Champagne & Burgund: UNESCO-Weltkulturerbe

Published on 10 September 2015
  • Château de Pommard, Côte de Beaune

    Château de Pommard, Côte de Beaune

    © Château de Pommard

  • Dächer des Clos de Vougeot, Bourgogne

    Dächer des Clos de Vougeot, Bourgogne

    © Jean-Louis Bernuy

  • Hügel von Corton, Bourgogne

    Hügel von Corton, Bourgogne

    © Jean-Louis Bernuy

  • Côte des Bars bei Viviers-sur-Artaut, Champagne

    Côte des Bars bei Viviers-sur-Artaut, Champagne

    © Didier Guy

  • Plateau de Blu, Champagne

    Plateau de Blu, Champagne

    © Hobby Rahn/Galerie Leica

  • Vignoble de Venteuil, Champagne

    Vignoble de Venteuil, Champagne

    © S.Millot/Coll.CDT Marne

Champagne & Burgund: UNESCO-Weltkulturerbe

Mehr als 1000 Namen stehen mittlerweile auf der Welterbeliste der UNESCO. Seit Anfang Juli 2015 ist nun auch Frankreich um zwei Einträge in der berühmten Liste reicher - die Weinberge, Winzerhäuser und Winzerkeller der Champagne sowie die "Climats" genannten Weinbaugebiete im Burgund wurden von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

Die Champagne neu auf der UNESCO Welterbeliste

Nun ist auch die Champagne mit im Bunde der UNESCO-Welterbestätten! Aufgenommen wurden sowohl die Weinberge wie auch Winzerhäuser und Weinkeller der Champagne, die Geburts- und Herstellungsort des berühmten Schaumweins sind. Die französische Regierung hatte Anfang 2014 eine Bewerbung eingereicht, um das herausragende natürliche und kulturelle Erbe der Champagnerherstellung zu schützen und aufzuwerten.

Die Aufnahme ins Weltkulturerbe umfasst insgesamt drei Orte:

  •  Die „Avenue de Champagne“ in Epernay, die königliche Straße der Hauptstadt des Champagners
    Sowohl über der Erde als auch im Untergrund schlummert in dieser "Avenue" ein außerordentliches Kulturerbe. Die Champagnerkeller wurden ab dem 18. Jahrhundert und während des gesamten 19. Jahrhunderts gegraben. Lange Stollen wurden angelegt, einige von ihnen sind direkt mit dem Kanal oder der Eisenbahnstrecke verbunden. Die Champagnerhändler, die sich in dieser Straße ansiedelten, haben großartige Produktionsstätten errichtet. Im 19. Jahrhundert kamen dann Residenzen hinzu, die beeindruckendsten unter ihnen werden auch "Châteaux" genannt. Die Champagnerhändler begeisterten sich für diese Straße und so kam es dort zu einer regelrechten Anhäufung von Champagnerhäusern. Durch die hübschen Gebäude, die schönen Parks, ihre Zugänge zu den Weinhängen und eine erst kürzlich erfolgte Neugestaltung, steht diese Straße repräsentativ für die immense Bedeutung des Champagnerhandels.
  • Der Hügel Saint Nicaise, die Kalksteinhöhlen und die Champagnerhäuser
    Dieser Ort ist typisch für die Champagnerherstellung und den Einfluss der Champagnerhäuser auf die städtebauliche Infrastruktur. Er ist auch typisch für das "Genie der Champagne" und für die neue Verwendung alter, lange vergessener Kalksteinhöhlen als Champagnerkeller. Hier sind alle Bestandteile der industriellen Champagnerproduktion vereint: der Weinberg, weite, öffentlich zugängliche Anlagen und große Parks, die Nähe zum Kanal und den Ausfallstraßen für den Handel, ein Ensemble von antiken und mittelalterlichen Kalksteinkellern, Keller die im 19. Jahrhundert gegraben wurden und Verbindungsstollen, die als Bereiche zur Weinbereitung und als Lagerplatz benutzt wurden.
  • Die historischen Weinhänge, die Wiege des Champagners
    Die Weinberge, das architektonische Kulturerbe und die Champagnerkeller zeigen die gesamte Produktionskette des Champagners. Die Gebäude in den Dörfern veranschaulichen deutlich das Gesamtbild des Berufszweiges: Weinpressen, Winzerhäuser, Genossenschaften und Champagnerhäuser mit Produktionsanlagen, Kellern und Gebäuden voller Prestige. Die Weinhänge zwischen Cumières und Mareuil-sur-Aÿ gelten als Wiege des Champagners. Auch die Abtei von Hautvillers ist ein Zeugnis der sehr alten Weinbaugeschichte. Hier hat der Benediktinermönch Dom Pérignon eine sehr wichtige Rolle für die Entwicklung des Champagners gespielt. Zudem weist dieser Abschnitt die charakteristischen Merkmale der Weinberge der Champagne auf: Allgegenwärtigkeit des Kreidebodens, Ausrichtung und Struktur der Dörfer, Nutzung des Bodens und Monokultur.

Die Aufnahme in das UNESCO-Weltkulturerbe ist auch eine Ermutigung, die Anstrengungen zum Erhalt und zur Aufwertung der Weinbaulandschaften und für eine nachhaltige Bewirtschaftung vor Ort sowie international fortzusetzen.

Weinparadies Burgund wird UNESCO Weltkulturerbe

Das Burgund ist für Weingenießer das Paradies schlechthin. Selten hat eine Jahrhunderte alte Weinkultur eine ganze Region so intensiv geprägt, wie hier im Burgund. Insgesamt 1247 Weinparzellen, sogenannte "climats", im Weinanbaugebiet Burgund mit berühmten Namen wie Montrachet, Romanée-Conti, Clos de Vougeot, Corton, Musigny oder Chambertin haben es jetzt in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes geschafft.

Aubert de Villaine, President der Association des Climats du vignoble de Bourgogne, der die Kandidatur zum UNESCO Welterbe zum Erfolg geführt hat, sieht darin auch eine Anerkennung für die Arbeit von Generationen von Männern und Frauen.

Die burgundische Weinlandschaft ist einfach gegliedert: Südlich von Dijon beginnt das renommierte Côte d’Or, eine nach Osten bis Süden ausgerichtete Kette von Hanglagen mit reichhaltigen Bodenformationen, die für das Mosaik der "Terroirs" verantwortlich sind. Als "Climats" bezeichnen die Winzer die einst von Mönchen umfriedeten Parzellen und Lagen, deren Namen als Premier Cru mit Gemeindenamen oder als Grand Cru (ohne Gemeindenamen) die Flaschenetiketten zieren. In jedem Climat herrschen besondere mikroklimatische und bodentypische Verhältnisse, die zusammen einen großen Teil der Bedeutung des Begriffs Terroir ausmachen. Die Côte de Nuits und die Côte de Beaune, benannt nach den beiden Hauptorten der Weinerzeugung, bilden zusammen das Côte d’Or. Weiter südlich schließen sich die Côte Chalonnaise und das Mâconnais an. Chablis, das ebenfalls zu Burgund gehörige reine Weißweingebiet, liegt in der Nähe der Stadt Auxerre.

Die insgesamt sechs Weinstraßen Burgunds, darunter die "Route des Grands Crus" durch die Côte d’Or und die Côte Chalonnaise, haben eine Länge von 250 Kilometern. Sieht man ein Schild "Dégustation Vente" sollte man unbedingt Halt machen und der Aufforderung zu einer Weinverkostung Folge leisten – wohl dem, der dann einen geräumigen Kofferraum hat!

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