Art Déco : Stets imposante Stätten der Kultur

  • Palais de Chaillot

    Palais de Chaillot

    © CAPA Nicolas Borel

Art Déco : Stets imposante Stätten der Kultur

Die Stilrichtung des „Art Déco“, das sind zunächst einmal die „dekorativen Künste“! Verwendet wurde dieser Stil also in den Bereichen von Architektur und Design. In Paris wurden in den 30er Jahren drei wahre Kulturpaläste erbaut, deren Inhalte ebenso außergewöhnlich sind wie ihr einzigartiger architektonischer Rahmen. 

Der Stil des „Art Déco“ verdankt seinen Namen der von April bis Oktober 1925 in Paris veranstalteten internationalen Ausstellung der modernen industriellen und dekorativen Künste („Exposition internationale des arts décoratifs et industriels modernes“). Im Gegensatz zum „Art Nouveau“, dessen wesentliche Stilelemente Arabesken, florale und organische Motive sind, ist der „Art Déco“ der Stil der Nüchternheit, der Symmetrie und des Klassizismus. Anstatt der Fülle an Ornamenten und verspielten Motiven, die für den Jugendstil („Art Nouveau“) kennzeichnend waren, zogen die Künstler und Architekten des „Art Déco“ ein funktionales Design von Möbeln und Gebäuden vor, wobei sie einen sehr dynamischen Geist beibehielten. In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg ging mit dem wirtschaftlichen Aufschwung ein erneuter Aufschwung von Architektur und Design in Frankreich einher, denn der wirtschaftliche Aufschwung ermöglichte es den Dekor-Künstlern und Architekten der Epoche des „Art Déco“, die vom Krieg zerstörten Pariser Viertel und Städte der Region wiederaufzubauen. 

So entstanden rund um den Pariser Eiffelturm und die „Porte Dorée“ neue Stätten der Kultur, wie das Museum der Kolonien, das Palais der Museen der Modernen Kunst (welches heute das Palais de Tokyo und das Pariser Museum für Moderne Kunst umfasst) und das Palais de Chaillot. Dieses sind drei zugleich imposante, großzügig angelegte Gebäude mit reichen Verzierungen, die anlässlich der größten internationalen Ausstellungen jener Zeit entworfen wurden, nämlich der Kolonialausstellung von 1931 und der Ausstellung der Künste und Techniken im modernen Leben („Exposition des arts et des techniques dans la vie moderne“) von 1937. Heute noch beherbergen diese monumentalen Gebäude Kunstschätze verschiedener Kulturen, denn diese Zentren sind stets der Welt aufgeschlossen.

Das Palais de Tokyo wurde stets erweitert: Seine Fläche wurde innerhalb der letzten zehn Jahre von 8.000 m2 auf 22.000 m2 vergrößert. Es wurde in einem nüchternen und monumentalen Stil erbaut, bestehend aus zwei symmetrischen Flügeln, einer großen Säulenhalle, einem Wasserbecken, in dem sich das Gebäude spiegelt, einer riesigen Terrasse, einer monumentalen Treppe und einem weiteren Flachrelief von Alfred Janniot. Im Inneren des Gebäudes finden Sie alles, was Sie sich an den erstaunlichsten und meisterhaftesten Werken der zeitgenössischen Kunst vorstellen können.

Gleich nebenan befindet sich das Palais de Chaillot, das auch heute noch als das bedeutendste Pariser Monument der 30er Jahre gilt. Seine beiden Flügel im neo-klassizistischen Stil mit den herrlichen Gärten des Trocadéro gleich darunter,  dominieren den Blick auf den Eiffelturm und die Champs-de-Mars. Die Gestaltung seiner Innenräume, die dem Werk von 71 Malern und Bildhauern zu verdanken ist, weist eine breite Palette aller vorherrschenden Merkmale des „Art Déco“ auf. Heute beherbergt dieses Gebäude im Paris-Flügel die „Cité de l’Architecture et du Patrimoine“ und im Passy-Flügel das „Museé de l’Homme“ (Museum der Anthropologie, das derzeit jedoch wegen Renovierungsarbeiten bis 2015 geschlossen ist), sowie eines der renommiertesten Pariser Staatstheater, das Staatstheater von Chaillot.

Etwas weiter außerhalb, in Richtung Bercy und den Wald von Vincennes, finden Sie ein weiteres monumentales Gebäude, das Palais de la Porte Dorée, das einzige verbleibende Gebäude der Kolonialausstellung von 1931. Dieses hat eine Gesamtfläche von 16.000 m2, mit einer über 1.000 m2 großen Flachrelieffassade von Alfred Janniot und einem tropischen Aquarium. Dieses Gebäude beherbergt das Museum der Geschichte der Immigration, in dem die französische Geschichte aus einer neuen Perspektive beleuchtet wird.