Regelungen für das Angeln in Frankreich

  • Fliegenfischer in den Vogesen

    Fliegenfischer in den Vogesen

    © Atout France - Michel Laurent - CRT Lorraine

  • In den französischen Gewässern leben viele verschiedene Fischarten.

    In den französischen Gewässern leben viele verschiedene Fischarten.

    © Atout France - Michel Laurent - CRT Lorraine

  • Angler in Courseuilles-sur-Mer

    Angler in Courseuilles-sur-Mer

    © Atout France - CDT Calvados

  • Angler im Fluss Madon bei Xirocourt in Lothringen

    Angler im Fluss Madon bei Xirocourt in Lothringen

    © Atout France - CRT Lorraine - Michel Laurent

Regelungen für das Angeln in Frankreich

Frankreich ist ein beliebtes Ziel für Angler, denn neben den mehreren tausend Kilometern Küste gibt es auch zahlreiche Binnengewässer, in denen geangelt werden darf. Verglichen mit Deutschland ist Frankreich - außerhalb der Region von Paris - dünn besiedelt. Das heißt, es gibt reichlich naturbelassene Angelreviere in Gewässern mit hervorragender Wasserqualität. Legendär sind da etwa Seen, Flüsse und Bäche in der Auvergne, der Franche-Comté oder in den Pyrenäen.

Bleibt nur noch die Frage, ob man lieber Zander, Welse, Hechte und Forelle, oder doch lieber Klippen-Barsche, Kabeljau, Hummer, Muscheln oder Makrelen auf dem Teller liegen hat...

 

Die Regelungen zum Angeln in Frankreich unterscheiden sich nach den Gewässern, in denen Sie angeln möchten. Wir sprechen im Folgenden nur von den Regelungen für Freizeitangler.

 

Angeln im Meer

In Frankreich ist das Fischen vom Strand aus ohne besonderen Angelschein erlaubt, solange man einige Grundregeln befolgt und respektiert. Sie sollten keine Weibchen mit Eiern mitnehmen; den Lebensraum der Tiere erhalten und Steine wieder so hinlegen, wie sie zuvor lagen. Und natürlich: Nicht mehr als die eigene Verbrauchsmenge fischen. An offenen Küsten ist das Angeln mit einer Rute und maximal zwei Haken gestattet. Außerdem das Fischen mit kleinen Netzen und das Muschelgraben. Es gelten jedoch Mindestmaße für den Fang, die einzuhalten sind. Eine ausführliche Übersicht finden Sie im Artikel "Fischarten und Mindestmaße".

 

Allseits beliebt ist die sogenannte "Pêche à Pied" im Meer. Besonders an Tagen, wo der Tidenhub bei Ebbe mehr Land als gewöhnlich freigibt, pilgern Heerscharen von Hobbyfischern in die Wattgebiete. Mit Schaufeln, Harken und Keschern rückt man Mollusken und Schalentieren zu Leibe. Wer Glück hat, zieht unter einer Klippe einen Hummer hervor.

 

Viele Offices de Tourisme an der Küste halten Faltblätter bereit, denen man die essbaren Arten entnehmen kann und die eingerichtete Schutzgebiete nennen. Diese Art des Fischens ist ohne Angelschein zugänglich. Sie wird aber manchmal zum Schutz der Arten zeitweise ausgesetzt. Es wird empfohlen, sich vor Ort – beim Rathaus, beim Fremdenverkehrsamt - darüber zu informieren, was erlaubt oder verboten ist. Es gibt manchmal zeitliche Einschränkungen im Laufe des Jahres und lokale Bestimmungen, die zu beachten sind. Bußgelder können hoch ausfallen.

 

In vielen Häfen werden Törns zum Hochsee-Angeln angeboten. Auch vom selbst gemieteten oder mitgeführten Boot aus kann man Leinen zu Wasser lassen. Dabei ist der Fang für Privatleute im Volumen beschränkt, was auch häufig von Küstenschutz und Hafenbehörden kontrolliert wird.

