Laurence Equilbey und ihre unerwarteten Aktionen

By Julie Rovero-Carrez | Published on 12 September 2016
  • Laurence Equilbey

    Laurence Equilbey

    © Julien Mignot

  • Insula Orchestra - Laurence Equilbey

    Insula Orchestra - Laurence Equilbey

    © Marie Guilloux - Squaw Films

  • Laurence Equilbey

    Laurence Equilbey

    © Jean-Baptiste Millot

Laurence Equilbey und ihre unerwarteten Aktionen Quai Georges Gorse 92100 Boulogne-Billancourt fr

Laurence Equilbey ist mit Sicherheit dort, wo man sie nicht erwartet. Die brillante Dirigentin entwickelt ständig neue Konzepte, die klassisches und modernes Repertoire miteinander vereinen. Ihr größter Wunsch: ein Publikum miteinzubeziehen, das so groß wie möglich sein soll. Das ist gelungen!

 

Meine Geschichte

"Ich wurde im Schwarzwald geboren und habe skandinavische Familie: In dieser nordisch-deutschen Kultur bin ich in einem musikbegeisterten familiären Umfeld aufgewachsen. Im Internat waren die privaten Momente rar gesät, und so habe ich mir durch die Musik meinen heimlichen Rückzugsort geschaffen. Ich habe Klavier, Flöte, Gesang, Komposition, Harmonie und Analyse gelernt. Nach meinem Abitur habe ich Orchesterdirigieren in Österreich, Skandinavien und England studiert und meine Karriere begonnen.

Schon immer habe ich parallel Orchester und Chöre geleitet. Als ich in Vienne lebte, habe ich in einem Chor gesungen, um mir meinen Lebensunterhalt zu verdienen! Gesang ist eine der Grundlage von Musikern. So sind auch 1991 mein Vokalensemble Accentus und vier Jahre später der Junge Chor von Paris im CRR Konservatorium von Paris entstanden – eine Gesangsausbildung für junge Sänger. Ausbildung und Wissensvermittlung zählen zu meinen Prioritäten. Dies mache ich zum einen über den künstlerischen und zum anderen über den digitalen Weg. 10 Jahre lang habe ich diese Formation geleitet.

Parallel zu meiner Tätigkeit als Gastdirigentin hatte ich Gelegenheit, mit dem Conseil départemental des Hauts-de-Seine ein Ensemble aus alten Instrumenten zusammenzustellen: Das Insula Orchestra beleuchtet das Zeitalter der Aufklärung und die großen und auch weniger bekannten Werke von 1750 bis 1850. Heute kommt das Insula Orchestra auf 8 bis 10 Produktionen pro Jahr und rund vierzig Konzerte in Frankreich und im Ausland."

 

Ein ausgesprochen moderner Ansatz

2009 gründete Laurence Equilbey das Projekt Private Domain, das Elektro und Pop mit klassischer Musik verbindet. Konkret heißt das, dass Künstler wie Marc Collin (Nouvelle Vague), Murcof (Elektro-Produzent) oder Rosemary Standley (Sängerin der Band Moriarty) bedeutende klassische Werke von Purcell, Bach oder Monteverdi neu interpretieren. Die Passion von Johann-Sebastian Bach ist unglaublich modern, mit ihrem sehr gleichmäßigen Grundbass. Mein künstlerischer Ansatz zielt darauf ab, den Überraschungsmoment wieder zu erzeugen, den die Zeitgenossen von Johann Sebastian Bach damals erlebten.“ Um auch Neulinge zu begeistern, ist die Gruppe beispielsweise beim Printemps de Bourges aufgetreten!

Gleichzeitig hebt sich Laurence Equilbey mit sehr innovativen Online-Projekten hervor. Im Oktober 2013 hat sie mit zwei Kunst-Flashmobs am Schloss von Versailles für Überraschung gesorgt: Musiker des Insula Orchestra gaben am Wasserbecken Parterre d’Eau eine Vorstellung des Danse des Furies aus der Oper Orfeo ed Euridice mit den renommierten Tänzerinnen Alice Renavand und Marie-Agnès Gillot sowie einem Flötensolo Orfeo aux Champs-Elysées.

Eine Überraschung, aber auch der Start für die Produktion von Internetvideos (siehe Videos): Das Team rund um Laurence Equilbey hat eine fiktionale Doku-Sitcom entwickelt, die es ermöglicht, auf andere Weise zu kommunizieren, und auf spielerische Weise den Abenteuern von Lorenzo, einem jungen Fan klassischer Musik, zu folgen!

