Geschichte der Tour de France

  • Tour de France 2015, Normandie Le Havre

    Tour de France 2015, Normandie Le Havre

    © B. Bade - A.S.O.

  • Etappe Bourg de Péage-Gap der Tour de France 2015

    Etappe Bourg de Péage-Gap der Tour de France 2015

    © B. Bade - A.S.O.

  • Lac de Castillon - Etappe Digne-les-Bains - Pra Loup, Tour de France 2015

    Lac de Castillon - Etappe Digne-les-Bains - Pra Loup, Tour de France 2015

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  • Tour de France in Paris, 20 Juli 1975

    Tour de France in Paris, 20 Juli 1975

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Geschichte der Tour de France fr

Die Tour der France ist eine der bekanntesten Sportveranstaltungen der Welt und wird in zahlreichen Ländern live im Fernsehen übertragen. Die Tour gilt als schwerstes Radrennen der Welt - dies liegt allerdings weniger an den Etappen selbst, sondern vielmehr an der starken Konkurrenz unter den Fahrern.

Begründet wurde die Tour de France im Jahre 1903 von der Sportzeitung L’Auto. Die Zeitung stand damals in einem Konkurrenzkampf mit der Sportzeitung Le Vélo (von der L'Auto sich abgespalten hatte) und erhoffte sich durch die Veranstaltung eine Steigerung der Auflage. Von Beginn an traten bei der Tour de France Teams gegeneinander an, die im Allgemeinen von Sponsoren gebildet werden, nur von 1930 bis 1961 und dann noch einmal 1967 und 1968 traten Nationalmannschaften gegeneinander an.

Eine Tour der Rekorde

Die Tour de France ist das erste echte Etappenrennen der Geschichte und gewann rasch an internationaler Bedeutung. Sieger der ersten Tour war der Franzose Maurice Garin, der bis heute den Rekord für den größten Zeitabstand auf den Zweitplatzierten hält (nämlich 2:49 Stunden). Die Fahrer Jacques Anquetil, Bernard Hinault, Eddy Merckx und Miguel Indurain haben jeder jeweils fünf Mal die Tour gewinnen können. Der Franzose Français Raymond Poulidor wurde seinerseits zwar nie Erster, hat es aber ganze 8 Mal aufs Siegertreppchen geschafft. Absoluter Rekordhalter in Sachen Etappensieg ist aber der Belgier Eddy Merckx: Er nahm 34 mal einen Etappensieg mit nach Hause!

Die Tour de France als französisches Fest

Seit ihrer Gründung fand die Tour jährlich statt, lediglich während der zwei Weltkriege wurde das Rennen ausgesetzt. Die Länge der insgesamt zurückgelegten Kilometer beläuft sich auf über 360.000 Kilometer, dies entspricht der Entfernung zwischen Mond und Erde! Die längste Tour fand 1926 mit einer Länge von 5745 Kilometern statt.

In den letzten 102 Jahren haben über 10 000 Teilnehmer alle Departements Frankreichs (mit Ausnahme der Übersee-Departements) durchquert, wobei die Städte Paris und Bordeaux am häufigsten die Fahrer begrüßen konnten.

Noch immer lebt das drittgrößte Sportereignis der Welt von einer einzigartigen Stimmung. Insbesondere in kleineren Orten kann man anlässlich der Tour eine Volksfeststimmung erleben, viele Orte - insgesamt wurden über 500 im Rahmen der Tour besucht - sind entsprechend dekoriert.

Die von Jahr zu Jahr unterschiedlichen Streckenverläufe garantieren einen abwechslungsreichen Parcours und bieten dem Zuschauer die Möglichkeit, viele unterschiedliche Regionen Frankreichs kennenzulernen.

Die Tour im Zeichen Europas

Schon zu Beginn des Rennens wurden die französischen Landesgrenzen bei einzelnen Etappen überschritten. Bereits drei Jahre nach der ersten Tour, führte das Rennen nach Lothringen und in das Elsass, beide Gebiete gehörten damals zum Deutschen Kaiserreich. Dabei wurde auch das für den deutsch-französischen Krieg von 1870/71 symbolträchtige Metz durchfahren. Ebenfalls 1907 führte die Tour außerdem durch Italien und Spanien.

Obgleich die Gründer den reinen Sportcharakter der Tour betonten, kam es in den Jahren 1908, 1909 und 1910 bei den Zielankünften in Metz zu nationalistisch motivierten Kundgebungen und Gesängen. So stimmte das französische Publikum die Marseillaise an. Die deutschen Behörden untersagten daraufhin weitere Gastspiele der Tour ins deutsche Ausland. Erst 1964, nach der Unterzeichnung des Elysees-Vertrags zur Stärkung der Deutsch-Französischen Freundschaft, kam die Tour wieder nach Deutschland. 

Im Jubiläumsjahr 2013 kam es auf Korsika zum ersten Gastspiel außerhalb des europäischen Festlands.