 

Mindestgrößen des Fangs

 

Beispiele für Mindestmaße der Fische, Muscheln oder Krustentiere. Eine ausführliche Übersicht finden Sie im Artikel "Fischarten und Mindestmaße".

 

  • Sardelle (Anchois): 12cm (Nordsee, Ärmelkanal, Atlantik), 9cm (Mittelmeer)
  • Europäischer Wolfsbarsch, Seebarsch (Bar commun): 42cm (Nordsee, Ärmelkanal, Atlantik), 30cm (Mittelmeer)
  • Kabeljau (Cabillaud): 42cm
  • Streifenbrasse, Rote Fleckbrasse, Goldbrasse (Dorade grise, Dorade rose, Dorade royale): 23cm, Rote Fleckbrasse (Dorade Commune) im Mittelmeer: 33cm
  • Schwertfisch (Espadon): 170cm (Nordsee, Ärmelkanal, Atlantik), 90cm (Mittelmeer)
  • Flunder (Flet): 20cm
  • Hering (Hareng): 20cm
  • Seeteufel (Lotte): 50cm
  • Makrelen (Maquereaux): 20cm (Ärmelkanal, Atlantik), 30cm (Nordsee), 18cm (Mittelmeer)
  • Marmorbrasse (Marbre): 20cm (Mittelmeer)
  • Scholle (Plie/Carrelet): 27cm
  • Meerbarben (Rougets): 15cm
  • Sardinen (Sardine): 11cm
  • Lachs (Saumon): 50cm
  • Seezunge (Soles): 24cm
  • Roter Thunfisch (Thon Rouge): 30kg oder 115cm
  • Forelle (Truite de mer): 35cm

 

Krustentiere:

  • Rosa Garnele (Crevette Rose du Large): 2cm
  • Sägegarnele (Bouquet/Crevette Rose): 5cm
  • Hummer (Homard): 8,7cm (Nordsee, Ärmelkanal, Atlantik), 30cm (Mittelmeer)
  • Kaisergranat (Langoustine): 9cm (Nordsee, Ärmelkanal, Atlantik), 7cm (Mittelmeer)

 

Mollusken:

  • Gemeine Herzmuschel (Coque/Henon): 3cm (Nordsee, Ärmelkanal, Atlantik), 2,7cm (Mittelmeer)
  • Jakobsmuschel (Coquille St Jacques): 11cm (Nordsee, Ärmelkanal, Atlantik), 10cm (Mittelmeer)
  • Europäische Auster (Huître plate): 6cm
  • Gemeine Miesmuschel (Moule): 4cm
  • Steinseeigel (Oursin): 4cm (ohne Stachel), in der Bretagne 5cm (ohne Stachel)
  • Getupfte Teppichmuschel (Clovisse): 4cm
  • Venusmuscheln (Palourde rose): 4cm
  • Gewöhnlicher Krake (Poulpes): 750g

 

Angeln in Seen, Flüssen und Bächen

 

Die nachfolgenden Regelungen dienen als Anhaltspunkt. Maßgeblich sind immer die Regelungen des lokalen Angelvereins. Alle Erklärungen (leider auf Französisch) finden Sie auch auf der Internetseite des französischen Angler-Verbands (Fédération Nationale de la pêche).

 

Gewässerkategorien

 

Die Gewässer werden in 2 Kategorien eingeteilt. Je nach Kategorie dürfen nur eine bestimmte Zahl an Ruten benutzt oder zu bestimmten Zeiten gefischt werden.

  • 1. Kategorie: Flüsse und Seen mit Forellen-Populationen o.Ä. (auch Lachsfische, Äschen, Lavaret)- 1 Rute mit 2 Haken oder 3 künstlichen Fliegen- 2. Samstag im März bis 3. Sonntag im September, außer europäische Äsche (3. Samstag im Mai bis 3. Sonntag im September)
  • 2. Kategorie: Flüsse und Seen mit Karpfenfischen, Weißfischen und Raubfischen - bis zu 4 Ruten, mit je 2 Haken oder 3 künstlichen Fliegen - ganzjährig Angeln möglich, außer Hecht (1. Mai-letzten Sonntag im Januar), europäische Äsche (3. Samstag im Mai bis einschl. 31. Dezember), Lachsfische (2. Samstag im März bis 3. Sonntag im September)

 

Es ist verboten an Fischtreppen o.Ä., an Staudämmen und Schleusen sowie im Umkreis von 50 Metern darum zu angeln.