Das neueste und größte Projekt wird im April 2017 eröffnet: die Cité musicale départementale de l’Île Seguin in Boulogne-Billancourt. Ein großer Saal mit 4.000 Plätzen wird aktueller Musik (Pop, Musicals, etc.) und ein Auditorium der klassischen und zeitgenössischen Musik gewidmet: „Die Idee, dass die Zuschauer aufeinandertreffen, gefällt mir!“. Das Insula Orchestra wird auch dort seinen Platz haben, was ihm ermöglicht, verschiedene Gestaltungsformen auszuprobieren (20-minütige Flash-Formate), mit Künstlern zusammenzuarbeiten (Choregraf Yoann Bourgeois, die katalanische Theatergruppe La Fura dels Baus, Regisseurin Séverine Chavrier u.a.) und Dirigenten und andere Ensembles einzuladen.

 

Meine "DNA"

- Ihr Mentor ?
"Der deutsche Dirigent Nikolaus Harnoncourt"

- 3 Worte oder Adjektive, die Sie beschreiben?
"Innovation, künstlerische Risikobereitschaft, Einbeziehung des Publikums"

- Was machen Sie in Ihrer Freizeit?
"Ich treffe mich mit Freunden, besuche Ausstellungen (Palais de Tokyo, Musée d’Art Moderne, Beaubourg, die Galerien im Marais…), Aufführungen oder Filme im Cinéma des Cinéastes, dorthin finde ich mit geschlossenen Augen, denn das Programm ist großartig!"

 

Meine Playlist

"Ich höre gerne Elektro und Rock: Léonard Cohen, Janis Joplin, les Rolling Stones, Barbara, Véronique Sanson, Damien Rice, Emilie Simon oder Olivia Ruiz."

 

Ein Musikstück, das man mit der Familie hören sollte? "Damien Rice, Sleep, don’t weep"

Ein Musikstück, das man mit Freunden hören sollte? "Leonard Cohen, Famous Blue Raincoat"

Ein Musikstück, um sich zu motivieren? « Bach, Weihnachtsoratorium, Jauchzet, Frohlocket"

Ein Musikstück zum Feiern? "Aaron, Embers"

Ein Musikstück zum Verführen? "Schubert, Der Hirt auf dem Felsen"

Ein Musikstück zum Heiraten? "Mendelssohn, Ein Sommernachtstraum, Hochzeitsmarsch"

 

Meine Stadt

"Paris inspiriert mich, es ist eine außergewöhnliche Stadt. Ich liebe die Quais der Seine auf der Höhe des Grand Palais, dort weht immer ein Wind und man hat einen tollen Ausblick auf den Pont Alexandre III! Montmartre hat den Handel aufrecht erhalten, es gibt nur ein Café, wenig Autos."

 

3 Adjektive, die Paris beschreiben? "Inspirierend, heimisch (ich bin dort geboren, daher kenne ich jede Ecke), unergründlich (zugleich Museums-Stadt und dynamische Stadt… aber Vorsicht, jede Epoche kann der Stadt ihren Stempel aufdrücken!)"

 

Ein Geruch? "Blühende Kastanienbäume"

Ein Geräusch? "Das Piepsen der Spatzen"

Ein Geschmack? "Kaffee"

Eine Aussicht? "Vom Montmartre auf ganz Paris"

 

Meine Lieblings-Adressen und -Orte

 

Ein Restaurant? "La Dame de Pic"
20, rue du Louvre, 75001 Paris
+33 1 42 60 40 40

 

Ein Bistro? "Le Mordant"
61, rue de Chabrol, 75010 Paris
+33 9 83 40 60 04

 

Um was zu trinken? "Chez Marcel"
1 villa Léandre, 75018 Paris

 

Um zu shoppen? "La rue de Grenelle"
Paris 6ème et 7ème arrondissments

 

Ein Ort für Kulturbeflissene?  "Die Philharmonie de Paris"
221, avenue Jean Jaurès, 75019 Paris

 

Ein Ort für Aufführungen? "Die Opéra de Paris"
8, rue Scribe, 75009 Paris

 

Ein Ort zum Entspannen und Träumen? "Montmartre"
Paris 18ème arrondissement

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