Der 8. Mai als französischer Feiertag

  • Heute gibt es anlässlich des 8. Mai in vielen französischen Städten Gedenkfeiern und der Tag ist ein offizieller Nationalfeiertag. Der Weg dorthin war allerdings lang.

    Heute gibt es anlässlich des 8. Mai in vielen französischen Städten Gedenkfeiern und der Tag ist ein offizieller Nationalfeiertag. Der Weg dorthin war allerdings lang.

    © Thierry Houyel

Der 8. Mai als französischer Feiertag Paris fr

Das Ende des Zweiten Weltkriegs wurde in Frankreich offiziell am 8. Mai 1945 verkündet. Doch erst 36 Jahre später, im Jahre 1981 wurde dieser Tag zu einem offiziellen Feiertag und damit zu einem Ferientag für die Franzosen erklärt.

Kapitulation von Reims

Am 7. Mai 1945 um 2 Uhr 41 wird die deutsche Kapitulationsurkunde in Reims unterzeichnet. Demnach müssen die Kämpfe am 8. Mai um 23 Uhr 01 eingestellt werden. Die Nachricht wird offiziell am 8. Mai um 15 Uhr verbreitet. Am nächsten Tag, dem 9. Mai um 0 Uhr 16 wird die allgemeine Kapitulation in Berlin unterzeichnet.
Die bedingungslose Kapitulation von Nazideutschland beendet einen sechs Jahre dauernden Konflikt in Europa, der Millionen von Tote gekostet hat.

Am 8. Mai um 15 Uhr läuten alle Kirchen offiziell das Ende des Krieges ein, während General de Gaulle die Nachricht am Radio verliest. In der Bevölkerung bricht große Freude aus. Der Nachmittag des 8. Mai und der 9. Mai werden ausnahmsweise zu Feiertagen erklärt.

Der lange Weg zum Feiertag

Um die Frage, wie der 8. Mai 1945 in Zukunft begangen werden soll folgt nun eine lange Debattte. General de Gaulle und andere Politiker bestehen darauf, dass die beiden Weltkriege untrennbar miteinander verbunden sind und meinen deshalb, dass man eine einzige Siegesfeier abhalten sollte. Hierfür wird der 11. November vorschlagen, der Tag der Waffenstillstandserklärung 1918. Gegner dieses Vorschlags befürchten allerdings, damit keinem der Ereignisse gerecht zu werden. Im Jahre 1946 wird deswegen gesetzlich festgelegt, dass am Sonntag, dem 8. Mai, oder am darauf folgenden Sonntag (wenn der 8. Mai nicht auf einen Sonntag fällt) der Sieg der Allierten gefeiert werden soll. Diese Regelung führt jedoch zu Überschneidungen
mit dem Jeanne d'Arc-Fest.  

Die Jahre 1950 - 1965

Vereinigungen von Widerstandskämpfern und Deportierten äußern deswegen verstärkt den Wunsch, das Kriegsende, unabhängig von dem jeweiligen Wochentag,
direkt am Jahrestag zu feiern. Viele Verbände organisieren in der Folge auf eigene Faust Feierlichkeiten, bis der 8. Mai im Jahre 1953 schließlich zum offiziellen Feiertag erklärt wird. Der Kompromiss hält allerdings nur knappe 2 Jahre: Im Bestreben, die Anzahl der Feiertage im Mai zu begrenzen wird 1959 gesetzlich festgelegt, dass der Sieg von 1945 am zweiten Sonntag im Mai gefeiert wird. Diese Entscheidung erregt zahlreiche Proteste unter
den Kriegsveteranen, die weiterhin am 8. Mai des Sieges der Allierten über das nationalsozialistische Deutschland gedenken. Die meisten von Ihnen wohnen den offiziellen Feierlichkeiten aus Protest nicht bei. Eine Ausnahme ist der 8. Mai 1965, der als 20. Jahrestag zum offiziellen Feiertag erklärt wird.

Die Jahre 1968 - 1981

Da die Debatten um die Art der Siegesfeier am 8. Mai nicht abreißen wollen, wird 1968 per Erlass festgelegt, dass die Feiern zwar direkt am 8. Mai stattfinden sollen, jedoch nur am Abend. 1975 trifft der amtierende Staatspräsident Valéry Giscard d'Estaing die Entscheidung, dieser Zeremonie keinen Regierungscharakter mehr zukommen zu lassen und schafft die offizielle und nationale Gedenkfeier ab. Er schlägt vor, stattdessen einen Tag Europas zu feiern, während die Regierung plant, den 11. November zum nationalen Tag des Gedenkens zu machen. Diese Vorschläge ziehen allerdings lebhafte Proteste nach sich, sowohl in der Welt der Politik als auch unter den Kriegsveteranen. Erst 1981 wird der 8. Mai schließlich zum Feiertag erklärt, ein Jahr später dann in die Liste der Nationalfeiertage aufegnommen.

 

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