nur abends, nicht zu Mittag.

Zum Essen bekommt man auf Nachfrage kostenlos eine Karaffe mit Leitungswasser („carafe d’eau“), die bei Bedarf auch nachgefüllt wird.

Tagesgerichte und Tages-Menüs

In den meisten Restaurants werden Tagesgerichte und Tagesmenüs angeboten. Ein solches Tagesgericht kostet meist um die 8€. Die Menüs beinhalten 2 oder 3 Gänge und liegen meist bei 12-20€.

Rechnung und Trinkgeld

Das getrennte Zahlen einer Rechnung, wie in Deutschland üblich, kennt man in Frankreich nicht. Oft lädt einer ein und zahlt für alle am Tisch oder der Gesamtbetrag wird durch die Zahl der Personen geteilt, statt aufzurechnen, wer wie viel gegessen und getrunken hatte.

Beim Trinkgeld addiert man den Betrag nicht einfach zum Rechnungsbetrag hinzu, sondern zahlt zunächst den auf der Rechnung angegebenen Betrag und lässt beim Verlassen des Lokals ein Trinkgeld auf dem Tisch liegen. Ausreichend sind ein paar Münzen. Generell geben die Franzosen weniger Trinkgeld als die Deutschen. Zehn Prozent sind schon das Maximum.

Tischmanieren

Sie werden in Frankreich recht streng ausgelegt: Hähnchenkeulen werden mit Messer und Gabel bearbeitet, Obst zum Nachtisch auch. Baguette hingegen wird gebrochen und neben dem Teller abgelegt, nicht auf dem Teller. Auch das Tunken des Baguettes in Sauce oder Ähnlichem ist eher unüblich. Salat wird gefaltet und Käse nicht an der Spitze angeschnitten, sondern scheibchenweise der Länge nach.

Das Bestellen einer Coca-Cola kann beim Essen in einem Feinschmecker-Restaurant durchaus zu einem Rausschmiss führen (schon passiert). Dasselbe könnte auch mit Ketchup passieren…

Essenszeiten

Die Essenzeiten der Franzosen weichen etwas von den in Deutschland üblichen Zeiten ab. Da der Arbeitstag normalerweise etwas später beginnt, findet auch das (knappe) Frühstück später statt. Dafür ist das, meist mehrgängige, Mittagessen umso üppiger. Es beginnt etwa ab 12.30 Uhr und zieht sich bis ca. 14 Uhr hin. Die meisten Restaurants schließen zwischen 14.00/14.30 Uhr und 19.00/19.30 Uhr bzw. servieren nicht durchgängig.

Die richtige Zeit für das Abendessen ist frühestens um 19 Uhr, eher aber ab 20 Uhr gekommen. Dabei lässt man sich besonders viel Zeit und gibt sich in aller Ausführlichkeit den kulinarischen Genüssen und der Konversation hin. So kann das Abendessen durchaus bis 22 Uhr dauern.

Café und Kaffee

Die Franzosen haben eine sehr ausgeprägte Kaffee-Kultur, d.h. sie legen sehr viel Wert auf eine gute Tasse Kaffee. Unter einem Café versteht man in Frankreich allerdings etwas anderes als in Deutschland. Denn wer in Frankreich einen „Café“ bestellt, erhält einen Espresso.

Wenn man in Frankreich in ein Café geht und dort Kuchen erwartet, wird man leider enttäuscht werden. Manchmal gibt es Sandwiches und herzhafte Kleinigkeiten. Wer jedoch etwas Süßes essen möchte, sollte eher in einen Salon de Thé oder eine Patisserie gehen. Hier werden neben Tee und Kaffee auch Kuchen und Gebäck angeboten.

Besonderheiten

In Paris und Umgebung ist es durchaus normal, dass es in Bistrots für ein und dasselbe Getränk drei verschiedene Preise geben kann: je nachdem ob man das Getränk entweder am Tresen im Stehen oder im Saal sitzend oder auf der Terrasse draußen zu sich nimmt.

Das Café ist - ebenso wie das Bistro oder die Bar - ein Treffpunkt aller Altersgruppen und sozialen Schichten. Dass man zu seinem Getränk gleich die Rechnung bekommt, ist keine Aufforderung, bald wieder zu gehen. In französischen Lokalen darf und soll man sich Zeit lassen. Den abgezählten Betrag kann man übrigens einfach auf dem Tisch liegen lassen.

Transport und Verkehr

Mit dem Auto

Auch wenn man leicht den Eindruck gewinnen kann, dass man es in Frankreich mit Verkehrsregeln nicht so genau nimmt, so sollte man sich doch peinlich genau daran halten. Dies gilt vor allem für Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Landstraßen und Autobahnen. Die französische Gendarmerie steht gleich am Straßenrand und kassiert bei Verstößen jeglicher Art eine beträchtliche Summe. Und dies nicht, wie gern unterstellt wird, nur bei Touristen, sondern von allen.

