Barrierefreiheit auf französischen Flughäfen

  • Flughafen Toulouse-Blagnac

    Flughafen Toulouse-Blagnac

    © Atout France- Cédric Helsly

  • Flughafen Nizza Nice Côte d'Azur

    Flughafen Nizza Nice Côte d'Azur

    © Atout France - Cédric Helsly

Barrierefreiheit auf französischen Flughäfen fr

Flugreisen sind insbesondere für Menschen mit Gehhilfen und Rollstuhlfahrern nicht immer ein ganz leichtes Unterfangen. Auch wenn die Airlines zur Beförderung aller Passagiere angehalten sind, gilt es für Menschen mit eingeschränkter Mobilität doch einiges zu beachten. Hinweise dazu finden Sie im Artikel Hinweise für Flugreisende mit eingeschränkter Mobilität. Entscheidend dafür, wie unproblematisch die Reise mit dem Flugzeug ist, sind natürlich nicht nur die Bedingungen an Bord des Flugzeugs selbst, sondern ebenso die Situation auf dem jeweiligen Flugplatz. Allen nachstehenden Flughäfen ist gemeinsam, dass Reisende die auf Hilfe angewiesen sind, sich 48 Stunden vor Antritt der Flugreise beim Flughafenpersonal melden müssen.

Pariser Flughäfen

Sehr gut aufgestellt in Sachen Barrierefreiheit ist der Flughafen Charles-de-Gaulle. Die Korridore sind auch für Rollstühle breit genug und alle Ebenen sind per Lift zu erreichen. Problematisch allerdings ist der Transfer vom Flughafen in die Stadt: Bisher sind die offiziellen Shuttle-Busse leider nicht rollstuhlgerecht. Auch für Reisende mit leichteren Gehbehinderungen ist der Einstieg in den hoch gelegenen Bus nicht unbedingt einfach. Abhilfe schaffen hier die öffentlichen Verkehrsmittel, die regelmäßig zwischen dem Flughafen und der Innenstadt verkehren. Auch per RER B, das Pendant der S-Bahn, ist die Fahrt in die Innenstadt möglich. In beiden Fällen braucht es allerdings eine Begleitung.

Auch der Flughafen Paris-Orly ist, das Flughafengelände und die Wartehallen betreffend, gut aufgestellt. Besitzer eines Behindertenausweises können spezielle Parkplätze, unmittelbar vor dem Eingang, in Anspruch nehmen.

Vom Flughafen Orly aus, können Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte Menschen mit dem Orlybus oder mit der Linie 1 der Air France-Busse in die Stadt gelangen. Beide Busunternehmen zeigen sich bemüht in Sachen Barrierefreiheit, eine Begleitung ist dennoch sinnvoll.

Aquitanien: Flughafen Bordeaux-Merignac

Der größte Flughafen der Region ist der Flughafen Bordeaux-Merignac. Auch hier wurde in den letzten Jahren vermehrt versucht sich auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen einzustellen. Auf dem Flughafengelände stehen Behindertenparkplätze bereit, die sich unweit der Terminalgebäude befinden. Bei dem Eingang in die Parkareals werden mit Hilfe einer Sprechanlage weitere Informationen ausgerufen. Innerhalb des Terminalgebäudes wurden vermehrt Fahrstühle eingebaut, auch behindertengerechte Toiletten und Waschräume stehen zur Verfügung. Benötigt der Reisende jedoch einen Rollstuhl, dann muss er sich an die Fluggesellschaft wenden, bei der er sich sein Ticket gekauft hat. Die Fluggesellschaften geben bei einer Voranmeldung die Rollstühle kostenfrei aus. Fragen und Anmeldung der Reise per Mail oder unter 0033 05 56 34 50 50.

Auch am Flughafen Bordeaux besteht das Problem, dass insbesondere Rollstuhlfahrer Schwierigkeiten mit den Shuttle-Bussen haben dürften. Jedoch arbeitet der Flughafen Bordeaux-Merignac mit mehreren Fahrunternehmen zusammen, die sich auf den Transport von Rollstühlen spezialisiert haben. Die Kontaktdaten sind über die Internetseite des Flughafens erhältlich, anderenfalls können die Unternehmen auch vor Ort kontaktiert werden, dann allerdings muss mit Wartezeiten gerechnet werden. 

