Gregory Chatonsky

  • Gregory Chatonsky

    Gregory Chatonsky

    © Gregory Chatonsky

  • Gedächtnis des Deportation

    Gedächtnis des Deportation

    © Gregory Chatonsky

Gregory Chatonsky

In Zusammenarbeit mit Digitalarti

Der 1971 geborene Künstler blickt auf eine solide theoretische Ausbildung in Philosophie, Ästhetik und bildende Kunst zurück, die er zunächst an der Universität Paris Panthéon-Sorbonne und später an der Universität Québec in Montréal (UQAM) absolvierte. Gregory Chatonsky gehört zu der Generation, die am Anfang der 90er Jahre damit begonnen hat, ihre schöpferischen Möglichkeiten über den Computer und das Internet zu erkunden.

1994 gründete er mit „Incident“ eine künstlerische Plattform, die zugleich als Internetseite und als Gemeinschaftsprojekt fungierte und Vadim Bernard,Marika Dermineur,Reynald Drouhin,KRN,Claude Le Berre und Julie Morel umfasst. Zunächst als Gestalter von CD-Roms (Mémoires de la déportation, Möbius Multimedia-Preis), dann als Webdesigner (Villa Médicis, Centre Pompidou, MacVal…), und in jüngster Zeit als Lehrer,steigert Grégory Chatonsky seine Erfahrungen, Inspirationsquellen und Tätigkeiten und erweckt den Anschein, seine Spuren verwischen zu wollen.

Als zwischen Paris und Montréal pendelnder Multimedia- und „Webart“-Pionier, hört Grégory Chatonsky nicht damit auf, unser Zeitalter zu hinterfragen, indem er die Bereiche des öffentlichen Lebens und des Privatlebens, der realen und der virtuellen Welt, der Bewegung und der Beständigkeit über den Betrachter beunruhigende oder verwirrende Instrumente einander gegenüberstellt.


Das vielgestaltige Werk von Grégrory Chatonsky weiß sich auch nicht auf ein Recycling des Internets als künstlerischen Rohstoff zu beschränken, wie es die retrospektive Ausstellung I'll be your mirror unter Beweis stellte, die im Frühjahr 2014 im Kunstzentrum von Enghien-les-Bainszu sehen war. Vergängliche Videos, flüchtige, fast gespensterhafte Bilder (Revenances), Bewegungen in Zeitlupe, Primat der Finsternis, virtuelle Wesen (Capture), Maschinen, die sich im Leerlauf befinden (Standard), unbrauchbare Gegenstände… Die Mittel von Gregory Chatonsky fügen sich zu einer interaktiv (Sous terre,Se Toucher Toi) oder generativ (La Révolution a eu lieu à New York, Ceux qui vont mourir) vernetzten Fiktion zusammen, die unsere Gesellschaft wie Spiegel reflektiert.