Bernard Magrez - im ewigen Rausch

By Julie Rovero-Carrez | Published on 22 November 2016
  • Chateau Pape Clément

    © Pierre Bidart - Chateau Pape Clément

    Chateau Pape Clément

    © Pierre Bidart - Chateau Pape Clément

  • Französischer Garten, Institut Culturel Bernard Magrez

    © Institut Culturel Bernard Magrez

    Französischer Garten, Institut Culturel Bernard Magrez

    © Institut Culturel Bernard Magrez

  • Pape Clément von oben

    © Daniel Amilhastre - Chateau Pape Clément

    Pape Clément von oben

    © Daniel Amilhastre - Chateau Pape Clément

  • Eingangstor

    © La Grande Maison - Bernard Magrez

    Eingangstor

    © La Grande Maison - Bernard Magrez

Bernard Magrez - im ewigen Rausch Rue de Tivoli 33000 Bordeaux fr

Ein paar Stunden Schlaf reichen ihm. Bernard Magrez beginnt seinen Tag mit einer Stunde Sport zwischen 6 und 7 Uhr. Dann fängt der Marathon zwischen Bordeaux (seiner Heimatstadt), Paris und dem Rest der Welt an! In seinem Büro steht ein Schild mit der Aufschrift: "Wer in dieses Büro mit einem Problem ohne Lösung kommt, ist Teil des Problems..." Magrez steht an der Spitze eines französischen Wein-Imperiums (40 Weinberge, darunter 4 klassifizierte Grands Crus:  Château Pape Clément, Château La Tour Carnet, Château Fombrauge und Clos Haut-Peyraguey). Er hat nie aufgegeben, und das seit mehr als 60 Jahren.

Mein Werdegang

"Ich wollte weg von zu Hause... Mit 13 Jahren hat mich mein Vater, zu dem ich ein schwieriges Verhältnis hatte, zwecks Ausbildung in ein Sägewerk geschickt. Im Schlafsaal stieß ich auf einen Bretonen, François Pinault*, der ebenfalls Probleme mit seinem Vater hatte! Mit 19 Jahren arbeitete ich für zwei Jahre auf einem Weingut, anschließend machte ich mich selbständig: Ich übernahm ein kleines Unternehmen, das Wein aus Porto in Barrique-Fässern importierte. Ich füllte den Wein in Flaschen ab und lieferte ihn an Restaurants aus. Als in den 60er Jahren die großen Supermärkte aufkamen, bot ich ihnen meine Produkte an (Portwein, William Peel Whisky, Punsch, Malesan-Wein...) und es funktionierte. Nach und nach kaufte ich Weinberge in Frankreich und dem Ausland. Wein erzeugt wie ein Gemälde Emotionen, das macht das Leben schöner!"

Der Weintourismus

2008 kam Bernard Magrez auf die Idee, seine Region und deren kulturelles Erbe bekannter zu machen: Hierfür gründete er Luxury Wine Experience. Das Anwesen inmitten der Weinberge von Bordeaux soll eine einzigartige Erfahrung mit dem Wein und allem was dazugehört ermöglichen. "Ich merkte, dass die Leute begannen, sich immer mehr für Wein zu interessieren. Für mich ist Lernen eine Aufgabe bzw. eine Pflicht."

Daher können Sie im Château Pape Clément den Geheimnissen der Grands Crus von Bernard Magrez auf die Spur kommen, an Workshops teilnehmen und Ihren eigenen Wein kreieren. Auch Ausflüge in die Region bieten sich an: Austernessen im Bassin d'Arcachon oder mit dem Helikopter über die schönsten Weinberge fliegen (Médoc, Saint Emilion, Graves, Sauternes und Pomerol).
Gleichzeitig kümmerte sich Bernard Magrez zusammen mit anderen Mäzenen um die Finanzierung der Cité du Vin in Bordeaux, die am 1. Juni 2016 ihre Eröffnung feierte. Die Cité du Vin widmet sich ganz der Kultur des Weines. "Für mich käme es einer Sünde gleich, nicht in den Tourismus zu investieren."

Kulturelles Engagement

Auch in der Kunstszene ist Bernard Magrez aktiv: Zunächst Sammler von Bronze-Tierstatuen aus dem 19. Jahrhundert, flämischer Malerei und expressionistischen Gemälden von Bernard Buffet eröffnete Magrez 2011 sein Kulturinstitut im Château Labottière (18. Jahrhundert), um zeitgenössische Künstler zu fördern. Ausstellungen, Residenzprogramme, aber auch Kolloquien, Schreibwettbewerbe, Konzerte oder Musikworkshops finden hier statt. "Bei einem Spaziergang am Cap Ferret habe ich JonOne entdeckt. Er sprühte Graffitis auf Blockhäuser am Strand. Er hat ein Jahr in unserem Institut gearbeitet. Man muss verstärkt den Austausch mit Künstlern fördern, man lernt dadurch, über den Tellerrand hinauszublicken."

Meine "DNA"

Ein Vorbild?

"Ich habe viele Vorbilder, François Pinault zum Beispiel: ein Mann mit Visionen und Mut, das ist selten."

2 Wörter oder Adjektive, die Sie beschreiben?

"Niemals aufgeben."

Inspirationsquellen?

"Lektüre. Auf meinem Nachttisch liegt La Vie heureuse von Seneca, ich habe davon 4000 Exemplare gekauft und verschenke sie an meine Umgebung."

 

Meine Region

"Aquitanien ist ein Naturparadies. Für mich ist es wie ein großer Garten, der gut geschützt ist vom Meer, Spanien und der Vendée. Auch touristisch gesehen hat es einiges zu bieten! In Bordeaux wurde viel investiert und die Stadt ist jetzt sogar mit dem TGV zu erreichen. Ich liebe die Ruhe in dieser Ecke Frankreichs, das Leben hier ist sehr angenehm."

3 Wörter oder Adjektive, die ihre Umgebung auszeichnen?

"Man lebt hier sehr gut."

Ein Geruch?

"Gräser im Sand der Dünen. Ein wahrer Genuss."

Ein Geräusch? 

"Das meiner Stradivari-Geige."

Meine Lieblingsadressen

Ein Restaurant

« La Table des Prés d’Eugénie de Michel Guérard »
334, rue René Vielle, 40320 Eugénie-les-Bains
+33 5 58 05 06 07

 

Ein Bistro

« Le petit Commerce »
22, rue Parlement Saint-Pierre, 33000 Bordeaux
+33 5 56 79 76 58


Ein Ort der Bildung 

« La base sous-marine de Bordeaux »
Boulevard Alfred Daney, 33300 Bordeaux
+33 5 56 11 11 50

 

 

*Berühmter französischer Geschäftsmann, CEO vom Modekonzern Kering (Gucci, Yves Saint Laurent, Puma, Boucheron…)

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