Der Mont-Saint-Michel wird wieder zur Insel

  • Der Mont-Saint-Michel

    Der Mont-Saint-Michel

    © CRT Normandie / Dietmar Feichtinger Architectes / SBP © S.Lorkin-Anibas Photography

  • Die neue Fußgängerbrücke am Mont-Saint-Michel

    Die neue Fußgängerbrücke am Mont-Saint-Michel

    © CRT Normandie / Dietmar Feichtinger Architectes / SBP © S.Lorkin-Anibas Photography

  • Sonnenuntergang am Mont-Saint-Michel

    Sonnenuntergang am Mont-Saint-Michel

    © CRT Normandie / F. Godard

Der Mont-Saint-Michel wird wieder zur Insel Grande Rue 50170 Le Mont-Saint-Michel fr

Nach mehr als 10 Jahren neigen sich die Arbeiten im Rahmen des Renaturierungsprojekt der Bucht ihrem Ende zu. Mit Einsetzen der Flut wird der Mont-Saint-Michel dann wieder zur Insel.  

Im Laufe der Jahrhunderte haben die baulichen Maßnahmen den urprünglichen Charakter der Bucht stark verändert. Insbesondere der 1869 angelegte Straßendamm, der den Berg mit dem Festland verbindet, führte zu einer Verlandung der Bucht:  Die Straße und der angegliederte Parkplatz bremsten die Zirkulation des Wassers in der Bucht und machten es somit unmöglich, dass der Berg stetig mit Wasser umspült wird.

Im Gegenteil: Das Wasser zog sich immer mehr zurück und mit ihm der maritime Charakter, der den Glaubensberg so besonders macht. Ein internationales Expertenteam formuliert sogar die These, dass - wäre nichts unternommen worden- der Mont-Saint-Michel spätestens im Jahre 2040 von Gras umgeben gewesen wäre. Um dies zu verhindern haben Europa, Frankreich und die Regionen Normandie und Bretagne 1995 gemeinsam die ersten Studien zu einem Renaturierungsprojekt ins Leben gerufen. 

Zum Schutze des Weltkulturerbes

Nach 10 Jahren der Forschung, konnte 2005 mit den Arbeiten begonnen werden. Das Renaturierungsprojekt ist eines der ehrgeizigsten Projekte in Eurpa. Ziel ist die nachhaltige und möglichst vollständige Wiederherstellung der Landschaft.

Stauanlage am Fluss Couesnon

Die neue Stauanlage am Fluss Couesnon trägt maßgeblich zur Entsandung der Bucht bei, da die Sandpartikel mit hohem Druck zurück ins Meer geschwemmt werden. Experten gehen davon aus, dass innerhalb von zehn Jahren 80 Prozent der Sedimente allein durch die hydraulische Kraft des Flusses aus der Bucht geschwemmt werden. Langfristig wird sich somit der Wasserstand in der Bucht um rund 70 Zentimeter erhöhen. 

Neben seiner Funktion hat sich der Staudamm zum Besuchermagneten entwickelt, von dessen Plattform aus, sich eindrucksvolle Motive der Bucht einfangen lassen. 

Zugänglichkeit und Empfang

Im Rahmen des Projekts sollen auch der Besucherempfang und die Zugänglichkeit des Mont-Saint-Michels verbessert werden. So  werden unter anderem neue Transportmöglichkeiten und Parkplätze entstehen. 

Die neue Brücke 

Die verschiedenen Maßnahmen der Renaturierung zeichnen sich durch eine harmonische Beziehung zwischen Funktion und Ästehtik aus. Diese sensible Thematik zeigt sich auch am Beispiel der neue Fußgängerbrücke. Dazu Dietmar Feichtinger, Architekt der Brücke: " Die Vorgehensweise erinnert sowohl an einen Weg als auch an eine Etappe, eine Überquerung, um das "woanders" am Ende des maritimen Horizonts zu erreichen [...] Die gesamte Landschaft, Festland und Berg, zeichnen sich durch eine fließende und geometrische Bewegung aus."  

Der neue Parkplatz

Der neue Parkplatz befindet sich 2,5 km enttfernt vom Mont-Saint-Michel auf dem Festland. Von hier aus, ebenso wie vom Informationsstand, fahren kostenlose Shuttlebusse bis 400 Meter vor dem Mont. Die letzten 400 Meter sind für Fußgänger reserviert. Wer nicht mit dem Shuttlebus fahren möchten, kann zum Überqueren der Bucht die neue Brücke nutzen.

Die Auslagerung des Parkplatzes befreit das Panorama vom Mont Saint-Michel von den Blechlawinen und lässt den Besucher im positiven Sinne allein mit dem maritimen Charme des Mont. 

Eine magische Insel  

Sobald der Gezeiten­koeffizient höher als 110 Meter ist, verwandelt sich der Glaubensberg zurück in eine vollständig umspülte Insel. Künftig werden die Wellen an die Festungsmauer schlagen und der Berg wird für einige Stunden  vom Festland abgeschnitten sein - ein Phänomen, das sich seit 130 Jahren nicht mehr ereignet hat.  

Der Fels der zu Insel wird, ist dann nicht nur Pilgerstätte und Touristenmagnet, sondern auch eine der schönsten Aussichtsplattformen, um das Spiel der Gezeiten mit allen Sinnen zu entdecken!

Weiterführende Informationen

Mehr über das Renaturierungsprojekt erfahren Sie auf der (deutschsprachigen) Webseite der Normandie: Die Renaturierung des Mont-Saint-Michels  
Alle Informationen rund um Ihren Besuch auf dem Mont-Saint-Michel bietet die (deutschsprachige) Seite Zu Besuch auf dem Mont-Saint-Michel