Anne-Sophie Pic

  • Wenn ich koche teile ich meine Leidenschaft

    Wenn ich koche teile ich meine Leidenschaft

    © Mickael Roulier, Anne-Sophie Pic

  • Wenn ich koche teile ich meine Leidenschaft

    Wenn ich koche teile ich meine Leidenschaft

    © Eric Morin

Anne-Sophie Pic Valence fr

Frau mit Geschmack und mit Köpfchen

Sie leitet als einzige Frau in Frankreich ein Restaurant mit drei Michelin-Sternen – und ist Abkömmling einer renommierten Familie von Küchenchefs aus Valence im Rhône-Tal. Die Köchin – denn das ist die Bezeichnung, die sie für sich in Anspruch nimmt – widmet sich seit 1997 der Kochkunst. Dort kreiert sie ihren eigenen Stil, der einzig und allein zum Ziel hat, Vergnügen zu bereiten, einen Augenblick des Glücks und des Genusses zuschenken. Wer es nicht regelmäßig nach Paris schafft, muß nicht traurig sein: Ab Dezember 2014 kocht Anne-Sophie Pic im Rahmen einer Kooperation mit Air France für die 1. Klasse-Passagiere der Fluglinie.

Was hat Sie dazu motiviert, Köchin zu werden?

Ich bin über dem elterlichen Restaurant aufgewachsen. Aber auch wenn es sehr unglaubwürdig klingen mag: Köchin zu werden, war für mich nicht die erste Wahl. Während meines Wirtschaftsstudiums hatte ich Gelegenheit, nach Paris, vor allem aber nach Japan und in die USA zu reisen. Von diesen Erfahrungen bereichert, ist mir bewusst geworden, dass mein Platz in Valence ist. Mit 23 Jahren habe ich dann meine ersten Schritte als professionelle Köchin gemacht.

Welche Philosophie verfolgen Sie mit Ihrer Kochkunst?

Wenn ich koche, teile ich meine Leidenschaft, möchte ich meinen Mitmenschen Vergnügen bereiten. Um Emotionen zu vermitteln, habe ich von Anfang an mit dem Zusammenklang verschiedener Geschmacksrichtungen gearbeitet. Das ist in gewisser Hinsicht mein Markenzeichen.

Welche Rolle spielt die Tradition für Sie?

In Frankreich haben wir eine sehr reiche Tradition. Aber wir dürfen nicht in der Vergangenheit verharren. Es ist wichtig, dass wir das, was wir haben, an zukünftige Generationen weitergeben. Zum Beispiel greife ich gerne auf bestimmte in Vergessenheit geratene Gemüsesorten zurück und integriere diese in meine Küche, wobei ich dem Ganzen zugleich eine modernere Note verleihe.

Wo nehmen Sie Ihre Inspiration her?

Diese Frage wird mir oft gestellt. Die Inspiration kommt im Lauf von Begegnungen und Reisen, beim Kennenlernen neuer Produkte. Wenn mir eines davon gefällt, stelle ich mir Arrangements vor, die es zur Geltung bringen könnten.

Stellen Sie sich vor, jemand kommt zum ersten Mal nach Frankreich. Welche Produkte würden Sie ihm nahelegen?

Gemüse. Frankreich – und besonders die Drôme – bringt eine große Vielfalt an Gemüsesorten hervor. Wenn ich mich für eine davon entscheiden müsste, wäre es die Rübe, die ich von meiner frühesten Kindheit an liebe. In meinem Restaurant in Valence versuche ich, bei den verschiedenen Rübensorten alle Facetten in punkto Farbe, Faserung und Geschmack herauszuarbeiten.

Was würden Sie einem Touristen raten, der in Frankreich als Feinschmecker auf seine Kosten kommen möchte?

Die Restaurants, in denen er speist, gut auszuwählen. Dafür gibt es Restaurantführer. Es ist aber auch wichtig, die Speisekarte richtig zu lesen, bevor man ein Restaurant betritt.

Erzählen Sie uns von Ihrer Heimatregion!

Es gibt Gegenden, die wunderschön zu durchreisen sind, aber in denen keine Reise das Glück aufwiegt, dort zu leben. Das trifft auf dieDrôme zu, in der ich geboren bin und die ich letzten Endes nie verlassen habe.Von Nord bis Süd kenne ich dort die kleinsten Ecken. Der Norden trägt seine Komplizenschaft mit Lyon zur Schau. Der Süden erzählt vom Licht der Provence,vom Geschmack nach Sonne, von den süßegesättigten Früchten des Rhônetals, den romanischen Kirchen mit ihrem strahlenden Charme, den Schlössern mit ihren mächtigen Türmen und den bedeutenden Persönlichkeiten, die dort lebten.

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