Erinnerung und Wiederaufbau in der Nachkriegszeit

  • Am Stadteingang von Souchez befand sich vor dem Krieg das Cabaret Rouge. [...] der heutige Friedhof ist ein Beispiel für einen typisch britschen Soldatenfriedhof

    Am Stadteingang von Souchez befand sich vor dem Krieg das Cabaret Rouge. [...] der heutige Friedhof ist ein Beispiel für einen typisch britschen Soldatenfriedhof

    © P.Frutier

  • 1918 Noyon - Place de l'Hôtel de Ville (Oise)

    1918 Noyon - Place de l'Hôtel de Ville (Oise)

    © Casa de la Imagen

  • Hier ruhen 2289  Soldaten, 1060 Namen von Vermissten sind hier aufgeführt

    Hier ruhen 2289 Soldaten, 1060 Namen von Vermissten sind hier aufgeführt

    © John/Foley/ChdlM

  • Einweihung des Denkmals in Fontan

    Einweihung des Denkmals in Fontan

    © Archives départementales des Alpes-maritimes

  • Soldaten unterschiedlicher Herkunft vereinen sich, um einen am Boden liegenden Soldaten zu schützen

    Soldaten unterschiedlicher Herkunft vereinen sich, um einen am Boden liegenden Soldaten zu schützen

    © FX.Dessirier

Erinnerung und Wiederaufbau in der Nachkriegszeit

Die Nachkriegszeit ist geprägt durch das Bemühen dem Konflikt und seiner Opfer zu gedenken. Sehr schnell wurden aus den ehemaligen Schlachtfeldern Gedenkstätten auf denen Soldatenfriedhöfe und Denkmäler eingerichtet wurden. Zeitgleich wurden die verwüsteten Regionen wieder aufgebaut.  

Gedenken: Friedhöfe und Denkmäler

Mit fast 10 Millionen Toten stellt der Erste Weltkrieg eine Katastrophe dar, die die Gesellschaft noch lange danach prägte. 

Während des Krieges bemühten sich die Armeen ihre Gefallenen zu begraben. Nach dem Kriegsende sah es jede Nation als Aufgabe, an ihre Toten zu erinnern und sie zu ehren. Dafür sind Landstriche in Frankreich "nationalisiert" worden, um den betieligten Nationen die Möglichkeit zu geben, um ihre Soldaten zu trauern. Franzosen, Deutsche und Amerikaner bestatteten die Gefallenen in großen Nekropolen, wie z.B. auf dem Amerikanischen Friedhof von Meuse-Argonne in Romagne-sous-Montfaucon (Meuse) oder auf den französischen und deutschen Friedhöfen in Cerny-en-Laonnois (Aisne). Für die Briten betreute die Imperial War Graves Commission die Planung und Konstruktion von "Ehrenkreuzen", Gedenksteinen und Soldatenfriedhöfen.   

Große nationale Gednekstätten entstanden auch in Thiepval  (Mémorial franco-britannique (Somme)), in Longueval in Erinnerung an die Südafrikanischen Truppen (Somme) oder in Vimy (Pas-de-Calais) mit der kanadischen Gedenkstätte. Australien gedenkt seiner Soldaten in Fromelles (Nord) und Villers-Bretonneux (Somme), die Amerikaner unterhalten Gedenkstätten in Montfaucon l’Hartmannswillerkopf (Haut-Rhin), Douaumont (Meuse), Dormans (Marne), Bellicourt und Château-Thierry (Aisne) sowie in Notre-Dame-de-Lorette (Pas-de-Calais).

Wiederaufbau

In den Regionen nahe der Front waren die Sachschäden beträchtlich, zahlreiche Gebiet sind vollständig zerstört worden. In Frankreich wurden mehrere hunderttausende Häuser zerstört ebenso wie 2,5 Millionen Hektar Land (Landwirtschaft). 62 000 Kilometer Straße, fast 2 000 Kilometer Kanäle und  5 000 Kilometer Eisenbahnstrecke waren unnutzbar. 

Der Wiederaufbau hatte in der Nachkriegszeit höchste Priorität und zu Beginn der 1930er Jahre waren die Kriegsschäden in den Städten und der Landwirtschaft größtenteils behoben. Auf dem Land wurden die Schützengräben zugeschüttet. In den Städten wurden bezüglich des Wiederaufbaus sehr unterschiedliche Entscheidungen getroffen. So wurden das Stadtzentrum von Arras (Pas-de-Calais) rekonstruiert, während andere Gemeinden den Wiederaufbau für eine architektonische Neuorientierung nutzen. Beispiele sind die Markthallen Halles du Boulingrin in Reims (Marne) oder die Bahnhöfe von Lens (Pas-de-Calais), Saint-Quentin und in Soissons (Aisne), die im Art Déco-Stil gestaltet wurden.