 

Angelzeiten

 

Angelzeiten: 30 Minuten vor Sonnenaufgang bis 30 Minuten nach Sonnenuntergang

 

Mindestgrößen des Fangs

 

Fische und Krustentiere, die die nachfolgenden Größen unterschreiten, müssen unmittelbar nach dem Fang wieder ins Wasser zurückgegeben werden. Die nachfolgenden Angaben dienen lediglich der Orientierung. Maßgeblich sind die Regelungen der einzelnen Angelvereine. 

  • Stör: 1,80m
  • Huchen (Donaulachs, Rotfisch): 0,70m
  • Hecht: 0,50m (Gewässer 2. Kategorie)
  • Amerikanischer Seesaibling: 0,35m
  • Zander: 0,40m (Gewässer 2. Kategorie)
  • Europäische Äsche und Lavaret: 0,30m
  • Flussneunauge: 0,20m, Meerneunauge: 0,40m
  • Forelle, Seesaibling, Bachsaibling: 0,23m (außer Meeresforelle)
  • Forellenbarsch: 0,30m (Gewässer 2. Kategorie)
  • Meeräsche: 0,20m
  • Krustentiere: 0,09m

Eine Ausführliche Auflistung der Fischarten in Frankreich sowie deren Mindestmaße finden Sie im Artikel: Fischarten und Mindestmaße.

 

Angelparcours

 

Es gibt an zahlreichen Flüssen und Bächen ausgezeichnete Parcours: Parcours Passion, Parcours Famille, Parcours Découverte. Häufig sind an Flüssen und Bächen Parcours ausgewiesen, an denen das Fliegen-Fischen im Wasser zu bestimmten Zeiten erlaubt ist.

 

Angelschein

Für alle Binnengewässer - außer den zahlreichen kommerziellen Teich-Anlagen - ist der Erwerb eines Angelscheins erforderlich. Die "Carte de Pêche" wird hauptsächlich von Geschäften für Anglerbedarf, Sportgeschäfte, aber auch Cafés/Tabacs in der Nähe von Angelgewässern vertrieben. Feriengäste, die nicht zum französischen Angelverband gehören, können zwischen einer Tageskarte und einer Wochenkarte wählen. Beim Kauf des Angelscheins vor Ort, erhalten Sie normalerweise eine Karte der Gewässer und Informationen zu den lokalen Bestimmungen (Guide de pêche).

 

Auf der Webseite „Carte de pêche“ können Sie Ihre Angelerlaubnis online kaufen und einige Erklärungen zum Angeln in Frankreich jetzt auch auf Deutsch finden: de.cartedepeche.fr. Weitere Informationen finden Sie im Artikel "Angelscheine in Frankreich erwerben".

 

Angelvereine in Frankreich

In Frankreich gibt es rund 3.900 Angelvereine (bezeichnet als AAPPMA - "Association Agréée de Pêche et de Protection du Milieu Aquatique", dtsch. "Eingetragener Angler- und Wasserschutzverein), in denen rund 1,4 Millionen Angler organisiert sind. Die Angelvereine sind in Verbänden nach Departements organisiert. Es gibt in Frankreich 93 "Féderations Départementales des Associations Agrées de Pêche et de Protection du Milieu Aquatique" (FDAAPPMA), die wiederum im Nationalen Anglerverband organisiert sind (FNP - "Féderation Nationale de la Pêche").

 

Angelreisen nach Frankreich

Mehrere deutsche Reiseveranstalter bieten spezielle Angler-Aufenthalte in Frankreich an. Im Land selbst finden sich staatlich ausgebildete Angellehrer, die in ihrer Region mit Gästen Angeltouren unternehmen. Oft geschieht das als Pauschalprogramm mit Unterbringung/Angeln.

 

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