Gelb markierte Bordsteine zeigen Parkverbot an, zusätzliche Schilder sucht man meist vergeblich.

Im Zug

Für die Fahrt mit dem TGV innerhalb Frankreichs benötigen Sie eine Reservierung, diese ist obligatorisch und wird in der Regel zusammen mit der Fahrkarte verkauft. Einige TGVs sind zweistöckig, beachten Sie daher ob Sie oben oder unten einen Platz reserviert haben. Auf Ihrem Bahnticket ist dies jeweils vermerkt.

Die Türen eines TGV schließen bereits 2 Minuten vor der Abfahrtszeit und gehen dann auch nicht mehr auf. Daher ist es wichtig, mindestens 5 Minuten vor Abfahrt am Bahnsteig zu sein.

Die Fahrkarten müssen vor dem Einsteigen in den Zug entwertet werden (außer Online-Tickets). Hierfür gibt es am Anfang der Bahnsteige gelb-orange Entwerter.

Alle Gepäckstücke, die man mit in den Zug nimmt, müssen mit Adressanhängern versehen sein, sonst werden sie vom Bahnpersonal konfisziert. Im Gegensatz zu den deutschen ICE-Zügen gibt es im TGV keinen Platz die Koffer in den Ablagen über den Sitzen zu verstauen. Diese sind nur für kleine Taschen, Jacken o.Ä. gedacht. Für das große Gepäck gibt es jeweils am Anfang und Ende der Abteile sowie in der Mitte separate Gepäckablagen.

In der Metro

In den Waggons gibt es zwar Klappsitze. Diese sollten Sie aber nur benutzen, wenn die U-Bahn weitgehend leer ist. Im Rushhour-Gedränge wird es nicht gerne gesehen, wenn sich jemand mithilfe der Klappsitze breitmacht.

Passen Sie in der Pariser Metro gut auf Ihre Wertsachen auf, gerade tagsüber wird im Gedränge oft gestohlen. Wertsachen also am besten direkt am Körper tragen, denn Taschen und Rucksäcke sind schnell aufgeschlitzt.

Im Bus

Möchte man an einer Haltestelle in einen ankommenden Bus steigen, so muss man diesem mittels Handzeichen signalisieren, dass man gern zusteigen möchte. Sonst fährt er an der Haltestelle vorbei.
In der Regel kann man Einzelfahrscheine beim Fahrer erwerben. Es gibt jedoch immer häufiger auch Fahrschein-Automaten, an denen man Tickets kaufen kann. Diese müssen dann meist im Bus entwertet werden. Möchte man an einer Haltestelle aus dem Bus aussteigen, so signalisiert man dies, indem man rechtzeitig vor Erreichen der Haltestelle den Halteknopf drückt.

Als Fußgänger

Vorsicht ist an Fußgängerüberwegen geboten! Denn die Franzosen halten nur selten an den Zebrastreifen an. Man sollte sich vorher unbedingt vergewissern, dass entweder die Straße frei ist oder die Autos auch wirklich anhalten, bevor man die Straße überquert.

Freizeit

Oben ohne ist zwar an den meisten französischen Stränden erlaubt, jedoch bei den Franzosen nicht unbedingt gern gesehen. Auf Korsika ist das Sonnenbaden oben ohne gar verboten, hier droht eine Geldbuße.

FKK ist hingegen nur an extra ausgewiesenen Stränden erlaubt. Diese Strandabschnitte sind mit Schildern gekennzeichnet.

In Frankreich geht man nur in Badebekleidung in die Sauna. Nackt in die Sauna zu gehen, kennt man in Frankreich gar nicht. Dies kann durchaus Probleme nach sich ziehen.

Die meisten Museen sind Montags geschlossen. Einige wenige, darunter beispielsweise der Louvre, haben zwar montags geöffnet, dafür jedoch Dienstags geschlossen. Auch viele Geschäfte, Restaurants oder sogar Banken haben montags geschlossen.

Umgang miteinander

Höflichkeit

Die Franzosen legen sehr viel Wert auf Höflichkeit. Daher ist es ratsam, bei Betreten eines Geschäftes, Restaurants oder bevor man Leute anspricht, immer zuerst zu grüßen. Hier genügt ein einfaches „Bonjour“. Bitte kein „Salut“ oder noch schlimmer „Salut, ca va“, dies entspräche – überspitzt formuliert - einem „Hey, wie geht’s Alter“. Nur, wenn man sich lange kennt, kann man die andere Person mit einem „Salut“ begrüßen.

In Frankreich reicht man sich zur Begrüßung nicht so häufig die Hand wie bei uns.