Côte d'Azur: Flughafen Nizza

In Nizza steht Rollstuhlfahrern und Inhabern eines Schwerbehindertenausweises Parkplätze auf den Parkdecks P2 und P5 zur Verfügung, wo Sie gegen Vorlage des Schwerbehindertenausweises mit Vergünstigungen rechnen können. Der Transfer zwischen den Terminals 1 und 2 kann dank Rollstuhlgerechter Busse auch selbstständig erfolgen, ansonsten gilt wie für alle anderen Flughäfen auch, dass Sie sich 48 Stunden vor Reisebeginn an ihre jeweilige Fluggesellschaft wenden müssen

Auvergne: Flughafen Clermont-Ferrand-Auvergne

Am Flughafen von Clermont-Ferrand gibt es einen Infopoint für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Hier erwartet Sie auch speziell geschultes Personal, dass Sie während ihres Aufenthaltes am Flughafen begleitet. Die Gebäude selbst sind mit barrierefreien Toiletten und Waschräumen, sowie zahlreichen Aufzügen ausgestattet. Wenn Sie mit dem eigenem Fahrzeug anreisen, gibt es auf der Parkebene P1 speziell gekennzeichnete Langzeitparkplätze und auf der Ebene P0 Parkplätze für eine kurze Parkzeit.
Um ihre Reise anzumelden, können Sie sich telefonisch an den Flughafen wenden: Tel: +33 473 62 71 00 Im Normalfall wird Ihnen auch Ihre Reiseagentur behilflich sein.

Bretagne: Flughafen Rennes

Auch der Flughafen von Rennes versucht sich an die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen anzupassen. So gibt es reservierte Parkmöglichkeiten für die Inhaber von Behindertenausweisen (Parkdeck P3, das mit einer Rampe verbunden ist) und einen Begleitservice, den Sie über ihre jeweilige Fluggesellschaft anmelden. Der Flughafen Rennes verspricht das dabei kein Passagier länger als 10 Minuten auf seine Begleitung warten muss und das Sie auch beim Verlassen des Flugzeuges umgehend betreut werden. Zu den Möglichkeiten den Shuttle insbesondere als Rollstuhlfahrer in Anspruch zu nehmen, gibt der Flughafen bislang keine Informationen heraus. Er bietet jedoch unter der Email-Adresse CCOURTEIL@rennes.aeroport.fr die Möglichkeit, sich mit dem Flughafen-Personal in Verbindung zu setzen.

Normandie: Flughäfen in Caen, Rouen und Le Havre

Von Deutschland aus erreicht man die Normandie über die Flughäfen in Caen, Le Havre und Rouen. Alle Flughäfen bieten vor Ort eine kostenlose Betreuung an. Dabei ist es, wie immer, notwendig die Reise 48 Stunden vor Reiseantritt anzumelden. Hierbei muss auch ein Formular ausgefüllt werden, das Aufschluss auf die Art und den Grad der Einschränkung gibt. Alle drei Flughäfen haben sich dem Air France-Programm SAPHIR angeschlossen, über das Sie unkompliziert mit den jeweiligen Flughäfen Kontakt aufnehmen können.

Rhônes-Alpes: Flughafen Lyon

Der Flughafen von Lyon garantiert zunächst einmal, dass alle Parkplätze auch für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen erreichbar sind. Das Parkdeck P0 ist den Terminals am nächsten und deswegen besonders für Rollstuhlfahrer geeignet.Gegen Vorlage eines Behindertenausweises beim Parkinformationsschalter
in der Haupthalle erhalten behinderte Autofahrer 50% Ermäßigung auf die Parkgebühren. Bereits auf dem Parkdeck gibt es per Gegensprechanlage die Möglichkeit, Hilfe anzufordern.  Alle Durchgänge und Fahrstühle sind breit genug, um auch für Rollstühle kein Hindernis darzustellen. Selbstverständlich gibt es auch behindertengerechte Toiletten und Waschräume. Über die Nutzung des Shuttle-Transfers in das 24 km entfernte Lyon verrät der Flughafen Lyon Saint Exupéry zunächst nichts, allerdings kann bei der Anmeldung der Reise auch ein rollstuhlgerechtes Taxi bestellt werden.

Auch für die anderen Flughäfen, zum Beispiel von Marseille oder Toulouse gelten die oben genannten Eckdaten. Grundsätzlich ist es ratsam, sich vor Reisebeginn mit seinem Reisebüro oder der Fluggesellschaft in Verbindung zu setzen. Vorsichtig ist bei den sogenannten Billigfluglinien wie zum Beispiel Ryan Air geboten, deren Service für Mobilitätseingeschränkte Personen oftmals zu wünschen übrig lässt. Auf der sicheren Seite sind Sie mit den großen Fluglinien, wie zum Beispiel Air France oder Lufthansa.