Barrierefreie Anreise mit dem Fernbus

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    © Atout France- Cédric Helsly

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Barrierefreie Anreise mit dem Fernbus

Zahlreiche Busunternehmen bieten Reisen ab verschiedenen deutschen Städten in alle Regionen Frankreichs an. Zwar dauert die Anreise so deutlich länger als die Anreise per Flugzeug, dafür sind die Fahrten nicht selten deutlich kostengünstiger als andere Transportmittel. Doch wie steht es um die Barriefreiheit der Busse? 

Fernbusreisen für Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer

Für mobilitätsbeeinträchtigte und behinderte Menschen stellt eine Fahrt mit dem Fernbus noch immer ein großes Hindernis dar. Dies gilt umso mehr für Rollstuhlfahrer, die ihren Rollstuhl nicht oder nur schwer verlassen können. Seit Januar 2016 haben die Busunternehmen dafür Sorge zu tragen, dass jedes Neufahrzeug barrierefrei ausgestattet ist und über mindestens zwei Rollstuhlstellplätze verfügt. Altfahrzeuge müssen diese Anforderungen ab dem 1. Januar 2020 erfüllen. Den Bestimmunge mangelt es aber an genauen Definitionen. Unklarheit herrscht beispielsweise über die Beschaffenheit der Sanitäranlagen. Da die Toiletten in Bussen in der Regel nur über Treppen zu erreichen sind, wären diese nicht als barrierefrei anzusehen. Die Einrichtung eines Rollstuhlstellplatzes oder ein Rollstuhllift alleine machen einen Fernbus noch lange nicht rollstuhlfreundlich. So bleibt gehbehinderten Reisenden leider nichts anderes übrig, als sich direkt mit den Fernbusunternehmen in Verbindung zu setzen, um eine barrierefreie Reise zu planen. 

Übersicht über deutsche Busunternehmen, die Frankreich im Programm haben.>>

Flixbus

Das Fernbusunternehmen Flixbus hat bisher nur wenige barrierefreie Busse im Einsatz. Zudem sind nicht alle Haltestellen barrierefrei. Für mobilitätseingeschränkte Personen gilt Folgendes:

  • Wer mobilitätseingeschränkt ist, aber allein oder mit Hilfe einer Begleitperson in den Bus ein- und aussteigen kann, wird auf allen Linien befördert.
  • Wer auf einen Rollstuhl angewiesen ist, aber aufstehen und selbständig in den Bus gelangen kann, wird ebenfalls auf allen Linien befördert.
  • Wer auch im Bus auf seinen Rollstuhl angewiesen ist, kann nur nach vorheriger Einzelfallprüfung befördert werden. In jeden Fall gilt: Fahrgäste, die im Rollstuhl reisen, müssen sich spät. 1 Woche vor Fahrtantritt beim Kundenservice melden. 

Begleitperson

Beim Nachweis der Notwendigkeit (Schwerbehindertenausweis oder ärztliches Attest) einer ständigen Begleitung werden sowohl die Begleitperson wie auch der Begleithund kostenlos befördert.

Eurolines

Das Fernbusunternehmen Eurolines bietet derzeit keine Linien an, in denen der Fahrgast mit eigenem Rollstuhl mit auf Reisen gehen kann. Ist ein mobilitätseingeschränkter Fahrgast in der Lage, während der Fahrt auf einem üblichen Sitz Platz zu nehmen, so steht der Reise grundsätzlich nichts im Wege. Auf ausgewählten Strecken bietet das Unternehmen diesen Fahrgästen einen Rabatt von 50 Prozent an. Zu beachten ist dabei allerdings, dass der Rabatt nicht bei Online-Buchungen gewährt wird, sondern ein Gang ins Reisebüro erforderlich ist.

Begleitperson

Eine Begleitperson, deren Notwendigkeit anhand des Schwerbehindertenausweises oder eines ärztlichen Attests nachgewiesen ist, darf auf allen nationalen Linien kostenlos mit an Bord des Fernbusses. Auf grenzüberschreitenden Verbindungen gilt dies nur für Strecken ab 250 Kilometern. Im Falle kürzerer Wegstrecken muss die Begleitperson die Hälfte des regulären Ticketpreises zahlen.

Dein Bus.de

Die Beförderung von Fahrgästen im eigenen Rollstuhl ist bei DeinBus.de aktuell noch nicht möglich. Schwerbehinderte Fahrgäste dürfen allerdings umsonst alle inländischen Linien des Fernbus-Anbieters nutzen. Hierfür müssen sie lediglich spätestens 72 Stunden vor Reisebeginn per E-Mail beim Busunternehmen angemeldet werden. Im Anhang der E-Mail muss sich ein Scan des gültigen Schwerbehindertenausweises befinden.

Begleitperson

Eine Begleitperson, deren Notwendigkeit nachgewiesen ist, darf auf allen inländischen Linine umsonst mitfahren.

Fernbusreisen für Sehbehinderte und Blinde

Für Sehbehinderte ist die Anreise etwas unkomplizierter, insofern sie weniger mit Einstiegshürden etc. zu kämpfen haben. Dennoch empfiehlt sich auch für sie die Reise mit einer Begleitperson, da die wenigstens europaweit-verkehrenden Buslinien mit taktile Beschriftungen arbeiten. Hunde, die einen Sehbehinderten begleiten, werden gegen Vorzeigen des amtlichen Schwerbehinderten-Ausweises unentgeltlich befördert.

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