Sie oder Du

Wenn man mit Franzosen kommuniziert, ist die Antwort auf die Frage, ob man sein Gegenüber mit "Sie" ("vous") oder mit "du" ("tu") anspricht, ziemlich einfach: die Franzosen sind auf diesem Gebiet sehr förmlich. Daher ist es ratsam sein Gegenüber immer mit „vous“ anzusprechen. Selbst junge Leute siezen sich häufig. Nur Freunde duzen sich untereinander.

Die französische Sprache

Die Franzosen sind stolz auf ihr Land und auf ihre Sprache. Schon allein aus Respekt vor Land und Leuten empfiehlt es sich die wichtigsten Redewendungen zu lernen. Zumindest die Begrüßung und die Frage, ob Ihr Gegenüber Englisch spricht, sollten Sie auf Französisch beherrschen. So machen Sie sich selbst nicht nur das Leben einfacher, sondern den Franzosen auch eine Freude, da Sie sich mit deren Sprache beschäftigt haben. Meist werden Sie ein Kompliment für Ihr gutes Französisch ernten. Dies ist durchaus ernst gemeint, da sich die Franzosen selbst wenig mit Fremdsprachen befassen und daher jedem anderen, der sich die Mühe macht, die Sprache des Gegenübers zu sprechen, Respekt zollen.

Vorsicht ist jedoch bei französisch klingenden Worten, die auch im deutschen Sprachgebrauch vorkommen, geboten. Denn häufig handelt es sich um so genannte „falsche Freunde“, also um Worte, die in der Ursprungssprache eine völlig andere Bedeutung haben. Beim Klavier ist das noch unverfänglich, es heißt in Frankreich schlicht "piano". Doch das Zuckergebäck "baiser" wird in Frankreich "meringue" genannt, während "baiser" im besten Fall mit "küssen" übersetzt wird. Im schlimmsten Fall haben Sie gerade die Bäckerin recht derb zu unzüchtigen Handlungen aufgefordert.

Ein weit verbreitetes Vorurteil ist, dass die Franzosen keine Fremdsprachen sprechen. Dies ist nur zum Teil wahr. Die meisten Franzosen, vor allem in der jüngeren Generation, beherrschen durchaus eine Fremdsprache – meist Englisch – sind jedoch häufig schlicht zu faul sie zu sprechen. Vor allem in touristischen Betrieben sind die Mitarbeiter jedoch durchaus in der Lage auf Englisch mit Ihnen zu kommunizieren.

Eine weitere, zum größten Teil falsche, Annahme ist, dass im Elsass jeder Deutsch spricht. Dies ist jedoch nicht mehr der Fall und kann im Zweifel sogar alte Ressentiments wecken. Die Amtssprache ist auch hier Französisch und selbst das Elsässische geht immer weiter verloren.

Pünktlichkeit

Das Verhältnis zur Zeit in Deutschland ist anders als in Frankreich. Zeit ist in bestimmten Regionen Frankreichs relativ, genauso wie Zeit für bestimmte Aktivitäten in bestimmten Ländern relativ ist. Pünktlichkeit gehört in Ländern wie Deutschland und der Schweiz zu den Selbstverständlichkeiten. In Frankreich sind die Leute flexibler und 10-15 Minuten Verspätung sind durchaus normal.

Geld

Die Franzosen bezahlen sehr gern mit Kreditkarte. In Frankreich können Sie also im Grunde überall, z.B. in jedem Restaurant, allen Supermärkten und selbst an Park- und Fahrscheinautomaten mit Kreditkarte bezahlen. Es ist jedoch notwendig, dass die Kreditkarte über einen Chip verfügt und mit einer Pin-Nummer ausgestattet ist. Sonst funktioniert diese – vor allem bei Tankautomaten – nicht.

Unsere Maestro-Karten, mit denen wir in Deutschland gern zahlen, sind in Frankreich weniger üblich. Folglich kann es also passieren, dass in einem Restaurant oder anderswo Ihre EC-Karte nicht akzeptiert wird.

Manche Tankstellen sind nach Feierabend oder sonntags zwar geöffnet, jedoch ohne Personal, sodass Sie an Tank-Automaten tanken und zahlen müssen. Diese akzeptieren nur Kreditkarten (mit Chip und PIN). Aber leider kommt es auch hier häufig - aufgrund der unterschiedlichen Bezahlsysteme in Deutschland und Frankreich - zu Fällen, an denen auch die deutsche Kreditkarte mit PIN und Chip nicht funktioniert. Daher ist es am besten, an personell besetzten Tankstellen während der Öffnungszeiten zu tanken.

Hotels, Unterkünfte

Hôtel de Ville

Beim „Hôtel de ville“ handelt es sich nicht, wie man fälschlicherweise annehmen könnte, um das städtische Hotel, sondern um das Rathaus. Daher wird eine Nachfrage nach freien Zimmern abgewiesen. Auch bei den Hôtels particuliers handelt es sich nicht um Hotels im eigentlichen Sinn, sondern um Stadtvillen, die meist in Privatbesitz sind.