Ausgehen in Marseille

By Florence Donnarel | Published on 26 Juni 2017
  • Christian Mellon, Gründer von "Borderline".

    Christian Mellon, Gründer von "Borderline". - © Borderline

    Christian Mellon, Gründer von "Borderline".

    Christian Mellon, Gründer von "Borderline". - © Borderline

Ausgehen in Marseille Marseille fr

Aperos auf einem Boot, Partys im Mucem, tolle Bars… Das Kollektiv Borderline hat dem Nachtleben in Marseille neues Leben eingehaucht. Sein Gründer, Christian Mellon, nennt uns seine Lieblingsadressen in Marseille, egal ob am Abend oder tagsüber.

Christian Mellon von Borderline

Sein Name sagt Ihnen vermutlich nichts, aber sein Team "Borderline" ist seit einiger Zeit Hauptinitiator zahlreicher Events und Veranstaltungen in Marseille, die junge Leute sowie Leute ab 50 gleichermaßen ansprechen. "2010 habe ich mit einem Freund zusammen Borderline gegründet. Wir wollten Partys und Veranstaltungen organisieren, auf die wir selbst gerne gehen würden.", verrät Christian Mellon, ehemaliger Rapper aus den 40er Jahren. 

Alles hat mit Aperos auf einem Boot angefangen, als man den traditionellen Bootsausflug zu den Calanques etwas abwandeln wollte. Jeden Sonntag um 19 Uhr startet ein Boot mit 250 Personen an Bord vom Hafen aus ins offene Meer und kehrt gegen 22.30 Uhr zurück. Das Besondere? Ein Live-DJ sorgt für musikalische Unterhaltung und ein ausladendes Buffet für das leibliche Wohl. 

Borderline organisiert regelmäßig Partys in ungewöhnlichen Locations wie zum Beispiel im Theater Sylvain, im Stadium Vélodrome oder im Drucksaal der Zeitung La Marseillaise,… 2015 hat das MuCEM "Borderline" angefordert, seither gibt es die "Nuits Vernies": Dreimal im Jahr kann man das Museum auch nachts besichtigen und anschließend zu Musik des Live-DJs tanzen. 

Wir haben den Nachtschwärmer und Vater nach Adressen und Tipps zum Ausgehen in Marseille befragt.

Eine Bar, um mit Freunden etwas zu trinken?

Auf jeden Fall Le Repaire! Ansonsten Le Richelieu, eine Bar am Strand Catalans, vom gleichnamigen Hotel letztes Jahr eröffnet. Der ideale Ort zum Entspannen.

Ein Club zum Abtanzen?

Nach 1 Uhr nachts gehe ich gerne ins La Dame Noir Dancing im Alten Hafen. Das ist ein Saal des Clubs Trolleybus mit guter Musik und einem gemischten Publikum, was selten ist in Marseille, da die meisten Clubs ein junges Publikum im Alter von 18 - 25 Jahren anziehen.

Eine Adresse für die Nacht?

La Casa Ortega, ein stilvolles Gästehaus in der Nähe des Bahnhofs Saint-Charles, das ich für seinen netten Empfang und seine Gemütlichkeit schätze. Ansonsten bringe ich oft Künstler im sehr gut gelegenen Hotel La Résidence im Alten Hafen unter. Ich liebe seinen Retro-Stil der 50er Jahre.

Ein Ort der Kunst?

Das Museum Regards de Provence, wegen seiner Atmosphäre, seiner Architektur (eine ehemalige Kuranlage), seiner Lage am Meer, der großen Außenterrasse sowie seiner Nähe zur Cathédrale de la Major. 

Ein Restaurant?

Saisons, geführt von Julien Diaz und Guillaume Bonneaud im Castellane-Viertel. Wie es der Name schon verrät, setzen sie hier vor allem auf saisonale Küche, wie zum Beispiel im Frühling auf Spargel von Korsika. Mittags bieten sie Menus ab 29 € an.

Ein Spaziergang für Verliebte?

Am Château d’If. Man muss mit dem Boot auf die Insel übersetzen. Dort gibt es sogar ein Restaurant.

Ausflüge mit Kindern?

Ich gehe mit meinen Kindern gerne in den Pharo-Garten, dort hat man einen atemberaubenden Blick auf den Alten Hafen, und es gibt zudem einen Spielplatz. Mit Borderline wollte ich ein Event für Eltern und ihre Kinder schaffen. Ab Juli werden wir jeden Samstag tagsüber von 12.00 bis 18.00 Uhr die Terrasse und das Schwimmbad des Tennis Club Phocéen mieten, mit Liegestühlen und Barbecue. 

Ein Ort, um durchzuatmen?

In den Calanques! Von Callelongue aus, ganz am Ende der Route des Goudes kann man bis zur Calanque de Marseilleveyre laufen und dort bei einem Belgier (das einzige Restaurant am Strand) zu Mittag essen. Hier fühlt man sich am Ende der Welt.

Ein Badeort?

Die Calanque de Sormiou. Ich habe früher dort gewohnt. Im Sommer und an den Wochenenden ist der Zugang für Autos gesperrt. Man muss also zu Fuß den Hügel überqueren, der Weg ist aber absolut lohnenswert. Der Trick für alle Faulen: Einen Tisch im Restaurant Le Château reservieren, dann kann man mit dem Auto vorfahren.

Ein Ausflug in der Umgebung?

Die Route des crêtes, zwischen Cassis und La Ciotat, entlangfahren. Die Fahrt an der Steilküste des Cap Canaille hat etwas von Arizona.

Eine außergewöhnliche Adresse?

Das Restaurant Le 13, in der 13. Etage des Krankenhauses Timone. Für alle zugänglich, mit tollem Blick über die Stadt. Hierhin gehe ich, um die Leute zu foppen. 

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